Mehr geht nicht: Bauinvestor Wolfgang Rosentritt (Würzburg) warb am Donnerstag vor dem Stadtrat mit einer aufwändigen 3-D-Animation für sein Ärztehaus im Kitzinger Schwalbenhof, im Herzen der Altstadt. 

In betörenden Ansichten versuchte er das Gremium von seinem Projekt zu überzeugen; und tatsächlich waren viele Stadtpolitiker mit dem Herzen auf seiner Seite. Der Kopf sagte der Mehrheit aber am Ende, dass der "Klotz", wie das Flachdach-Gebäude verschiedentlich bezeichnet wurde, an dieser Stelle keine Zukunft hat.

Rosentritt war vor Wochen noch ohne konkrete Planung  mit der Idee eines Ärztehauses in den Stadtrat gekommen und hatte es damit bewusst auch der Öffentlichkeit zur Diskussion gestellt – ein mutiger Schritt. Das Echo war groß und geteilt: Während die einen ein Ärztehaus begrüßten, bedauerten die anderen den Verlust öffentlicher Parkplätze im Stadtzentrum. Das spiegelte sich auch in einigen Leserbriefen und Online-Kommentaren von Lesern wider.

Rosentritt kam dem entgegen: Er stellte am Donnerstag mit seinem Architekten Christian Hofmann eine Planung mit einer Tiefgarage und einer Erdgeschoss-Fläche zum Parken vor. Damit würde sich die Anzahl von 50 Stellplätzen sogar verdoppeln. Darüber wollte er dann auf vier Ebenen Arztpraxen unterbringen. Rund ums Gebäude sah Rosentritt viel Grün, eine Art Terrasse und geschwungene Laufwege vor. Zugleich musste er aber eingestehen, dass dem Gebäude eine ganze Reihe von gewachsenen Bäumen zum Opfer fallen würden. 

OB und Bauamtsleiter lehnen Projekt ab

Für seine optisch beeindruckende Vorstellung bekam Rosentritt noch den Applaus des Stadtrats und auch Oberbürgermeister Stefan Güntner erkannte an: "Ich würde mich freuen, wenn sich andere Planer so viel Mühe machen würden." Doch inhaltlich kam das dicke Ende noch: Güntner hält den Schwalbenhof für einen der letzten Höfe in der Innenstadt. Mit seiner Bebauung wäre jedes weitere Entwicklungspotenzial für diese Fläche im städtischen Eigentum weg. Der OB war also dagegen.

Drastischer drückte es Bauamtsleiter Oliver Graumann aus: Das Objekt füge sich weder städtebaulich noch architektonisch in die Umgebung ein. "Das sprengt komplett diesen Innenhof und ist fachlich nicht vertretbar", urteilte Graumann. Er stimmte aber mit Rosentritt überein, dass der Hof keine Aufenthaltsqualität biete und die Gebäude dort zum Teil sanierungsbedürftig seien. Eine Weiterentwicklung sei durchaus sinnvoll, aber nicht mit einem Ärztehaus an dieser Stelle.

Den Plänen Rosentritts konnte Thomas Rank (CSU) am meisten abgewinnen. "Diametral anders" als Graumann gab es von ihm Unterstützung für das Bauprojekt. Eine andere Richtung vertrat Astrid Glos (SPD), die sich eher eine "innerstädtische Oase" mit viel Grün im Innenhof wünschte.

Rosentritt: Storg wäre nicht geeignet

Viele andere Räte würden zwar gern ein Ärztehaus verwirklicht sehen, taten sich aber mit dem Standort schwer. Andreas Moser (CSU) fragte Rosentritt nach einer solchen Möglichkeit im ehemaligen Kaufhaus Storg, das dem Investor gehört. Der verneinte: Stellplätze seien das A und O. Er bekomme deshalb keine gewerbliche Nutzung mehr in die oberen Kaufhaus-Stockwerke. Rosentritt will sie nun zu Wohnungen umbauen.

Auf ein entstehendes Ärztehaus in der Siedlung verwiesen die Grünen. Das wäre für sie der bessere Standort. Am Ende spiegelte das Abstimmungsergebnis das Pro und Contra der Diskussion wider: Rosentritts Plan wurde mit 17:13 abgelehnt.