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Kitzingen

Straßenbau: Blockierender Grundbesitzer und Millionenprojekt

Das Ausbauprogramm für Kreisstraßen reicht mehrere Jahre in die Zukunft. Dass sich dabei Projekte ändern und verzögern, ist normal. Ein Mammutprojekt wirft Schatten voraus.
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Der Bau des Kreisverkehrs, der im Süden Volkachs die Kreuzung der Staatsstraßen 2260 (Richtung Obervolkach und Gerolzhofen) und 2271 (Richtung Kitzingen) ersetzen soll, wird sich nach Angaben des Landratsamtes Kitzingen auf kommendes Jahr verschieben. Das Archivfoto zeigt den Bereich im März 2019. Foto: Barbara Herrmann

Von Ines Meuschel, der Leiterin des Sachgebiets Tief- und Gartenbau am Landratsamt Kitzingen, bekamen die Mitglieder des ÖPNV-Ausschusses des Kreistags einen ausführlichen Bericht über den Stand laufender und geplanter Bauprojekte an Kreisstraßen. Und sie erfuhren, welche Vorhaben sich verschieben.

  • Bereits vergangenes Jahr sollte die Freistrecke der Kreisstraße (KT) zwischen Abtswind und Rehweiler (KT 15) ausgebaut werden. Es ging dabei um ein 1,36 Kilometer langes Teilstück zwischen dem Weingut und Friedrichsberg. Jedoch musste das Vergabeverfahren aufgehoben werden, da keine akzeptablen Angebote eingingen. Deshalb wurde die Ausbaustrecke verkürzt, um mit dem eingeplanten Geld trotz steigender Preise wenigstens dort zum Ziel zu gelangen. Neu geplanter Baubeginn ist März 2021. Der für den Ausbau der Straße notwendige Holzeinschlag soll im Winter zuvor erfolgen.
  • Bei Volkach wird der Knotenpunkt der Staatsstraßen (St) 2271 und 2260 ("Aldi-Kreuzung") zu einem Kreisverkehr umgebaut. Betroffen davon ist auch der Einmündungsbereich der KT 29 (Volkach-Nordheim) in die St 2271 mit innenliegendem Linkseinfädelstreifen. Der Baubeginn des Kreisels verschiebt sich nun von diesem Herbst auf kommendes Jahr.
  • Begonnen hat dagegen Anfang Juli der Ausbau der KT 1 von Nenzenheim bis zur Landkreisgrenze, der bis Ende dieses Jahres abgeschlossen sein soll.
  • Schlechte Nachrichten zum Ausbau der KT 18 zwischen Gnodstadt und der B 13: Die Kreisstraße ist nur fünf Meter breit, was etwa Begegnungsverkehr mit landwirtschaftlichen Fahrzeugen einschränkt. Der für dieses Jahr vorgesehene Ausbau der KT 18 verschiebt sich um fünf Jahre, weil der für die Fahrbahnverbreiterung erforderliche Grunderwerb nicht möglich war: Ein einziger Grundbesitzer hat sich in den Verhandlungen quergestellt.
  • Frühestens Anfang Oktober wird die KT 38 im Bereich der Ortsdurchfahrt von Stadelschwarzach auf einem Teilstück ausgebaut. Grund hierfür sind Gehwegarbeiten im Zuge der Dorferneuerung im Umfeld der Buttergasse und in Randbereichen der Järkendorfer Straße (KT 38).
  • Weil die KT 9 zwischen Kitzingen und Albertshofen (nördlich Rodenbach) durch ein Wasserschutzgebiet verläuft, gestaltet sich die Planung von deren Ausbau aufwändiger als angenommen. Je nachdem, wie streng die erwarteten Auflagen ausfallen, rechnet das Landratsamt jetzt mit einem Baubeginn nicht vor März 2024.
  • Um ein Jahr, auf 2022, verschiebt sich der Ausbau der Kreuzung St 2271/KT 23 bei Marktbreit, die als Unfallschwerpunkt gilt. In Verbindung mit der von der Stadt Marktbreit gewünschten Fuß- und Radwegquerung auf der KT 23 soll die Einmündung ausgebaut werden.
  • Genaue Kosten müssen erst noch ermittelt werden, doch werden bereits jetzt inoffiziell Summen von mindestens fünf bis sechs Millionen Euro für den Ausbau der KT 56 den Schwanberg hinauf genannt. Bekanntlich sind die Schäden an der Straße unter anderem wegen Bewegungen der Böschung erheblich. Fest steht, dass der Ausbau der Straße nur bei halbseitiger Sperrung möglich ist, da diese die einzige Zufahrt zum Schwanberg darstellt. Nach einem noch ausstehenden Abstimmungsgespräch mit den Trägern öffentlicher Belange und dem Bildungshaus aus dem Schwanberg können die Bauphasen geplant und erst dann Kosten ermittelt werden. Wann der Ausbau beginnt, steht noch in den Sternen.