Ist es schon zu spät oder gibt es doch noch einen Funken Hoffnung, die beiden Ärzte in Prichsenstadt zu halten? Vor der Bürgerversammlung gab es nur Skepsis bei den Bürgern. Jetzt, da sich eine kleine Chance auftut, sollten die Verantwortlichen alle Möglichkeiten nutzen, schier Unmögliches noch möglich zu machen. Die Ärzte sind in der Bevölkerung beliebt. Sie sind eine Bereicherung für die Großgemeinde und darüber hinaus. Wie schwer es ist, einen neuen Arzt zu bekommen ist, zeigen die Bemühungen in vielen Gemeinden.

Auch wenn die Stadt Steuermittel aus dem Stadtsäckel zuschießen muss, sollte sie bedenken, welche Synergieeffekte mit dem Weiterbestehen der Arztpraxis bleiben. Apotheke, Metzger, Bäcker – sehr viele Praxisbesucher nutzen die kurzen Wege und die gute Qualität der Geschäfte. Ohne Praxis würde einiges wegbrechen und damit auch Steuergelder und womöglich auch der eine oder andere Arbeitsplatz. Außerdem sollte die Stadt bedenken: Auch ein leer stehendes Gebäude kostet Geld.

Deswegen der Wunsch und Rat an die Beteiligten: Nutzt das Vermittlungsangebot, das sich an diesem Freitagabend eröffnet hat. Aus eigener Kraft sind nach den Vorkommnissen der jüngsten Zeit gute Verhandlungen ohne Hilfe kaum möglich. Zu tief scheinen die Gräben, die sich aufgetan haben. Mit neuem Mut, neuer Kraft und Einlenken auf beiden Seiten kann ein Neustart gelingen. Ein zufriedener Patientenstamm würde sich dies wünschen.