Für die einen ist es Bayern gegen 1860 München, für andere 1. FC Nürnberg gegen Greuther Fürth oder Würzburger FV gegen Würzburger Kickers: Für die Vereine im Ochsenfurter Gau gilt der Vergleich zwischen dem SV Sonderhofen und dem FC Hopferstadt als „Mutter aller Fußball-Derbys“. Die Zuschauer strömen in Scharen – 2471 in den zurückliegenden sechs Vergleichen (Quelle BFV) – zu den Spielen der beiden Kontrahenten, die seit vielen Jahren im Jugendbereich gut zusammenarbeiten. Das Sprichwort „Geteiltes Leid ist halbes Leid und geteilte Freude doppelte Freude“ passt in diesem Fall wie die Faust aufs Auge. Vor zwei Jahren stiegen Sonderhofen und Hopferstadt gemeinsam aus der Kreisliga ab, in dieser Saison schafften beide – Sonderhofen als Meister, Hopferstadt über die Relegation – die Rückkehr. Auf dem Spielfeld sind beide Konkurrenten, ansonsten gönne aber jeder dem anderen alles. Dies bestätigen sowohl Sonderhofens Vorsitzender Jochen Müller als auch Hopferstadts Trainer Erwin Klafke. „Ich habe meinem Kollegen Uwe Göb zum Titelgewinn gratuliert, er mir zum Aufstieg“, nennt der Übungsleiter Beispiele für das gute Verhältnis.

Einen gemeinsamen Aufstiegs-Ausflug gab es trotzdem nicht. Meister Sonderhofen hat es sich auf einer Hütte in Österreich gut gehen lassen, Vizemeister Hopferstadt lässt sich dagegen von Amsterdams Atmosphäre berauschen. Ein Wochenendausflug steht demnächst auch für die Fußballer der Spielgemeinschaft Taubertal-Röttingen auf dem Programm. Als „etwas ganz Bodenständiges“ bezeichnet der scheidende Trainer Stefan Roth das Ziel. Es geht nach Willingen im Sauerland. Im Gegensatz zu seinen Kollegen aus Sonderhofen und Hopferstadt können Roth und seine Kicker aber keinen Aufstieg feiern. Dafür den Klassenerhalt in der Bezirksliga, der für den Übungsleiter einen noch höheren Stellenwert hat als die Meisterschaft vor einem Jahr. Den Ausflug hätte es aber auch im Abstiegsfall gegeben. So ein Gemeinschaftserlebnis gehört für Roth zum Saisonabschluss einfach dazu. Durch den Klassenerhalt seien er und seine Schützlinge aber extra motiviert, sich ein paar nette Tage zu gönnen. Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Redaktionsintern waren wir gespannt, wie Würzburgs Fußball-Kreisvorsitzender und -Kreisspielleiter Marco Göbet die Gruppeneinteilung seiner beiden Kreisligen lösen würde.

Aufgrund der sportlichen Entwicklung in der Punkte- und der folgenden Relegationsrunde drohten zwei Zwangsversetzungen. Die sorgen normalerweise für Unzufriedenheit bei den betroffenen Vereinen und Ärger zwischen Verbands- und Vereinsfunktionären.

Doch nichts davon ist in den Kreisligen der Fall gewesen. Im Gegenteil: Friede, Freude, Eierkuchen allenthalben. Und das kam so: Hettstadt war in der vergangenen Saison schon in der Kreisliga 2 und blieb. Problem eins dadurch gelöst. Als zweiten Verein hätte es – legt man die Fahrstrecken zugrunde – den TSV Güntersleben erwischt. Eine Auseinandersetzung mit Göbet, der etliche Jahre Jugendarbeit in diesem Verein gemacht hat, blieb aber aus, weil sich die Spielgemeinschaft Maidbronn/Gramschatz vor geraumer Zeit freiwillig angeboten hatte, im Fall des Falles den Platz in der Kreisliga 2 zu übernehmen. Damit wollten die Vereinsverantwortlichen den Gramschatzer Kickern ermöglichen, auch einmal in heimatlichen Gefilden ihrem Hobby nachgehen zu können.

Und auch eine auf den ersten Blick etwas unverständliche Entscheidung in den Kreisklassen, stellt sich bei näherer Betrachtung anders dar. Gerbrunn und Geroldshausen spielen in der Kitzinger/Ochsenfurter, Bibergau und Biebelried in der Würzburger Gruppe – weil alle Betroffenen genau das wollen!