Alles neu macht angeblich der Mai. Bei den Faustballern des TV Segnitz ist zwar nicht alles neu, aber personell hat es Umwälzungen gegeben. Deswegen muss sich die Mannschaft erst noch einspielen und hat noch nicht die wirkliche Standortbestimmung im Hinblick auf die beginnende Feldrunde in der zweiten Bundesliga Süd.

Zunächst gilt es zu verkraften, dass Spielführer Florian Eger bald in die USA fliegen wird und aus beruflichen Gründen fast für die gesamte Runde ausfällt. Seine tragende Rolle in der Mannschaft soll nun ein alter Bekannter übernehmen – einer, der sich in den vergangenen Jahren mehr auf dem Rasen an der anderen Mainseite tummelte. Dominik Mathan hatte in der jüngeren Vergangenheit seine Prioritäten derart gesetzt, dass er lieber in Marktbreit dem Fußball nachjagte. Erstens hatte ihn das Kicken mehr gereizt, zweitens plagte ihn lange eine Schulterblessur. Dem Faustball hatte er deswegen zeitweise entsagt.

Dominik Mathan hat sich mittlerweile beruflich verändert, ist häufiger auswärts unterwegs und kann nicht mehr konstant trainieren. Zudem hat er seine Lust am Faustball wieder entdeckt. Mit den Fußballern schaffte er den Aufstieg in die Bezirksliga. Doch seinen größten sportlichen Erfolg feierte er im vergangenen Jahrzehnt, als er die A-Jugend-Nationalmannschaft der Faustballer zum Weltmeistertitel geführt hatte. Jetzt ist der ehemalige Leistungsträger wieder voll in seinem Element, und auch sein jüngerer Bruder Julian Mathan beendet seine zwei Jahre währende Pause und greift wieder an.

Mit den Mathan-Brüdern, Michael Kempe und Felix Gernet verfügen Trainer Christian Lauck und seine rechte Hand, Alfred Baumgart, in der Offensive über ausreichend Alternativen, um sich schlagkräftig aufzustellen. Die beiden Trainer können auf Adrian Siegler und Simon Siegler, Christian Götz und Johannes Eger in der Abwehr bauen – und ein Achter-Kader bietet schon fast paradiesische Zustände nach manchen personellen Engpässen in vergangenen Runden. Im Winter sah das noch anders aus.

„Vor Monaten hatten wir noch große Befürchtungen, überhaupt ein Team zusammenzubekommen“, sagt Lauck. Dann ging ein Ruck durch die „Ehemaligen“ und siehe da: Die Trainer haben inzwischen einen vielversprechenden Kader, auch wenn Thomas Düll wegen einer Knieverletzung allenfalls in Notfällen zur Verfügung steht und offiziell nicht zum Aufgebot gehört.

Noch ungewiss ist, wer die wichtige Zuspieler-Position ausfüllen wird. Dominik Mathan und Adrian Siegler bringen dafür die besten Voraussetzungen mit. Die Trainer werden vermutlich von Spiel zu Spiel oder auch situationsbedingt ihre Wahl treffen, zumal es davon abhängt, ob Dominik Mathan nicht noch mehr in der Angriffsspitze gebraucht wird. Christian Lauck wird bei den Auswärtsspielen eher selten dabei sein, weil sich die Spiele der Jugend oft mit denen der Männern überschneiden. Deswegen wird meist Alfred Baumgart das Team betreuen.

In Veitsbronn verbrachten die Segnitzer ein Trainingslager, und zuletzt schlugen sie sich bei drei Turnieren ordentlich. „Es sieht gut aus, aber wir müssen uns noch besser einspielen“, sagt Simon Siegler. Die Schweinfurter Truppe des TV Oberndorf als Absteiger aus der ersten Bundesliga gilt als großer Favorit für den Titel. Auch der TV Waldrennach wird nach Sieglers Einschätzung vorne mitspielen. „Wir wollen uns im gesicherten Mittelfeld bewegen“, sagt Christian Lauck über das Ziel.

Möglicherweise könnte auch mehr herausspringen, wenn die Segnitzer an diesem Samstag in Haibach gegen die Gastgeber und die Augsburger bestehen. „Wir rechnen uns dort gute Chancen aus“, sagt Christian Lauck. Eine Woche später empfangen seine Schützlinge zum Heimauftakt Waldrennach und Frammersbach. Danach wird man wissen, wohin es diese Saison geht. Mit einem Sieg über Waldrennach wäre Segnitz eine gute Rolle sicher.