Über 1000 begeisterte Besucher erlebten am Wochenende das Finale des Volkacher Kabarett-Sommers auf dem Weinfestgelände. Auf der Bühne sorgten die Comedy-Stars Markus Krebs am Freitag und Ingo Appelt am Sonntag für Stimmung bei den Gästen. Am Samstagabend sang sich Claudia Koreck im oberbayerischen Dialekt in die Herzen der in veranstaltungsarmen Corona-Zeiten dankbaren Menschen.

Wie fast alle Künstler im Freistaat hat auch die 34-jährige Songwriterin sehr unter der Pandemie gelitten. Kaum Auftritte und mit Band schon gleich gar nicht. "Mir gfrein uns wia d´Sau" lautet deshalb ihr Willkommenssatz auf der Kabarett-Sommer-Bühne in Volkach. Mit ihrem Ehemann Gunnar Graewert (Gesang, Keyboard, Ukulele, Saxophon), Bassist Andreas Bauer und Gitarrist Martin Kursawe stehen drei routinierte Vollblutmusiker an ihrer Seite. Der Schlagzeuger fehlt. Die Reise in ein Corona-Risikogebiet hat den Drummer schachmatt gesetzt.

Idee für ein Lied: Brösel im Bett

Graewert springt ein, schlägt den Takt auf seiner Kistentrommel (Cajon). Den Künstlern merkt man den besonderen Umstand bei ihrer Live-Premiere in diesem Sommer nicht an. Redegewandt und sympathisch führt Claudia Koreck selbst als Moderatorin durch den Abend, in dessen Mittelpunkt ihr zehntes Album "Auf die Freiheit" steht. Mit "Aufgwacht von den Douden" startet die Sängerin ihre musikalische Reise durch die weite Welt. Das Publikum applaudiert und klatscht schon bei der Ouvertüre mit. Korecks Eigenkompositionen und Texte gehen unter die Haut, streifen ihr eigenes Leben, das ihrer beiden Kinder und ihres Umfelds. Sie erinnert an das vergangene Schuljahr. "Homeschooling, lecko mio", hadert sie und die Zuhörer lachen. Es sind oft einfache Dinge, die sie auf die Idee für ihre Texte gebracht haben. Da sind die Brösel im Bett des Sohnes, die zum Lied "Unter meiner Decke isses warm" führten.

Einfühlsame Gitarrensoli begleiten den prägnanten Bayern-Sound, der gelegentlich von englischen Sätzen unterbrochen wird. Dann der Titelsong ihres neuen Albums "Auf die Freiheit". Als sie ihn im vergangenen Jahr geschrieben hat, habe keiner daran denken können, welche Bedeutung das Lied durch Corona einmal erlangen könne, sagt sie. Korecks Botschaft des Liedes, das eigentlich für Kinder und Jugendliche entstand, soll Mut machen: "Es geht oiweil wieder weiter." Melancholisch, rockig und ausflippend reist die Sängerin mit ihrer Band durch die Welt, landet im Reggae-Rhythmus auf den Bahamas, auf Hawaii, in Griechenland und auf einer Insel. Pure Lebensfreude und Zuversicht in die Zukunft lässt sie rufen: "Und i fliag auf und davon", denn "Das is Leben ist so schee."

Stehender Applaus für die Sängerin

Für die wilde Mischung verschiedenster Musikrichtungen bedankt sich das Auditorium mit stehendem Applaus. Vehement fordernde Zugabe-Rufe bringen die Künstler mehrfach zurück auf die Bühne. Mit Herzblut zeigen sie noch einmal ihren Spaß an der musikalischen Vielseitigkeit. Ihren Herzenswunsch in  Sachen Corona teilt sie unserer Redaktion im Gespräch mit: "Ich hoffe, dass sich unsere Gesellschaft nicht weiter spaltet." Nur gemeinsam könne man das Problem durchstehen. Beim Publikum hat sie unbändige Freude gespürt: "Man merkt auf der Bühne richtig, wie sie in kultureller Hinsicht ausgehungert waren." Dass die Gäste an ihren Tischen sitzen müssen und nicht tanzen können, stört sie nicht. Im Gegenteil: "Ich spüre eine unglaublich positive Stimmung beim Publikum."

Nach drei kleinen Duo-Gigs ist sie überglücklich, dass sie in Volkach wieder einmal mit Band auf der Bühne stehen darf. Dankbar ist sie deshalb den "mutigen" Veranstaltern von der Stadt Volkach und der Comödie Fürth.