Das war überfällig. Vier Jahre lang war die Kaiserstraße 17 totes Kapital – aus Steuergeld – und soll jetzt das werden, wofür sie gekauft wurde – eine Erweiterung für das aus allen Nähten platzende Rathaus.

Was schmerzt, sind die Kosten: 1,9 Millionen Euro für ein steinaltes Haus mit bösen Alterserscheinungen. Aber so ist es mit Baudenkmälern. Augen zu, wegreißen und billiger neu bauen, geht halt nicht. Die Stadt muss Vorbild sein.

Trotzdem haben auch die recht, die bei 2,7 Millionen Euro und vielen anderen Millionen-Vorhaben das Rathaus-Projekt vorerst für unfinanzierbar halten: Irgendwann ist Schluss mit Schuldenmachen.

Andererseits ist der Stadtrat auch für die Verwaltung verantwortlich. Die leidet unter der Enge. Wer zwischen Mülleimer, Kaffeemaschine und Wasserkocher arbeiten muss, verliert oft die (Arbeits-)Lust. Dabei gibt's im Rathaus viel zu tun. Wenn der Stadtrat dafür – auch wenn's erst mal viel kostet – der Schaffenskraft Raum schafft, wird Motivation und Leistung ernten.