Nach fünf Jahren nimmt die FG Marktbreit-Martinsheim wieder an einer Relegation teil. 2011 bestritt sie als Kreisligist die Saisonverlängerung erfolgreich und stieg in die Bezirksliga auf, die seitdem zur sportlichen Heimat der ersten Mannschaft geworden ist.

Damals als Spielertrainer, heute als Abteilungsleiter und einer der erfahrensten Spieler seiner Mannschaft ist Joachim Hupp in erster Reihe dabei. „Der Aufstieg durch das Tor von Lorenz Reichherzer in der Nachspielzeit war sehr bewegend für den gesamten Verein“, weiß Spielertrainer Tobias Jäger um den bedeutenden Moment, der sich vor 900 Zuschauern auf dem Erlenbacher Sportgelände zutrug. Auch der 35-Jährige stand als Spieler mit dem Würzburger FV bereits in einer Relegation, damals um den Verbleib in der Bayernliga. Diese Erfahrungen möchten Hupp und Jäger an ihre Mitspieler weitergeben und bei ihnen Begehrlichkeiten wecken: „Wir versuchen ihnen zu berichten, was man alles dafür tun muss, um wieder einen so ausgewöhnlichen Moment erleben zu dürfen. Wir würden den Erfolg von damals gerne toppen“, sagt er vor dem ersten Treffen am Donnerstag, 26. Mai (16 Uhr), in Marktbreit

Die Niederlage am letzten Spieltag gegen das bereits zuvor als Meister feststehende Röllbach sei zwar „nicht die beste Vorbereitung“ gewesen, räumt Jäger ein, doch habe er personell den einen oder anderen zuletzt angeschlagenen Spieler geschont, um im Hinspiel am Donnerstag aus dem Vollen schöpfen zu können. „Es ist uns nicht gelungen, in diesem Spiel ein letztes positives Signal zu setzen. Aber wir wissen, was wir die gesamte Saison über geleistet haben“, bezieht sich Jäger nicht nur auf die vorherige Serie von neun ungeschlagenen Spielen, sondern ebenso „auf die Art und Weise, wie wir Fußball spielen“.

Die erste Runde der zweistufigen Relegation um den Aufstieg oder Verbleib in der Landesliga gegen den TuS Feuchtwagen als Tabellen-16. der Südwest-Staffel werde aber nicht nur mit spielerischen Komponenten entschieden. „In solchen Spielen geht es nicht um die schöneren Spielzüge. Wir müssen vor allem unseren Willen und unsere Emotionen noch einmal bündeln, um uns letztlich durchsetzen zu können.

“ Natürlich habe er sich über den Gegner informiert, doch sieht er die physische und psychische Vorbereitung seiner Mannschaft als wichtiger an. „Wir wollen in unsere Stärken in den Vordergrund stellen. Wir vertrauen auf unser Können und wollen es im richtigen Moment abrufen.“

Dass die Marktbreiter dabei am Donnerstag zuerst zu Hause spielen und am Sonntag zum entscheidenden Rückspiel auswärts antreten müssen, möchte er nicht als Nachteil sehen. Entscheidender könnte die Ausgangslage sein, die beide Konkurrenten mit in die beiden Begegnungen nehmen. „Jeder Sportler spielt lieber um einen Aufstieg. Das Empfinden und die Emotionen sind dabei ganz anders, als wenn man gegen den Abstieg spielen muss“, weiß Jäger und möchte den Seinen eine positive Stimmung vermitteln: „Wir sehen uns überhaupt nicht unter Druck. Sportlich haben wir die Qualifikation für die Relegation erreicht und nehmen die Aufgabe sehr gerne an, aber ein Aufstieg ist kein Muss.“

Überraschend wechselte Feuchtwagen, das drei seiner letzten sieben Spiele gewann, vor dem Saisonabschluss den Trainer und trennte sich aufgrund unterschiedlicher Auffassungen über die weitere Ausrichtung der Zusammenarbeit vom bisherigen Amtsinhaber Thomas Ackermann. Das sportliche Abschneiden sei aber nicht der Grund für die Trennung gewesen, zumal der Gang in die Relegation für die Mittelfranken zu diesem Zeitpunkt schon feststand. Als Interimstrainerduo betreuen der bisherige Co-Trainer Harry Bessler und Team-Manager Stefan Lassnig die Mannschaft in der Relegation.