Satte zweieinhalb Stunden diskutierte der Wiesentheider Gemeinderat in einer Sondersitzung mit rund 20 Anwohnern über das künftige Aussehen des Neßtfellplatzes. Bürgermeister Werner Knaier wies auf die Symbolwirkung hin, die von der Umgestaltung der zentral im Ortskern, um die Kreuzung nach Prichsenstadt herum gelegenen Fläche, ausgehen soll.

Schließlich ist es das erste größere Projekt der Städtebauförderung in Wiesentheid. Knaier wünschte, dass dort ein lebendiger Platz entsteht, damit die Bürger sehen, was Städtebauförderung bedeute und was sie positiv bewirken könne. Knaier hatte auf die Sondersitzung noch vor den Ferien gedrängt, damit die Gemeinde die Pläne für die Umgestaltung im September bei der Regierung einreichen kann. Noch in diesem Jahr soll die Ausschreibung der Arbeiten erfolgen, damit es im Frühjahr 2014 los gehen kann.

In gleichem Zug wird die Neumannstraße vom Neßtfellplatz aus bis etwa zum Rathaus samt der darunter liegenden Versorgungsleitungen erneuert. Später soll die Sanierung der Straße bis zum Marienplatz weitergehen. In der Sitzung hatten die Planer Sylvia Haines und Markus Klüpfel vom Architekturbüro Schirmer aus Würzburg Varianten gezeigt, wie der Neßtfellplatz aussehen könnte. Der Bereich solle wieder mehr seinen einstigen Charakter als „Einfahrtstor“ nach Wiesentheid von Osten her erhalten, formulierten die Planer das Ziel. Zum zentralen Punkt wurde die Frage, ob und wie viele Parkplätze für Autos dort bleiben sollen.

Zuletzt rückte dabei die Fläche direkt hinter dem Platz, die vor dem Schönbornsaal liegt, in den Mittelpunkt. Beim Kauf eines Teils des ehemaligen Gartens der früher im Gasthof „Letzter Hieb“ ansässigen Brauerei Neuner sieht sich die Gemeinde auf gutem Weg, so Bürgermeister Knaier. Beim hinteren Bereich der Fläche, die dem Haus Schönborn gehört, warte er auf eine Entscheidung des Besitzers. Elf Parkplätze könnten dort entstehen, verkaufe das Haus Schönborn, wären es mehr.

Bürgermeister Knaier und die Planer streben diese Lösung an: Die Parkplätze sollen im rückwärtigen Bereich des Neßtfellplatzes entstehen, möglichst mit der Schönbornschen Fläche. An der Hauptstraße sollen nur noch etwa drei Kurzparkplätze bei den Geschäften bleiben. Auf dem Areal vor dem Haus der Anwohnerin Lang sind fünf bis sechs kleinere Bäume vorgesehen sowie eine für die Barockzeit typische Bepflanzung mit Buchs. Kleinere Sitzmöglichkeiten sind dort angedacht.

Im weiteren Verlauf der Diskussion kam der Vorschlag, dort einen Brunnen oder eine Skulptur zu errichten. Schließlich favorisierten die Räte den Gedanken, ein Monument des Namensgeber des Platzes, dem Kunstschreiner Johann Georg Neßtfell, aufzustellen.

Der Gehweg, wie auch der kleine Platz vor dem Anwesen Lang wird einen Pflasterbelag erhalten, ähnlich wie am Marienplatz. Außerdem soll eine Beleuchtung mit historische Straßenlampen und Strahlern den Platz hervorheben. Als in der Sitzung immer mehr Vorschläge formuliert wurden, bremste Architekt Klüpfel. Wiesentheid habe so viel Potenzial, man solle nicht gleich alles an Geld und Ideen zu Beginn der Städtebauförderung verbraten. Es stehe später noch die Umgestaltung des Schlossplatzes, wie auch des Bereichs Marienplatz/Säulesmarkt an.

Im Zuge der Diskussion äußerte Bürgermeister Knaier, dass das Haus Schönborn einen Käufer für den Schönbornsaal suche. Zuhörerin Monika Brünner appellierte an die Gemeinde, über den Erwerb nachzudenken, schließlich sei diese Immobilie ein wichtiger Bestandteil des alten Wiesentheid. Das höre sich gut an, im Ort gebe es aber noch weitere erhaltenswerte Immobilien, antwortete Bürgermeister Knaier.

Er war froh, dass als Ergebnis der Sitzung „eine grobe Richtung“ festgelegt wurde, wie der Neßtfellplatz aussehen solle. Als nächsten Schritt arbeitet das Ingenieurbüro die gemachten Vorschläge in die Entwurfsplanung ein. Der Plan wird dann noch einmal der Gemeinde vorgelegt, ehe er ans Amt geht.