Der Marktbreiter Stadtteil Gnodstadt mit seinen 750 Einwohnern liegt auf einer Höhe von 276 Metern über Normalnull (NN) in einer Senke. Die rund 1100 Hektar große Gemarkung ist auch das wesentliche Wassereinzugsgebiet, das den Gnodstadtern bei Starkregen zunehmend Sorge bereitet. Erst vor gut einer Woche hatte es nur 20 Minuten stark geregnet, wie die Stadträte Herbert Biebelriether und Manfred Krauß aus Gnodstadt berichten. Dennoch habe das Regenwasser ausgereicht, den Bräubach anschwellen zu lassen und Ackerboden aus den Feldern in die Ablaufgräben zu spülen.

Am Sportheim des TSV Gnodstadt konnten die Gräben das Wasser schließlich nicht mehr fassen; der Regen füllte den Flutgraben am Sportheim und setzte den Geräteschuppen unter Wasser. Das Sportfeld war gerade noch nicht betroffen. Die Gräben wurden soweit erreichbar sofort wieder geputzt, damit der lehmige Schlamm nicht erst trocknet und dann nur schwer beseitigt werden kann.

Ein größeres Problem stellt der Oberlauf des Bräubaches dar. Nahe dem ehemaligen Schwimmbad hat die Stadt Marktbreit eine knapp einen Hektar große Fläche erworben, die zwar landwirtschaftlich genutzt, gleichzeitig aber als Wasserrückhaltefläche gedacht wird. Am tiefsten Punkt des Ackers ist deutlich erkennbar, dass ein Teil der dortigen Maispflanzen durch Schlamm zerstört wurde.

Befürchtungen von Krauß und Biebelriether

Die beiden Stadträte stellen sich nach den jüngsten Erfahrungen mit den Regenfällen nun vor, dass das gesamte Areal tiefer gelegt wird, um die Aufnahmekapazität zu erhöhen. Ihre Befürchtung: Der Bach könnte das Oberflächenwasser aus dem gesamten Gebiet bei länger anhaltendem Starkregen nicht mehr aufnehmen und ableiten. Dann würden sich größere Schmutzwassermengen in den Ort und in die Keller ergießen. Dass dieser Gedanke nicht abwegig ist, wird aus den Ablagerungen ersichtlich, die in der Ortsdurchfahrt entlang der KT 18 noch erkennbar sind.

Die Sorge von Biebelriether und Krauß ist nicht alleine auf ihren Stadtteil beschränkt. Bereits in der Stadtratssitzung hatte Agrar- und Umweltreferent Krauß auf große Regenmengen hingewiesen, die er mit 93 Millimetern binnen einer Woche bezifferte, gemessen an der eigenen Messstation. Bei anhaltendem Regen, so seine Befürchtung, wäre auch das mit 191 Metern NN deutlich tiefer gelegene Marktbreit betroffen. Er regte an, bereits vorhandene Grundstücke als Regenrückhaltefläche tiefer zu legen. Biebelriether wies ergänzend auf die Schäden beim TSV Gnodstadt hin.

Bürgermeister Harald Kopp hielt beiden in der Sitzung entgegen, dass sich Bürger und Landwirte selbst Gedanken um die Sicherheit ihrer Anwesen machen müssten. Aber auch die Stadt wolle nichts versäumen.

Gegenmaßnahmen rechtzeitig angehen

Bei einem Ortstermin an der KT 18 kurz vor der Gemarkungsgrenze zu Marktbreit zeigten Biebelriether und Krauß eine denkbare und umsetzbare Maßnahme auf. Drei Grundstücke, zwischen KT 18 und Bräubach gelegen, umfassen knapp einen Hektar. Würde man sie ausbaggern und nur einen Meter tiefer legen, dann könnten sie rund 10 000 Kubikmeter Wasser aufnehmen und verlangsamt ablaufen lassen, so die Rechnung der beiden Räte.

"Es geht nicht alleine um Gnodstadt, es geht auch um Marktbreit", unterstrich Biebelriether, dass vermehrt auftretende Starkregenereignisse und massiv auftretende Hochwasser sich mit Macht in die Marktbreiter Altstadt ergießen könnten. Damit der Bräubach an dieser Stelle besser ablaufen kann, wurde an einem Durchlass bereits ein zweites Rohr eingebaut. Geld für weitere Maßnahmen seien bereits im Haushalt eingestellt.