Zufrieden blickte Jürgen Walter um sich. Zum ersten Mal in dieser Saison hatte Dettelbachs Trainer alle 14 Feldspieler zur Verfügung – und sein Team besiegte nach Reichenberg eine Woche zuvor auch den TSV Sulzfeld 3:1 (1:0). Dagegen hatte Sulzfelds Coach Andreas Süßmeier seine Formation nach den Eindrücken der Vorbereitung geändert. „Es haben sich andere Spieler aufgedrängt. Wir hatten in der Winterpause besprochen, dass ohne Training keiner mehr spielt. Danach hatte ich die Erwartung, dass es sich bessern würde“, sagte Süßmeier desillusioniert über die Einstellung mancher seiner Spieler. Kurzfristig mitgeteilte Urlaubspläne durchkreuzten die Aufstellung.
 

Dass er daraufhin die Abwehr umstellen musste, was anfangs zu einer unsicheren Defensive führte, war die eine Sache, „dass es vor allem schade für die Mannschaft ist, die dadurch im Stich gelassen wird“, eine andere. Dettelbach musste nicht aus dem Spiel heraus tätig werden, um noch innerhalb der Anfangsviertelstunde in Führung gehen. Nach einem Freistoß aus dem rechten Halbfeld von Michael Wagenhäuser hielt die Verteidigung den in den Fünf-Meter-Raum eingelaufenen Franz Döring nicht auf, und der ließ sich die Gelegenheit nicht entgehen, den Abschluss aus kurzer Entfernung zu suchen. „Wir verteidigen den Einwurf nicht, verursachen danach einen Freistoß und lassen den Spieler dann durchlaufen“, sagte Süßmeier über die mehrfach fehlende Aufmerksamkeit beim Gegentor.

Dettelbach hätte Mitte der ersten Halbzeit auch höher führen können, aber Sulzfelds Torhüter Fabian Weingärter rettete wenige Minuten später vor Samba Jallow, als Wagenhäuser den Ball in dessen Lauf gespielt hatte. Und Bastian Schimmer verzog nach einer Hereingabe von rechts durch Daniel Barth um wenige Zentimeter. Nach einer halben Stunde ließ bei den Gastgebern die Ordnung nach, Sulzfeld bekam größere Anteile, aber keine nennenswerten Chancen.

Das änderte sich nach Seitenwechsel. „In der zweiten Halbzeit setzten wir die Vorgaben besser um als in der ersten“, meinte Süßmeier. Ein Schuss Markus Spahns klatschte an den Pfosten. Sulzfeld betrieb fortan zwar den größeren Aufwand, aber erzielte dabei keinen Ertrag und zeigte sich bei einer Standardsituation erneut unkonzentriert. Nach einem Eckball Wagenhäusers traf Samba Jallow durch einen platzierten Kopfball zum 2:0.

Das Tor konnte allerdings nicht mehr die zu diesem Zeitpunkt bereits offensichtlichen Mängel im Dettelbacher Vortrag verdecken. „Wenn jeder aus Genugtuung und Gemütlichkeit bei einer Führung zehn Prozent weniger gibt, spielen wir insgesamt mit einem Mann weniger“, rechnete Walter die Nachlässigkeiten seiner Mannschaft vor. Sulzfeld kam zu Torchancen, Spahn und Mario Schmidt zogen aus der Distanz ab, in beiden Fällen flog das Leder noch knapp über das Gehäuse. Als Spahn aber Mitte der zweiten Hälfte einen Freistoß in die Gefahrenzone zirkelte, verlängerte Sulzfelds nach vorne gerückter Kapitän Christian Hilpert den Ball per Kopf zum Anschlusstor.

„Man verliert die Mehrzahl an Zweikämpfen, kassiert das Gegentor und wird zunehmend unsicherer. Das passiert millionenfach auf Fußballplätzen. Irgendwann muss man es doch einmal begreifen, dass man selbst bei einer Führung nicht nachlassen darf“, wunderte sich Walter über das wiederkehrende Muster bei Auftritten seiner Elf. So überwog bei ihm für einen Moment der Ärger, dass der Gegner ins Spiel zurückfand, als die Freude über den zweiten Sieg in diesem Jahr: „Eine solche Denkweise passt mir einfach nicht. Killerinstinkt ist doch nichts Anrüchiges.“

Dettelbach wankte, fiel aber nicht, denn Döring erzielte gegen die zum Schluss drängenden Sulzfelder nach einem Doppelpass mit Julian Deinlein die Entscheidung. „Jetzt werde ich mich über den Sieg freuen“, sagte Walter und blickte zufrieden.

Die Statistik zum Spiel

Dettelbach und Ortsteile – TSV Sulzfeld 3:1 (1:0)

Dettelbach: Bastian Ringelmann; Moritz Hirth, Bernd Biedermann (38. Johannes Dorsch), Franz Döring, Daniel Barth, Samba Jallow, Michael Wagenhäuser, Michael Lohr, Lukas Bock (52. Julian Deinlein), Bastian Schimmer, Simon Thomaier (75. Christian Graber).

Sulzfeld: Fabian Weingärtner; Daniel Landmann (58. Kabil Jabiri), Aboubacar Soumah, Daniel Keßler, Nicolas Howard, Christian Hilpert, Thomas Wolf, Markus Spahn (80. Bernd Hering), Daniel Hack (58. Korbinian Kiemer), Mario Schmidt, Steffen Zehnder.

Schiedsrichter: Robert Görtler (RSC Oberhaid).

Zuschauer: 110 (geschätzt).

Gelbe Karten: Graber, Döring; Zehnder, Spahn.

Tore: 1:0 Franz Döring (10.), 2:0 Samba Jallow (52.), 2.1 Christian Hilpert (66.), 3:1 Franz Döring (81.).