Wenn die Gerüchteküche brodelt, gibt es zwei Verhaltensmuster: 1. Man nimmt es für bare Münze, wie es viele Menschen tun, vor allem seit es das Internet gibt. 2. Man bleibt kritisch-distanziert. Im Fall der Etwashäuser Tischtennisspieler trifft Muster zwei zu. Gerüchte über den vermeintlichen Verzicht von Relegationsgegner TS Arzberg standen schon länger im Raum. Konkreter wurde es erst drei Tage vor dem ersten TVE-Relegationsspiel gegen Ansbach. Da war plötzlich auf der Seite des Bayerischen Tischtennisverbandes unter „Bayernliga-Relegation“ hinter dem Vereinsnamen Arzberg eindeutig „Relegationsverzicht“ zu lesen. Felix Günzel und seine Kollegen wussten also – ebenso wie die Gegner – vor ihrem ersten Samstags-Schlag gegen Ansbach, dass aus dem ersten Relegationsspiel ein Endspiel wird.

Kitzingen siegte ungefährdet und hatte – sieht man einmal vom Achillessehnenriss Torsten Küsters ab (Operation voraussichtlich am Montag) – allen Grund, um zu feiern. In der Florian-Geyer-Halle hielt der „harte TVE-Kern“ bis in die frühen Sonntags-Morgenstunden durch. Gedanken über die neue Saison hat man sich noch nicht gemacht. Durchaus vorstellbar, dass Torsten Küster in Teilen der Bayernliga-Vorrunde noch ausfällt.

Einen neuen Mann werde man eher nicht verpflichten, erklärt Felix Günzel. Wahrscheinlicher sei es, dass Radu Botos aus der zweiten Mannschaft diese Rolle übernimmt. „Platz vier bis sieben“ nennt Günzel als optimistisches Saisonziel. Dabei legt er die aktuellen Ranglistenzahlen der Konkurrenten zugrunde. Die Betonung liegt auf „aktuell“. In welcher Besetzung die Mannschaften im Herbst antreten werden, steht noch in den Sternen.

Bundesligaluft im altehrwürdigen Maininsel-Stadion in Ochsenfurt? „Das hätte doch was“, dachte sich offensichtlich Walter Meding, Bereichssportleiter des Ochsenfurter FV und wurde tätig. Im Internet hatte er entdeckt, dass die U 17-Bundesligamannschaften von Greuther Fürth und Eintracht Frankfurt wegen der Länderspielpause für Samstag, 30. April (13 Uhr), einen geografisch mittig liegenden Austragungsort für ein Testspiel gesucht haben. Wer den umtriebigen Funktionär kennt, wunder sich auch nicht, dass sie ihn auch bald gefunden hatten. Das Maininsel-Stadion in Ochsenfurt.

Blaskapelle, Bratwürste, Brötchen und Bier waren möglicherweise schon bestellt, ein Stadionsprecher vielleicht bereits organisiert, die hessische und fränkische Nationalhymne eingeübt, als die Absage kam. Fast noch schneller als die Zusage. Frankfurt brachte keine Mannschaft auf die Beine. Walter Medings ebenso trockene wie treffende Feststellung: „Ist also nicht anders als bei uns in der Kreisklasse!“

Als „Olympia des kleinen Mannes“ wird die 1913 ins Leben gerufene Sportabzeichen-Aktion gerne bezeichnet. Was als liebevolle Beschreibung zu verstehen ist, kann auch gehörig missverstanden werden. Auf der einen Seite der Gigantismus der im Vierjahres-Rhythmus im Zeichen der Ringe stattfindende Wettkampf der (teilweise gedopten) Jugend der Welt, auf der anderen der bescheidene Nachweis der körperlichen Fitness von Otto und Frieda Normalverbraucher. Aus der von Jahr zu Jahr immer beliebter werdenden Aktion ist mittlerweile – zumindest was Unterfranken betrifft – ein Sorgenkind geworden. Die Teilnehmerzahlen gehen seit Jahren zurück, wie Rudolf Kerkel, der seit 31 Jahren beim Kitzinger Stadtverband für Leibesübungen tätige Sportabzeichen-Prüfer und seit 2001 Ober-Prüfer bestätigt.

Mehrarbeit durch Verwaltungshürden und die daraus resultierende sinkende Mitarbeit-Bereitschaft von Lehrkräften an Schulen, das Verschwinden des bayerischen zugunsten des deutschen Sportabzeichen und teilweise erhöhte Leistungs-Anforderungen sieht er als Gründe.