Drei Wochen nach dem Großbrand auf einem landwirtschaftlichen Anwesen in der Hinteren Gasse in Kaltensondheim steht nach Angaben der Polizei fest, was das Feuer ausgelöst hat. Wie ein Pressesprecher des Polizeipräsidiums Unterfranken auf Nachfrage dieser Redaktion am Freitag erklärte, deutet alles auf einen technischen Defekt hin, der dazu geführt hat, dass am frühen Neujahrsmorgen der Kuhstall des Dreiseithofs lichterloh in Flammen stand.

Die Brandermittler der Kriminalpolizei hätten "zweifelsfrei festgestellt", so der Polizeisprecher, dass das Feuer im Dachbereich des Stalls ausgebrochen ist. Unter dem Dach lagerte nach Angaben der Polizei jahrzehntealtes Stroh. Die Elektrotechnik in dem Gebäude sei zudem sehr alt gewesen. Hinweise darauf, dass eine Feuerwerksrakete oder andere in der Silvesternacht abgefeuerte Pyrotechnik für den Brand verantwortlich sein könnten, sind in dem Bericht der Brandermittler nicht zu finden, ebenso wenig Hinweise auf das Werk eines Brandstifters.

Polizei hat den Brandort freigegeben

Die Ermittlungen sind laut Polizei zwar noch nicht endgültig abgeschlossen, doch dürfte sich an deren Ergebnis nichts mehr ändern. Weitere Untersuchungen vor Ort sind nicht vorgesehen. Der Brandort ist seitens der Polizei auch bereits freigegeben. Das letzte Wort hat jedoch die Staatsanwaltschaft, an die die Ermittlungsakten noch weitergereicht werden.

In der Brandnacht war kurz nach 1 Uhr ein Großaufgebot von Einsatzkräften von Feuerwehren, Technischem Hilfswerk und Rotem Kreuz in den knapp 400 Einwohner zählenden Ort ausgerückt. Sie hatten es geschafft, zu verhindern, dass sich das Feuer vom Kuhstall aus auf zwei direkt angebaute Gebäude, darunter das Wohnhaus der Landwirtsfamilie, ausbreiten konnte. Es gab glücklicherweise keine Verletzten und auch die im brennenden Stall untergebrachten Tiere konnten unversehrt gerettet werden.

Es war die zweite Neujahrsnacht in Folge gewesen, in der es in Kaltensondheim zu Großbränden gekommen ist. In beiden Fällen war derselbe Landwirt vom Feuer betroffen. Dies hat in der Folge in dem Ort zu Gerüchten über mögliche Brandstiftung geführt. Die jetzt bekannt gewordenen Ermittlungsergebnisse der Polizei zu dem jüngsten Brand, die von einem technischen Defekt als Brandursache ausgehen, entziehen derartigen Spekulationen allerdings den Boden.