Das Kitzinger Stadtmuseum in der Landwehrstraße wird von September 2018 bis Ende Januar 2019 für die Öffentlichkeit geschlossen – vorübergebend.

Das hat der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung auf Empfehlung des Rechnungsprüfungsausschusses mit 24 zu drei Stimmen beschlossen. Vorausgegangen war eine intensive Diskussion und die Anhörung von Leiterin Stephanie Falkenstein.

Neues Konzept erarbeiten

Bis zum Jahresende soll Falkenstein mit Fachstellen des Bezirkes ein neues Konzept erarbeiten und zur Entscheidung vorlegen. Die betonte allerdings in der Sitzung, dass weder die vorübergehende Schließung noch die Neukonzeption mit ihr abgestimmt sei. Falkenstein forderte, dass eine solche Entscheidung „von Fachleuten vorgenommen werden sollte, die mit den Abläufen eines Museums vertraut sind“ und empfahl den Räten, „keinen Alleingang“ zu unternehmen.

Fördergelder gefährdet

Zugleich warnte sie bei einer Schließung vor möglichen Regressforderungen der Zuschussgeber. Die Gefahr sah Stadtkämmerin Monika Erdel allerdings nicht und Oberbürgermeister Siegfried Müller forderte Falkenstein in dem Zusammenhang auf, keine Behauptungen aufzustellen.

Wohin soll es gehen

Falkenstein wollte wissen, „in welche Richtung der Stadtrat das Museum entwickeln möchte“, stellte aber zugleich fest: „Im Moment bin ich hier die einzige Fachfrau für Museen.“ Für sie sei das Stadtmuseum nicht zur Unterhaltung gedacht, sondern verfolge einen „pädagogisch orientierten Bildungsansatz“.

Mehr Leute ins Museum

Stefan Güntner (CSU) formulierten ein gegensätzliches Ziel: „Ich will, dass mehr Leute ins Museum gehen. Die breite Masse verirrt sich momentan nicht gerade dorthin.“

Die Diskussion zu stoppen, versuchte Andreas Moser (CSU): „Es wurde gesagt, es gehe um die Sache. Aber wenn wir jetzt abstimmen, dann befürchte ich, dass es um weitaus mehr geht.“ Auch Elvira Kahnt (SPD) stellte einen „ziemlich verfahrenen Karren“ fest und schlug eine Sondersitzung vor. Dem widersprach Müller: „Dabei kommt auch nichts anderes raus.“

Schließung als Chance

Die vorübergehende Schließung bezeichnete Astrid Glos (SPD) als „Möglichkeit, einige Dinge zu regeln“ und wandte sich vermittelnd an Falkenstein: „Sehen Sie es bitte positiv, dass wir Ihnen den nötigen Freiraum dazu geben wollen.“ Auch Uwe Pfeiffle (FW) bemühte sich um Konsens: „Es ist eine positive Maßnahme, daher verstehe ich die Diskussion nicht.“

Zu Studienzwecken offen

Die wurde auf Antrag Manuel Müllers (UsW) beendet. Nach der Entscheidung betonte Pressesprecherin Claudia Biebl, dass die Stadt nicht über eine gänzliche Schließung ihres Museums oder gar eine personelle Neubesetzung der Museumsleitung nachdenke. Die Schließung sei nur vorübergehend und eine Fortführung ab Februar 2019 gewünscht. „Schüler und Studenten erhalten für ihre Forschungs- und Studienzwecke weiterhin Zugang zum Museum“, erklärte Biebl.