Der Wiesenbronner Gemeinderat hat die Weichen dafür gestellt, mit dem Ausbau der Schillergasse den Zufahrtsverkehr zum Baugebiet Geisberg auf die Schillergasse zu verlagern und damit die enge Lötschengasse zu entlasten. In der Sitzung des Gemeinderats bezifferte Arno Weimann, Chef des gleichnamigen Architekturbüros in Dettelbach, die Sanierungskosten für die Lötschengasse auf rund 150 000 Euro.

Weimann und sein Mitarbeiter Andre Siegel präsentierten Pläne zur Lötschengasse, die künftig durch die Straßenbreite in drei Teilbereichen aufgeteilt sein wird. Im Bereich des Anwesens Gaubitz soll die Fahrbahn 4,25 Meter breit werden, wozu ein Teilstück des Grabens verrohrt werden muss. Im weiteren Verlauf der Straße wird eine 30 Meter lange Ausweichstelle integriert, um vor allem mit landwirtschaftlichen Fahrzeugen den Begegnungsverkehr zu erleichtern. Der letzte Abschnitt zur Schillergasse hin wird mit 4,75 Meter der breiteste Abschnitt sein.

Im Gemeinderat bestand Konsens darüber, auch die Sanierung des an die Lötschengasse und Schillergasse anknüpfenden Wirtschaftswegs mit ausschreiben zu lassen. Der Betonweg soll ausgehoben, das Material geschreddert und dann wieder eingebaut und der Weg gleichzeitig auf 3,50 Meter verbreitert werden. Die Kosten sollen 75 000 Euro betragen, sagte Weimann. Wenn es die Haushaltslage zulässt, soll der Wirtschaftsweg gleich bei der Lötschengasse mit erledigt werden.

Der Gemeinderat behandelte noch folgende Themen:

• Es lag ein Angebot über 50 000 Euro für einen neuen Bauhofschlepper vor: Reinhard Fröhlich brachte noch zwei gebrauchte Schlepper aus Fachwerkstätten mit der gleichen Ausstattung ins Spiel, die für 35 000 Euro oder 46 000 Euro nur kurzfristig zu haben seien. Die Räte kamen überein, nach einer Besichtigung einen gebrauchten Fendt für 35 000 Euro zu erwerben.

• Der Gemeinderat folgte der Empfehlung des Gemeindetags, sich an einer Ausschreibung zu beteiligen, um eventuell über den Gemeindetag Strom günstiger zu bekommen. Dabei bevorzugt Wiesenbronn „Ökostrom“ gegenüber „Normalstrom“.

• Bei der Jagdgenossenschaft will die Gemeinde beantragen, dass wie in der Vergangenheit 1000 Euro für den Wegebau bereitgestellt werden.

• Das Projekt „Traumtour“ bekommt die Gemeinde nicht bezuschusst. Deswegen lag eine abgespeckte Variante auf dem Ratstisch, die abzüglich der Bauhofleistungen 4000 Euro kostet. Dieser Vorschlag fand am Ratstisch einhellige Zustimmung.

• Die Arbeitsgemeinschaft Dorfschätze war wegen eines Hochwasserrückhaltekonzepts aktiv geworden, um Lösungen für den Hochwasserschutz zu finden. Das Wasserwirtschaftsamt geht auf Grund von Erfahrungswerten davon aus, dass mit einem Kostenvolumen von 200 000 Euro zu rechnen ist, wozu 75 Prozent an Fördergelder fließen sollen. Das Gremium beschloss, den Betrag von 6500 Euro als Anteil Wiesenbronns im Haushalt 2014 einzustellen.

• Bürgermeisterin Doris Paul scheiterte mit einem letzten Versuch, das Projekt Aussichtsturm im Weinlabyrinth verwirklichen zu können. Dafür wären noch 5000 Euro vorhanden gewesen, um das Projekt, unterstützt von der Dorferneuerung, realisieren zu können. Daran beteiligt hätten sich auch der Weinbauverein und der Gästeservice. Reinhard Hüßner war schon seit Monaten gegen das Projekt und wollte nur zustimmen, wenn das Weinlabyrinth-Grundstück langfristig an den Weinbauverein verpachtet wird – mit allen Rechten und Pflichten. Da die Abstimmung mit drei zu drei keine Mehrheit am Ratstisch fand, wird es den Aussichtsturm nicht geben.

• „Diesen Betrag von 453 Euro zahlen wir gerne“, versicherte die Bürgermeisterin zum Anteil Wiesenbronns an den 2838 Euro Kosten des Ferienpassprogramms der Verwaltungsgemeinschaft. In Wiesenbronn wurden 34 Ferienpässe verkauft; und Doris Paul sprach von einer wichtigen Aktion für Kinder.