Die Benediktiner-Abtei in Münsterschwarzach (Lkr. Kitzingen) solidarisiert sich mit dem Werbeboykott vieler Unternehmen gegen Facebook. Bis zum 11. Juli, dem Gedenktag für den Heiligen Benedikt, bleiben die Mönche selbst sowie alle Betriebe der klostereigenen Vier-Türme GmbH und das Egbert-Gymnasium auf Facebook und Instagram offline. Auch Bestseller-Autor Pater Anselm Grün lässt seine Aktivitäten in den Netzwerken ruhen und verzichtet dort in dieser Zeit auf eigene Beiträge. 

Die Münsterschwarzacher Mönche unterstützen damit den weltweiten Protest zahlreicher Großunternehmen wie Coca-Cola, Unilever, The North Face, Vaude, Starbucks oder Honda. Unter dem Hashtag "StopHateForProfit" haben die Firmen ihre Werbung in den sozialen Netzwerken eingestellt. Ziel des Boykotts ist es, Facebook, Instagram und Twitter zu zwingen, stärker und konsequenter als bisher gegen Hass und Fake-Nachrichten auf ihren Plattformen vorzugehen.

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Da die Seiten der Abtei Münsterschwarzach keine bezahlte Werbung schalten, wolle das Kloster "ein eigenes Zeichen gegen den Umgang der Facebook-Gruppe mit Hasskommentaren setzen", heißt es zur Begründung. Solche Kommentare sowie die Untätigkeit von Facebook widersprächen nämlich "grundsätzlich dem christlich-benediktinischen Menschenbild", sagt Abt Michael Reepen. Seine Mitbrüder und er stünden für eine weltweite Vernetzung und setzten sich in zahlreichen Projekten für die Achtung der Würde aller Menschen ein. 

Deutlich wird der "stumme Protest" auch an den Profilbildern der Abtei-Seiten bei Facebook und Instagram. Sie tragen in den kommenden Tagen das Logo des traditionsreichen Abteischlüssels, dem Symbol für die Offenheit der Benediktiner. "Be open" sei ein Leitspruch des Klosters, betont Abt Michael. Gleichzeitig aber wolle man genau hinschauen, "welche Türe wir öffnen und welche wir schließen, wo wir mitmachen und wo nicht".