Es gibt in unserer Gegend den schönen Brauch, nach getaner Arbeit „Niederfall“ zu feiern. Diesmal hat die Arbeit, sprich Dorferneuerung, fast 20 Jahre gedauert. Der letzte Akt, die Abschlussfeier, fand am Mittwochabend im Keller des Gasthofes Grebner statt. Dabei waren Gemeinderat, Vorstandsmitglieder der Teilnehmergemeinschaft (TG), Mitarbeiter des Würzburger Amtes für ländliche Entwicklung, Mitglieder des Arbeitskreises, Vertreter des Planungsbüros arc.grün. und Bürgermeister Karl Höchner, der mit seiner Drehorgel Musik machte.

„Ein schöner und stimmungsvoller Abend, um die Dorferneuerung zu Ende zu bringen, damit wir weiter machen können, denn dieser Abend ist auch der Aufgalopp zu weiteren Taten“, sagte der Bürgermeister bei der Begrüßung. Dass die Dorferneuerung in Großlangheim so erfolgreich verlief, führte er vor allem auf den Umstand zurück, „dass die Langemer vom ersten Tag an hinter der Sache standen und gut 15 Jahre lang mit Volldampf dabei waren“. Dank und Lob spendete der Bürgermeister nicht nur dem Gemeinderat und den Mitgliedern der am Anfang drei Arbeitskreise, sondern auch den Mitarbeitern des Amtes für ländliche Entwicklung, die für Großlangheim zuständig waren: „Wir waren da immer gut bedient“. Ebenso würdigte Höchner die sehr gute Zusammenarbeit mit dem Büro arc.grün.: „Da wurde das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten“.

Höchner freute sich auch darüber, dass die Einwohner bei der Stange blieben: „Wir haben allen Grund, stolz darauf zu sein, was in all den Jahren gelaufen ist“. Seinen persönlichen Dank „für den großen Einsatz“ drückte Höchner in Liedform zur Drehorgelbegleitung nach der bekannten Melodie „Danke“ aus.

„Man kann nur gratulieren zu dem, was in Großlangheim erreicht wurde“, meinte Ottmar Porzelt, leitender Baudirektor im Amt für ländliche Entwicklung. „Bei dieser Dorferneuerung gab es viele, die sich für die Dorfgemeinschaft einsetzten, da stand das ganze Dorf dahinter und wer jetzt durch Großlangheim geht, der spürt das“, so Porzelt. Als Garanten des Erfolgs sah er den Vorstand der TG, den Gemeinderat, kreative Arbeitskreise, konstruktive Planungen „und einen mutigen Bürgermeister und mutige Bürger“. Porzelt erinnerte an den Beginn der Dorferneuerung mit der Startphase 1996, „als nicht einem Planer das Feld überlassen wurde, sondern die Bürger an vorderster Front waren und Großlangheim stolz darauf sein kann, was erreicht, verändert und erneuert wurde“. Erfreut zeigte sich der Baudirektor, „dass es nach der Dorferneuerung keinen Stillstand geben wird“.

Nackte Zahlen belegten, dass vieles bewegt wurde. Rund 2,2 Millionen Euro wurden investiert, wozu es etwa 1,5 Millionen Euro Zuschuss gab. Noch höher war der Einsatz bei der Sanierung und Neugestaltung von privaten Anwesen, für die rund 2,8 Millionen Euro ausgegeben wurden, wozu es rund 310 000 Euro Zuschuss gab. „Unser Dank gilt allen, die dem Dorf ein neues Gesicht gaben, machen Sie weiter so“, forderte Porzelt die Langemer auf. Er überreichte Urkunden an die Vorstandsmitglieder, die damit verabschiedet wurden.

Auf humorvolle Weise und durch die „Gemee-Brilln“ besangen in Liedversen Karola Böhm, Roswitha Dörflein-Schenk und Mechtild Sterk vom weiterhin aktiven Arbeitskreis II die Dorferneuerung. Auch sie kamen zu dem Schluss: „Die Erneuerung ist nun zu End, doch werd' bei uns nit gepennt“. Lieder des Langemer Heimatdichters Hannes Grebner zur Drehorgelbegleitung durch den Bürgermeister trugen außerdem dazu bei, dass es ein stimmungsvoller Abend wurde.