Mit seinen 23 Jahren ist Markus Weckert für einen Spielertrainer recht jung. Im April vergangenen Jahres übernahm der Stadtschwarzacher das Zepter bei seinem Heimatverein, dem FV Schwarzenau-Stadtschwarzach, damals gemeinsam mit Angreifer Nihad Celic. „Es ergab sich relativ schnell. Der Verein hat uns das zugetraut“, schaut Weckert zurück.

Mittlerweile hat er alleine die Verantwortung. Der aus Bosnien stammende Celic, der seit 2012 am Main seine Tore schießt, ist nur noch Spieler. Aus beruflichen wie auch privaten Gründen habe der Angreifer auf den halben Trainerjob verzichtet, so Weckert. Für sich selbst sieht er in der Doppelfunktion als Spieler und Trainer „eine gute Erfahrung, um mich weiter zu entwickeln und Verantwortung zu übernehmen.“

Ob er auch über die Runde hinaus das sportliche Sagen haben wird, steht noch nicht fest. Der Verein halte derzeit Augen und Ohren offen, um wieder einmal einen der auswärts kickenden Schwarzacher zurück zu holen. Ein Wunsch, den die Fußballvereinigung immer wieder hegt.

In der Sache gibt sich Weckert loyal. Er würde weitermachen, jedoch würde er auch zurückstecken, „wenn einer kommt, der die Mannschaft noch einmal weiter bringt. Da habe ich kein Problem.“ Die Frage, wer alles in der Verlosung sei, will und kann er nicht beantworten. Wolfgang Schneider, ein Schwarzacher und Vorsitzender des SV Stadtschwarzach, der im Juni bei Bayern Kitzingen als Trainer aufhört, wäre für Weckert „natürlich ein Traum“.

Derzeit beschäftigt den Elektriker, der zur Zeit eine Weiterbildung zum Techniker absolviert, sportlich der Kampf um den Klassenerhalt. Das ist nichts Neues in Schwarzach. Seit dem Aufstieg 2010 sei das jedes Jahr so gewesen. Drin geblieben ist die Fußball-Gemeinschaft seither immer. Am Sonntag steht für den Tabellenelften (23 Punkte) mit dem Heimspiel gegen Markt Einersheim (16., 15) eine wichtige Partie an, um weiterhin für die Kreisklasse planen zu können, meint Weckert. „Wenn wir nicht erkennen, um was es geht, dann sind wir in der Liga verkehrt“, redet er Klartext.

Aus seinem relativ kleinen Spielerkader hat sich auch noch Torhüter Fabian Düll für längere Zeit verabschiedet. Im letzten Spiel vor der Winterpause gegen den SV Willanzheim zog er sich durch ein Foulspiel in der Nachspielzeit einen Kreuzbandriss zu. Die Fortsetzung der Laufbahn ist fraglich. „Das trifft uns schwer, er fehlt uns auch als Typ“, hadert Weckert. Zum Glück hat er mit Michael Butz einen guten zweiten Mann.

Einen Lichtblick gab es in der Weihnachtszeit, denn mit Christian Unger stieß ein neuer Kicker zum FV, der zuvor beim oberfränkischen FC Trogen aktiv war. „Ein Allrounder, er kann alle Positionen spielen. Er wird uns sicher weiter helfen“, ist Weckert froh. Unger ist mit 21 Jahren noch recht jung, wie ein Großteil der Mannschaft. „Uns fehlt ein Führungsspieler, das wäre nicht verkehrt“, bekennt der Spielertrainer. Er kann diesmal auch wieder auf die zuletzt fehlenden Michael Philipp und Dominik Laudenbach zurück greifen.

Wie es weitergeht in Schwarzenau, gelte es abzuwarten. Kurzfristig stehen nun die wichtigen Begegnungen gegen die Mitkonkurrenten auf dem Plan. Mittelfristig sieht Markus Weckert erst einmal die Kreisklasse als sportliche Heimat, nachdem sich die einst geschmiedeten Visionen des Klubs mit Trainer Jan Hinrichs zerschlagen haben. „Man muss realistisch bleiben. Unser Kader besteht fast nur aus Schwarzachern, da ist die Kreisklasse ganz gut.“ Wie es aussieht, wird in dieser Liga künftig auch Lokalrivale Münsterschwarzach spielen. An eine gemeinsame Sache der drei Klubs mag Weckert in nächster Zukunft jedoch nicht glauben.