Noch im März hatte der Stadtrat Prichsenstadt nach heftiger Debatte mehrheitlich sein Einvernehmen zum Bau einer Reithalle mit Offenstall sowie den Einbau von Wohnungen in bestehenden Nebengebäuden in Kirchschönbach erteilt. Zwischenzeitlich hatte der Antragsteller Alexander Eger nach Vorgaben des Landratsamtes einen in mehreren Punkten nachgebesserten Bauantrag bei der Verwaltung eingereicht. Der sorgte in der jüngsten Ratssitzung für eine erneute Diskussion, an deren Ende ein 8:7 gegen das Einvernehmen stand. Ob dieses Abstimmungsergebnis Bestand haben kann, wird im Landratsamt geprüft.

Gegenüber der Planung aus dem März ist der neue Plan aus dem Mai an mehreren Punkten geändert. So wird etwa aus einem Offenstall der Liegeplatz 1, die lichte Höhe steigt von 2,50 auf 4,50 Meter, eine Dunglage ist jetzt mit eingeplant, es entstehen 20 Kfz-Stellplätze, und aus der freien Fläche als Bewegungsfläche und Zuwegung wird ein Offenstall mit Tränken und Futterstellen.

Nicht die Stadt, sondern das Landratsamt genehmigt oder nicht

Nun bedeutet ein gemeindliches Einvernehmen nicht automatisch eine Baugenehmigung oder -verweigerung. Vielmehr muss ein Ratsgremium prüfen, ob die Erschließung gesichert ist, sich das Vorhaben in die nähere Umgebung einfügt und auch, ob es dem Landschafts- und Flächennutzungsplan nicht widerspricht. Ist alles gegeben, ist eine Kommune zur Erteilung des Einvernehmens verpflichtet.

Bürgermeister René Schlehr wies seine Räte wiederholt auf die Erschließung und das Einfügen des Bauvorhabens in die Umgebung hin und dass nicht die Stadt, sondern das Landratsamt die genehmigende Behörde sei. Die stelle auch fest, ob es sich um ein privilegiertes Vorhaben handeln würde. Mehrere Räte vermuteten allerdings eine "Salami-Taktik" seitens des Antragstellers, auch vor dem Hintergrund des geänderten Bauantrages. Auch seien die Kirchschönbacher noch nicht, wie vom Antragsteller versprochen, in einer Veranstaltung informiert worden.

Flächennutzungsplan müsste geändert werden

Die werde es noch geben, versprach der Bürgermeister. "Aber was bringt es, jetzt die Bürger zu informieren, und dann werden die Pläne im Landratsamt korrigiert, weil da der eine oder andere Punkt nicht stimmt", so Schlehr. Bei einem Gespräch im Landratsamt mit Alexander Eger, dem Bürgermeister, mehreren Verantwortlichen aus dem Amt und der Landrätin Tamara Bischof seien die Pläne geändert worden, "und es werden immer wieder Gespräche mit den Ämtern und Behörden laufen, um den Plan auf seine Machbarkeit zu prüfen". Vorher ergebe eine Infoveranstaltung keinen Sinn.

Auch sei die Erteilung einer Privilegierung Sache des Landratsamtes und ein "komplizierter und langer Prozess". Signalisiere das Amt nach der Prüfung der Machbarkeit ein Ja zu einer Genehmigung, sei einer der nächsten Schritte eine Infoveranstaltung für die Kirchschönbacher. Und: "Wir müssten dann auch den Flächennutzungsplan (FNP) ändern, weil es sich um eine Sportanlage handelt (mit einem Dressur- und einem Springplatz, einer Galoppbahn und einem Poloplatz, Anm. d. Red.)." Ohne einen FNP sei ein solches Vorhaben überhaupt nicht möglich, so Schlehr.

Nun liege es am Landratsamt, ob es den Beschluss überstimme oder dem Rat zur erneuten Beratung und Beschließung vorlege, schloss Schlehr den Tagesordnungspunkt.