Im nächsten Jahr beginnt die Evangelische Kirchengemeinde mit der Innen- und Außensanierung der St. Johanniskirche. Mit im Boot ist auch die Stadt, denn der Kirchturm ist städtisches Eigentum.

Wer die Sanierung der Obernbreiter Kirche St. Burkard mitverfolgt hat, wird Gemeinsamkeiten erkennen. Da ist zum einen die gleiche Jahreszahl der Bauzeit, nämlich 1732. Zum anderen der kirchliche Baumeister: Karl Friedrich von Zocha aus Ansbach. Auch der engste Mitarbeiter Zochas, Johan David Steingruber, dürfte bei beiden Kirchenbauten der Mann vor Ort gewesen sein.

In Obernbreit hatte der Neubau schon von Anfang an statische Probleme. Die Dachkonstruktion begann nachzugeben und drückte auf die Außenwände. Die Sanierungsarbeiten in Obernbreit sind dem Mainbernheimer Architekten Martin Zeltner bekannt. Wie in Obernbreit ist hier auch das Ingenieurbüro ALS dabei. Bei der St. Johanniskirche seien die Schäden nicht so stark ausgeprägt wie in Obernbreit, erklärt Martin Zeltner. Vielleicht hätten die Baumeister hier versucht, Fehler, wie in Obernbreit gemacht, zu vermeiden. Vielleicht habe auch der Turm einiges abgefangen.

Zeltner zeigte dem Stadtrat Schadbilder vom Treppenaufgang bis zur goldenen Kugel auf dem Dach des Turms sowie vom Kirchengebäude. Diese belegten den Handlungsbedarf. Morsches Holz war ebenso zu sehen wie lockere Schieferplatten und aufgefrorene Ziegel sowie aus der ursprünglichen Lage herausgesprungene Hölzer.

Die Kosten für die Sanierung des Kirchengebäudes sollen etwa 852 000 Euro betragen. Die Sanierung des Turms ist mit ungefähr 356 000 Euro veranschlagt.