Weil der Markt Schwarzach in diesem Jahr keine neuen Kredite für Investitionen aufnimmt, liegt die Pro-Kopf-Verschuldung weiter weit unter dem Landesdurchschnitt. Schwarzachs Einwohner haben zurzeit Verbindlichkeiten in Höhe von 484 Euro. Diese sinken bis zum Jahresende sogar noch um weitere 54 Euro. Zum Vergleich: Der Landesdurchschnitt liegt bei 703 Euro.

Der Gesamtschuldenstand des Marktes beläuft sich nach den Berechnungen von Kämmerer Roland Kraus zum Jahresende auf 1,5 Millionen Euro. Am Dienstagabend verabschiedete der Marktgemeinderat den Haushalt 2015 mit einem Gesamtvolumen von 8,8 Millionen Euro. Der Verwaltungshaushalt verschlingt sieben Millionen Euro. 1,8 Millionen Euro werden im Vermögenshaushalt für Investitionen ausgegeben. Für die geplanten Hoch- und Tiefbauarbeiten kann Schwarzach auf Haushaltsreste aus dem Vorjahr in stolzer Höhe von zwei Millionen Euro zurückgreifen.

Die Baustellen 2015

Schwarzachs Einnahmesituation gestaltet sich laut Bürgermeister Volker Schmitt (Freie Christliche Wählergemeinschaft, FCW) sehr erfreulich dank einer Verbesserung der Einkommensteuereinnahmen, der positiven Entwicklung bei der Gewerbesteuer und der Senkung der Kreisumlage. Trotz der positiven Prognosen sieht das Gemeindeoberhaupt keinen Grund zur Euphorie. Bis 2018 sollen weitere finanzträchtige Projekte angestoßen werden wie der Breitband-Ausbau oder die Dorferneuerung in Düllstadt. „Wir müssen mit unseren finanziellen Mitteln weiter sinnvoll wirtschaften“, appellierte Schmitt an seine Ratskollegen.

Die dicksten Investitionsbrocken sind der neue Stadtpark mit Würzburger Tor in Stadtschwarzach und die Fußgängerbrücke in Münsterschwarzach (je 320 000 Euro). Weitere kostenintensive Posten sind die Neugestaltung des Platzes vor dem Torhaus der Abtei Münsterschwarzach (270 000 Euro), die Sanierung der Abwasserkanäle (245 000 Euro), der Bau des Geh- und Radwegs entlang der B 22 zwischen Stadtschwarzach und Düllstadt (150 000 Euro) sowie die Arbeiten in der Kirche in Hörblach und am Kirchturm in Stadtschwarzach (145 000 Euro). 100 000 Euro werden in den Hochwasserschutz gesteckt. In Zusammenarbeit mit den Dorfschätze-Gemeinden werden an den Bächen neue Retentionsflächen geschaffen.

Die Haushaltsberatungen verliefen zügig. Christine Keppner-Siegert (CSU) stellte vier Anträge. Ihre Forderung, für die Spielplätze statt 5000 nun 30000 Euro in den Haushalt einzustellen, wurde einstimmig befürwortet. Der zweite CSU-Vorstoß, Übungsleiterzuschüsse für alle Sportvereine zu erhöhen (von 2800 auf 5000 Euro) erlitt mit 7:9 Stimmen Schiffbruch. Um die Mehrausgaben für die neuen Hundetoiletten zu decken, wollte die CSU Vorschläge aus der Verwaltung und eventuell eine Erhöhung der Hundesteuer. Keppner-Siegert zog diesen CSU-Antrag nach kontroverser Diskussion zurück. Zurückgestellt wurde der CSU-Wunsch, den zentralen Platz und den Mittelweg im Friedhof in Stadtschwarzach neu zu gestalten. Ein baldiger Ortstermin soll klären, ob auf der letzten Ruhestätte Bedarf besteht. Im Haushalt wurden dafür vorsorglich 20 000 Euro eingestellt.

Weitere Punkte aus dem Gemeinderat:

• Die Deutsche Telekom baut noch in diesem Jahr ihr Breitbandnetz in Schwarzach für VDSL (bis 50 Mbit/sek im Download) aus. Der Gemeinderat stimmte den geplanten Standorten für die notwendigen Multifunktionsgehäuse und die Verlegung der Glasfaserleitungen zu. Der Ausbau erfolgt flächendeckend mit Ausnahme von Düllstadt, Teilen von Gerlachshausen sowie der Gewerbegebiete Industriestraße und Gewerbering in Stadtschwarzach. Diese Bereiche sollen im staatlichen Förderprogramm ausgebaut werden.

• Die Hausmeisterwohnung in der Grundschule Schwarzacher Becken wird für Zwecke der Mittagsbetreuung an der Schule provisorisch umgebaut. Im September soll die Wohnung fertig sein. Eine endgültige Lösung soll nach der Schulsanierung in ein paar Jahren erfolgen.

• Wegen Erschließungsarbeiten im neuen Baugebiet in Hörblach wird die Großlangheimer Straße in der Zeit vom 16. März bis zum 17. April komplett gesperrt. Die Umleitung erfolgt weiträumig über Großlangheim und Kitzingen.

• Für das neue Baugebiet Gerlachshausen Süd-West entlang der Schweinfurter Straße hat der Gemeinderat den Auftrag für die Baugrunduntersuchungen und ein Bodengutachten vergeben. Die Arbeiten erledigt die Firma Roos Geo Consult aus Kitzingen für 4900 Euro.

• Die Firma N-Ergie GmbH aus Nürnberg verlegt ein Niederspannungskabel einschließlich der Hausanschlüsse in die Kleingartenanlage in Gerlachshausen. Der Gemeinderat stimmte der Trasse zu, zumal die Kleingartenanlage als späteres Baugebiet vorgesehen ist.