Für Claudiu Bozesan wird es die Premiere sein. Seit Jahresanfang ist der 54-Jährige nun Trainer des TSV Abtswind, schon der dritte in dieser Saison nach den Entlassungen von Marco Schindler im Oktober und Uwe Neunsinger im November. Aber auch neun Monate nach Dienstantritt wartet der Rumäne noch auf seinen Einstand mit Abtswind in einem Pflichtspiel. Jetzt also soll es so weit sein, an diesem Samstag geht es zu Hause gegen die DJK Ammerthal, den Tabellenfünften, eine "große Aufgabe", wie Bozesan sagt, und Auftakt eines "schweren Restprogramms". In zehn Spielen hat der Trainer, haben die Abtswinder Gelegenheit, die unterbrochene Saison noch zum Guten zu wenden und in der Tabelle zumindest einen Platz nach oben zu springen - über den Strich in die Nichtabstiegszone.

Wie soll das gelingen mit einer Mannschaft, die nur noch wenig mit der des vergangenen Herbstes zu tun hat? Eine komplette Elf hat der Klub verloren, nur sieben neue Spieler gewonnen. Das ist schon quantitativ ein Verlust, mehr aber noch qualitativ. "Zwangsweise Runderneuerung" nennt der Verein diese Rochade selbst. "In unserer Tabellensituation war es nicht einfach, neue Spieler zu finden", sagt der Trainer. Auf den Schlussbogen der Saison biegt Bozesan also mit einem Team, das nicht eingespielt ist und sich erst aneinander gewöhnen muss. "Natürlich", sagt er, "werden wir noch Zeit brauchen." Dazu kommt, dass Andreas Bauer und Markus Korene, zwei der Neulinge, die laut Trainer "richtig eingeschlagen" haben, gerade verletzt sind und am Samstag wohl fehlen werden.

Testspiele als Lichtblicke

Weil der Rumäne aber nach eigenen Angaben "ein positiv denkender Mensch" ist, glaubt er, seine Mission zum Erfolg führen zu können. Lichtblicke und positive Ansätze gibt es ja, etwa das 5:0 im jüngsten Testspiel gegen den Landesligisten TSV Unterpleichfeld. Bozesan will das Ergebnis "nicht überbewerten", weil sein Team trotz allem viele Chancen ausgelassen habe. Auch das 0:2 gegen Regionalligist TSV Aubstadt könne sich sehen lassen. Mit viel Ballbesitz und schnellem Umschaltem, jenem System, das Bozesan bevorzugt, habe man viele und gute Chancen generiert. Aber auch hier galt: Vor dem Tor muss die Mannschaft kaltschnäuziger werden, um erfolgreich zu sein. Das Hinspiel in Ammerthal hat Abtswind im August 2019 mit 1:3 verloren.