Nie hektisch, sondern ruhig und besonnen, durchdacht und immer freundlich: Zeit seines Lebens konnte Alfons Fleischmann nichts aus der Ruhe bringen. Bereits am 2. Dezember starb der Stadelschwarzacher Schreinermeister unerwartet im Alter von nur 61 Jahren auf einer Baustelle bei der Arbeit.

Alfons Fleischmann, der in Stadelschwarzach eigentlich nur als "Jim" bekannt war, wurde am 24. Juli 1959 als vierter Sohn der Eheleute Aurelia und Erwin Fleischmann geboren. Zusammen mit seinen drei älteren Brüdern Edgar, Günter und Norbert wuchs er in Stadelschwarzach auf. Seinen Geschwistern ist auch der Spitzname Jim zu verdanken.

Theaterspielen war seine Leidenschaft

Nach seiner Ausbildung zum Schreiner bei der Prichsenstädter Schreinerei Strobl hat er sich in München zum Betriebswirt im Handwerk weitergebildet. Nach einigen Jahren bei einer Wiesentheider Firma für Trockenbau hat er sich 1996 den Traum von der eigenen Schreinerei in Stadelschwarzach verwirklicht. Von da an war er der Haus-und-Hof-Schreiner für Stadelschwarzach und Umgebung, mit Lösungen für jedes Problem rund um das Thema Holz. "Geht nicht" gab es bei Schreinermeister Jim nicht.

Neben seinem Beruf hatte Alfons Fleischmann zwei große Leidenschaften. Bei der Stadelschwarzacher Feuerwehr engagierte er sich über drei Jahrzehnte im Vorstand. 1990 begann er als Beisitzer, sechs Jahre später wurde er stellvertretender Vorsitzender und von 2002 bis 2020 stand er als Vorsitzender an der Spitze des Vereins. Erst im Oktober dieses Jahres gab er nach 18 Jahren den Vorsitz ab und wurde für sein großes, ehrenamtliches Engagement vom Verein und der Stadt Prichsenstadt ausgezeichnet.

Sein größtes Talent war auch sein größtes Hobby: das Theaterspielen mit der Laienschauspielgruppe Stadelschwarzach. Ein "Jim" Fleischmann auf der Bühne war einfach unverwechselbar komisch und höchst amüsant. Seine Gestik, seine Mimik und seine Artikulation waren einmalig. Ab 1978 stand er unzählige Male auf der Bühne. Bei dieser Leidenschaft hatte sich Alfons Fleischmann auch in "seine Rosi", geb. Virnekäs, verliebt, sowohl im Theaterstück auf der Bühne als auch im wirklichen Leben. 2000 spielten sie in dem Stück "Die Pferdekur" ein Ehepaar, am 13. Oktober 2001, läuteten auch im echten Leben in der Stadelschwarzacher St. Bartholomäuskirche die Hochzeitsglocken. Ein Jahr später kam Tochter Clara auf die Welt.