Bauen boomt und viele wollen mitmachen. Das gilt auch für Gnodstadt, den Marktbreiter Stadtteil, in dem es keine städtischen Baugrundstücke mehr zu kaufen gibt. Gleich zwei Bauvoranfragen für Einfamilienwohnhäuser lagen am Montagabend dem Bauausschuss vor – beide wurden negativ beschieden.

Beide liegen im Außenbereich und beide können keine Privilegierung nachweisen. Damit stehen die Chancen für eine Bebauung der Grundstücke erst einmal schlecht. Eine Voranfrage in der Nähe der Wassergasse wurde bereits vor gut einem Jahr im Ausschuss behandelt und abgelehnt. Die Gründe waren die mangelnde Privilegierung und die Ausweisung des Grundstücks im Flächennutzungsplan als landwirtschaftliche Fläche. Jetzt verweisen die Bauwerber auf einen ähnlichen und positiv beschiedenen Fall in Kitzingen und das neue Baulandmobilisierungsgesetzt.

Aber auch hier sind die Aussagen der Verwaltung klar: Entscheidungen in Kitzingen haben keinen Einfluss auf Marktbreit. Und selbst wenn das neue Gesetz angewendet werden sollte, dann müsste der Flächennutzungsplan geädert und ein Bebauungsplan erstellt werden. Dafür und auch für die Erschließung eines Grundstückes müsste die Stadt die Kosten übernehmen. Die Verfahren würden einige Jahre dauern, so machte Bürgermeister Harald Kopp deutlich, und es bräuchte einen Vertrag, nachdem die Stadt das Grundstück erwerben könne, wenn dann doch nicht gebaut werde.

Abwägung der Bauanfragen

Leichter zu befürworten, zumindest für den Bürgermeister, wäre ein zweiter Fall in Gnodstadt, da hier das Grundstück direkt an die Bebauung grenzt und im Flächennutzungsplan als "Mischgebiet Dorf" ausgewiesen ist. Die Kosten für die Erschließung müssten aber vom Bauwerber getragen werden. Aber auch hier kam die Ablehnung nach dem Hinweis von Manfred Krauß, dass der Grund viel zu nahe an einem bestehenden landwirtschaftlichen Betrieb liege und die Nachbargrundstücke mit Scheunen bebaut seien. Der Meinung von Krauß, "Wir tun uns nichts Gutes dabei", schlossen sich die anderen Bauausschussmitglieder an.

Allerdings wurde dabei eine grundsätzliche Diskussion über bebaubare Flächen in Gnodstadt angestoßen. Klar: Auch dort gelte Innenentwicklung vor Neubau am Rand; somit sollte also Verdichtungen im Innenbereich Vorrang haben. Aber, und da waren sich die Mitglieder im Ausschuss einig: Einige neue Baugrundstücke in Gnodstadt wären gut. Dazu müssten die Flächen allerdings in städtischem Besitz sein. Bürgermeister Kopp wird das in einer der nächsten Stadtratssitzungen vorschlagen.

Weil das Vorhaben privilegiert ist und einen Verbindungsgang an das bestehende Wohnhaus bekommt, konnten die Räte eine weitere Bauvoranfrage für ein Einfamilienwohnhaus im Außenbereich in Gnodstadt befürworten.

Weil es eine Befreiung von der Gestaltungssatzung benötigt, musste das Bauvorhaben von Ratsmitglied Alexander Mader in Gnodstadt in den Ausschuss, wo Mader es persönlich vorstellen durfte. Auch wenn eine Stellungnahme des Städteplaners nicht vorlag, was nach Aussage des Bürgermeisters nicht nötig war, stimmten die Räte zu.

Der Wohnmobilstellplatz in Marktbreit soll um zwölf Stellplätze erweitert werden. Dafür lagen nun die Genehmigungsunterlagen vor, denen der Ausschuss zustimmte.