Auf dem dritten Platz ha-ben die Volleyballer des VfL Volkach ihre zweite Spielzeit in der Bayernliga abgeschlossen. Für Trainer Raimund Wagenhäuser bot die vergangene Saison eine Berg- und Talfahrt, die aber doch ein versöhnliches Ende nahm. „Grundsätzlich haben wir mit dem dritten Platz das Maximale herausgeholt. Unser Ziel war es ja, Platz eins bis drei anzugehen“, fasst Wagenhäuser die Mitte März beendete Saison zusammen. Damit könne man angesichts der Unwägbarkeiten zufrieden sein.

Im Stillen hegte der Trainer wohl schon etwas Hoffnung, der VfL könne um den Titel mitmischen. Diese Zuversicht wurde mit dem Schwarzacher Peter Link genährt. Der Außenangreifer war zuletzt für den Zweitligaklub in Eltmann am Ball gewesen. Doch die Titelambitionen zerschlugen sich schon nach wenigen Spieltagen. Der Start ging gründlich daneben: mit zwei empfindlichen Heimniederlagen gegen Faulbach (1:3) und gegen Schwaig II (2:3). Es zeigte sich bereits in dieser Phase, dass die notwendigen Umstellungen doch nicht so schnell griffen, wie es sich Wagenhäuser erhofft hatte. „Wir haben Bru-no Wedrich von der Mittelposition auf die des Zuspielers geschickt. Das ist eine entscheidende Position beim Volleyball, und das klappte nicht von heute auf morgen.“ In der Vorbereitung ließ sich das gut an, aber in der Punkterunde sei der Druck doch ein anderer, wie die Volkacher erkennen mussten.

„Grundsätzlich haben wir das Maximale herausgeholt“
Raimund Wagenhäuser, Trainer des VfL Volkach

Hinzu kam, dass sich der weitere Zuspieler Sebastian Schraml in der Vorbereitung einen Bänderriss zugezogen hatte und deshalb kaum eingesetzt werden konnte. Kaum spielte Schraml wieder mit, riss er sich die Bänder erneut und fiel aus. Der für die Mittelposition vorgesehene Maximilian Fröhlich musste über weite Strecken der Runde wegen Knieproblemen passen. Und schließlich fehlte in Hauke Wagenhäuser ein wichtiges Teil im Volkacher Puzzle wegen eines Auslandsaufenthalts in der gesamten Vorrunde.

Die Mannschaft musste sich somit erst finden – und ließ sich auch von vier Niederlagen in Serie zum Jahresende hin nicht aus der Bahn werfen. Mit dem Januar kam auch Hauke Wagenhäuser wieder aufs Feld, was den Umschwung zum Besseren einleitete. Gegen den damaligen Dritten Memmelsdorf gelang nun ein Befreiungsschlag, es folgte mit dem überragenden 3:0-Erfolg daheim über den TSV Eibelstadt der Höhepunkt. „Das war ein nahezu perfektes Spiel für uns“, sagt Wagenhäuser beim Blick zurück im Glück.

„Ab der Rückrunde waren wir besser eingespielt“, sagt der Coach. Gute Leistungen notierte er auch bei den Auswärtsspielen in Faulbach und in Schwaig. Nichts zu erben war indes gegen den BSV Bayreuth, der als Tabellenfünfter zwei Ränge hinter dem VfL abschloss. „Gegen sie hatten wir keine Chance, die liegen uns einfach nicht. Sonst hätten wir jeden schlagen können“, sagt Wagenhäuser, der in seiner im Durchschnitt 25 Jahre alten Mannschaft nach wie vor viel Potenzial sieht.

Überhaupt blickt der Architekt des Volkacher Erfolgs sehr zuversichtlich nach vorne. Zum einen bleibt seine Mannschaft vermutlich zusammen, nur hinter Federico Koch stehe noch ein Fragezeichen. Raimund Wagenhäuser wird vermutlich ein weiteres Jährchen anhängen – „wenn die Bedingungen passen und ich entlastet werde“. Zum anderen entwickelt sich das zarte Volkacher Volleyball-Pflänzchen immer besser. Die zweite Mannschaft wurde ungeschlagen Meister in der Kreisliga und steigt nun in die Bezirksklasse auf. Zwei Jugendmannschaften sind gemeldet, und groß ist der Andrang auch im weiblichen Bereich.

Nicht nur das freut Raimund Wagenhäuser, sondern: „Dass vier ehemalige und aktuelle Spieler den Trainerschein machen. Wenn ich einmal aufhöre, geht es dort auch weiter.“ Das Fundament beim VfL Volkach ist also stabil.