Wahlleiter Uta Jagusch und Franz von Bechtolsheim hatten am Mittwochabend leichtes Spiel. Einstimmig und en bloc wählten die Mitglieder des Fördervereins ehemalige Synagoge Kitzingen den neuen Vorstand.

Vorsitzende blieb Dagmar Vosskühler, Stellvertreterin Margret Löther, Schriftführerin Claudia Dündar-Meier und Schatzmeisterin Brigitte Zalder. Ebenfalls wiedergewählt wurden Uwe Zalder, Michael Schneeberger, Claudia Gonschorek, Gerlinde Wagner und Doris Frank. Neu dazu gekommen sind Margrit Endres und Werner Kappelmann, die auch einstimmig gewählt wurden.

Franz von Bechtolsheim nannte das Wahlergebnis ein Zeichen des Vertrauens. Die wiedergewählte Vorsitzende dankte ihrem Führungsteam dafür, dass es ihr auch in schwierigeren Zeiten zur Seite stehe. Ein besonderer Dank ging an Sirkka Heermann, die lange Jahre dem Vorstand angehörte, das Archiv betreute und die sich nicht mehr zur Wahl gestellt hatte. Ebenfalls nicht mehr im Vorstand ist Schwester Anke von der Communität Casteller Ring. Dagmar Vosskühler berichtete, dass Schwester Anke und die Communität auch weiterhin dem Förderverein verbunden bleiben.

Dagmar Vosskühler erinnerte im Jahresbericht an die Vorstellung des vom Mitbegründer des Vereins Michael Schneeberger herausgegebenen Buches „Yskor“ zum Gedenken an die ermordeten Kitzinger Juden. Der Druck des Buches sei mit hohen Kosten verbunden gewesen.

Man habe das Buch an nationale und internationale Bibliotheken und Archive verschickt. Der Verkauf laufe inzwischen ganz gut. Richtig gewesen sei die Entscheidung, die Hälfte der Auflage ins Englische übersetzen zu lassen. Vosskühler berichtete auch von Exkursionen nach Wiesentheid und nach Halberstadt, von Führungen in der Synagoge und auf dem jüdischen Friedhof bei Rödelsee. Schwierig sei es, Grundschulklassen für Sonderveranstaltung zu jüdischen Festen, wie Purim, Schawout oder das Chanukka-Fest zu gewinnen.

Eine Herausforderung sei die Pflege des Rödelseer Friedhofes. Als Gründe nannte Vosskühler den Zeitaufwand, die Zahl und das Alter der Helfer. Hilfe komme stets von Lehrern und Schülern der Erich Kästner Schule und den Pfadfindern. Sie dankte dem Landkreis und der Stadt Kitzingen, die diese Arbeiten finanziell unterstützen.

Höhepunkt sei die Fahrt nach Israel mit der Übergabe einer Ausgabe des Gedenkbuches an die Bibliothek von Yad Yashem gewesen. Dank Uwe Zalder habe man auf dem mehrere Hektar großen Areal von Yad Vashem, im Wald der Gerechten, den Gedenkbaum für den Kitzinger Konrad Schweser gefunden, der einst jüdischen Bürgern das Leben gerettet hatte. Ein Besuch bei Mitgliedern des Chores Ranot, die vor zwei Jahren in Kitzingen auftraten, rundete die Reise ab.

Positiv bewertet Vosskühler das Setzen von Stolpersteinen im Gedenken an die Familie Rindsberg, in Mainstockheim. Dagegen sei es in Kleinlangheim nicht gelungen, Stolpersteine in Erinnerung an die Familie Sondheim zu setzen, da diese Steine deutlich sichtbar auf dem Gehweg vor den jeweiligen Häusern gesetzt werden sollen.

Man wolle dort scheinbar die Stolpersteine lieber „versteckt am Rand“ haben, ärgerte sich Vosskühler. Ebenso geärgert hatte sie sich über einen Vorfall in Kitzingen. Hier hatten Schulkinder Stolpersteine gereinigt. Das habe eine Frau auf den Plan gerufen hatte, die gesagt habe, dass sie zwar nichts gegen Juden habe, aber dass sie es als Zumutung empfinde, wenn ihre Enkelin auf Knien Steine putzen müsse.

Heuer blickt der Verein auf 30 Jahre seines Bestehens. Es sind zahlreiche Veranstaltungen geplant. Auftakt ist am 25. März um 11 Uhr an der Alten Synagoge mit einem Stadtrundgang. Er steht unter dem Motto „Wo Kitzinger Juden lebten“. Die Führung übernehmen Dagmar Vosskühler und Michael Schneeberger. Am 25. April schließt sich, um 19.30 Uhr, in der Synagoge, die Veranstaltung „Akkordeongeschichten“ mit Musik, Tanz und Erzählungen aus Israel und Deutschland an.

Das Programm im Internet unter

www.synagoge-kitzingen.de