Nördlich und östlich der am Kitzinger Stadtrand, nahe der Klinik Kitzinger Land, gelegenen Wohnsiedlung im Buddental wurde am Mittwoch Festmist mit einem Miststreuer auf abgeerntete landwirtschaftliche Flächen ausgebracht. Die Mistauflage und die sommerlichen Temperaturen sorgten in der benachbarten Wohnsiedlung für eine ausgiebige und intensive Geruchsbelästigung. Diese hielt an, bis der Landwirt die Mistauflage tags darauf einarbeitete.

Aufgebracht wurde der Stallmist in der Zeit von 16 Uhr bis 19.30 Uhr am Mittwoch. Am Freitag wurde die Auflage in den Boden eingearbeitet. Die Auskunft von Anwohner Albert Mollen ergab, dass für den restlichen Tag und die Nacht ein Lüften der Wohnung oder Schlafen bei offenem Fenster ausgeschlossen war. 

Behörde: Auflagen nur für Gülle

Mollen hatte früher beruflich selbst mit der Landwirtschaft zu tun und weiß um die Probleme beim Ausbringen von natürlichem Dünger wie Festmist oder Gülle. Er bringt dafür grundsätzlich Verständnis auf. Dass dazu aber heiße Sommertage gewählt wurden, verwundert ihn.

Das Landratsamt verwies auf Anfrage an das Amt für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten. Leitender Landwirtschaftsdirektor Gerd Düll machte dazu deutlich, dass es zum Ausbringen von Festmist keine Auflagen gebe. Lediglich bei Gülle gelte die Vorschrift, dass die versorgte Fläche binnen vier Stunden bearbeitet werden müsse. Selbst diese Vorgabe werde aber in Kürze verschärft; dann bleibe zur Bearbeitung nach dem Düngen nur noch eine Stunde Zeit.

Eine Anzeige wegen der Geruchsbelästigung ging bei der Polizeiinspektion Kitzingen nicht ein. Der Bauernverband war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.