Als Kapitän des Tischtennis-Bayernligisten TV Etwashausen hat Christoph Sasse seiner Crew auch in dieser Saison einen anspruchsvollen Kurs verordnet. Der 23-Jährige ist fest entschlossen, mit seiner Mannschaft den Hafen der Oberliga zu erreichen, wenn es nichts anders geht über den Umweg der Relegation. Jetzt – nach dem 9:3-Sieg gegen Eschau – geht es erst einmal in die Weihnachtspause, erstaunlich früh dieses Jahr, wie auch Sasse findet.

Frage: Wir haben noch nicht mal den ersten Advent, und der TV Etwashausen ist schon mit der Vorrunde fertig. Ungewöhnlich, oder?

Christoph Sasse: Ja, das auf jeden Fall.

In welcher Stimmung sind Sie und Ihre Kollegen denn am Samstag auseinander gegangen?

Sasse: Nach unserem Heimsieg über Eschau natürlich in einer guten. Wir können mit der Hinrunde zufrieden sein.

„Dass es im Februar gleich wieder mitten in den Wettkampf geht, finde ich gut.“
Christoph Sasse, Kapitän des TV Etwashausen

Wie wird die Mannschaft die Zeit überbrücken? Das nächste Pflichtspiel ist am 3. Februar.

Sasse: Wir werden jetzt alle erst einmal ein, zwei Wochen Pause machen. Es war ja doch ein großes Pensum, jedes Wochenende ein Spiel. Und nach dieser Pause werden wir uns dann auf die Rückrunde vorbereiten – mit drei Trainingseinheiten in der Woche wie bisher.

Sie werden über die Feiertage also in Bewegung bleiben?

Sasse: Davon dürfen Sie getrost ausgehen.

Der TVE bestreitet sein erstes Rückrundenspiel gleich in Bad Königshofen, den härtesten Rivalen im Titelkampf. Ist es nicht schwierig, von null auf hundert zu kommen?

Sasse: Nein, ich glaube, das ist nicht so schlecht für uns. Bad Königshofen kann über seine Aufstellung sowieso das Ding für sich entscheiden. Dass es im Februar gleich wieder mitten in den Wettkampf hineingeht, finde ich gut. Wir sind hochmotiviert, haben nichts zu verlieren, anders als die Bad Königshöfer, von denen ja jeder den Sieg erwartet.

Sie müssen sofort wieder in diesen Wettkampfmodus kommen, der im Training schwer zu simulieren ist.

Sasse: Ja, aber das war für uns noch nie wirklich ein Problem. Das kriegen wir jedes Mal ziemlich gut hin. Motivation und Kampfgeist haben wir ja. Und darauf kommt es an in so einem Spiel. Die Wettkampfhärte wird uns nicht fehlen.

Hat die Hinrunde Ihren Erwartungsrahmen erfüllt?

Sasse: Definitiv. Die Bayernliga ist in dieser Saison extrem stark. Dass man da mit drei Minuspunkten als Zweitplatzierter aus der Vorrunde geht, ist so schlecht nicht. Gut, die Niederlage gegen Bad Königshofen war so nicht einkalkuliert, aber auch schwierig abzuwenden.

Da war noch das Unentschieden gegen Tiefenlauter.

Sasse: Tiefenlauter haben wir in der Rückrunde noch zu Hause. Das ist zu korrigieren.

Dieser zerklüftete Spielplan war die vergangenen Jahre der Tatsache geschuldet, dass Bastian Herbert oft auf Lehrgängen und Turnieren unterwegs war. Das ist er nun nicht mehr, weil er den Förderkader des Bayerischen Tischtennis-Verbandes von sich aus verlassen hat. Fehlt ihm da die Routine?

Sasse: Für die Mannschaft ist es definitiv ein Vorteil. Wir stecken alle im Beruf oder im Studium, und vor diesem Hintergrund war es schon leicht problematisch, unsere Termine nach seinen Einsätzen zu legen.

Da fielen Termine zum Teil auf die Klausuren-Phase. Für Basti selbst ist es vom Training her jetzt natürlich komplett anders. Man hat auch gesehen, dass es ein Weilchen gedauert hat, bis er sich darauf eingestellt hatte. Aber mittlerweile ist er wieder im Rhythmus. Die vergangenen Spiele liefen für ihn ja sehr gut.

Beim Heimspiel gegen Eschau hat Andreas Bibak seine Premiere in der Mannschaft gegeben. Zeigt sich da Etwashausens Reservoir an Talenten – dass man einfach mal einen Jüngling hochzieht in die Bayernliga?

Sasse: Ja. Wir haben im Grunde drei Optionen mit Markus Sendner, Andreas Bibak und Timo Philipp. Markus musste am Samstag lernen, deswegen konnte er nicht mitspielen. Timo hat unter den Jungs vielleicht das größte Potenzial, ist aber noch ein bisschen zu jung. Er braucht noch ein bis zwei Jahre. Wir von der Bayernliga-Mannschaft trainieren die Jungs einmal die Woche jeweils einzeln. Da wird einiges getan. Andererseits ist es wichtig, zu sehen, dass von unten neue Leute nachkommen.

Die Statistik des Spiels

Tischtennis: Bayernliga Männer TV Etwashausen – TSV Eintracht Eschau 9:3 (30:13 Sätze)

Michalik/Jung – Schattney/Günther 3:1 (8:11, 11:2, 13:11, 11:6)

Herbert/Günzel – Brandenburg/K. Spielmann 2:3 (6:11, 9:11, 11:9, 11:7, 13:15)

Sasse/Botos – Sauer/C. Spielmann 1:3 (12:10, 8:11, 8:11, 9:11)

Kamil Michalik – Kevin Spielmann 3:0 (11:5, 12:10, 13:11)

Bastian Herbert – Brandenburg 3:2 (11:7, 11:13, 11:13, 11:8, 11:8)

Felix Günzel – Sauer 3:0 (11:5, 11:5, 11:5)

Christoph Sasse – Schattney 3:1 (12:10, 9:11, 11:8, 11:7)

Jens Jung – Günther 3:0 (11:7, 11:3, 11:3)

Andreas Bibak – Christopher Spielmann 0:3 (4:11, 9:11, 11:13)

Kamil Michalik – Brandenburg 3:0 (11:6, 11:2, 11:3)

Bastian Herbert – Kevin Spielmann 3:0 (13:11, 11:6, 11:8)

Felix Günzel – Schattney 3:0 (11:2, 12:10, 12:10)