Ein klein wenig klingt es dann schon wie eine Liebeserklärung, wenn Thomas Redelberger über Futsal spricht. „Das Spiel ohne Ball“, sagt der Trainer des Fußball-Bezirksligisten vor der unterfränkischen Meisterschaft an diesem Samstag in Aschaffenburg, „ist immens wichtig. Futsal kostet Kraft, verlangt einem alles ab, und die Verletzungen halten sich – anders als beim klassischen Hallenfußball – in Grenzen. Am Ende spielen wir aber immer noch Fußball. Es macht Spaß.“ Und diesen will Redelberger mit seinem Team auch jetzt beim Bezirksfinale in der ehemaligen Unterfrankenhalle haben: „Der steht klar im Vordergrund“, sagt der Trainer, der mit seinem Klub als Würzburger Kreis-Zweiter hinter dem Landesligisten TSV Karlburg ins Feld der besten Zehn eingezogen ist. „Absolut schön ist es, dass wir es wie im Vorjahr zur Bezirksmeisterschaft geschafft haben. Damals sind wir als Gruppendritter knapp am Einzug ins Halbfinale gescheitert, jetzt wollen wir es erreichen.“

Dabei rechnet sich der Trainer gute Chancen aus, „nominell haben wir die machbarere Gruppe erwischt“: Mit Ausrichter SG Strietwald (A-Klasse), Eintracht Leidersbach (Kreisliga) und dem SV Burgwallbach (Kreisklasse) bekommen es die Unterpleichfelder in der Vorrunde mit drei unterklassigen Teams zu tun, das Match gegen den SV Euerbach/Kützberg ist ein Duell der Bezirksligisten. „Bei allen Gegnern sollten wir unsere Chance haben“, sagt Redelberger, der die Topfavoriten in Landesligist Karlburg und Bayernligist Haibach sieht: „Haibach hat das Turnier in den letzten sechs Jahren fünfmal gewonnen, das sagt alles.“

Mit leicht gehobener Erwartungshaltung fahren die Vertreter des Fußballkreises Schweinfurt zur Bezirksmeisterschaft nach Aschaffenburg. Ab 13 Uhr rollt in der Frankenstolz-Arena der Ball. Während der FC Sand schon ob seiner Landesliga-Zugehörigkeit auf ein Halbfinal-Ticket schielen kann, macht Bezirksligist SV Euerbach/Kützberg die Gruppenauslosung Hoffnung.

„Mit der Auslosung hatten wir natürlich schon etwas Glück.“
Stephan Brunner Abteilungsleiter Euerbach/Kützberg

Wenn man auf diesem Niveau noch von einfacher und schwerer Gruppe reden kann, dann hat der SV Euerbach/Kützberg mit der Auslosung sicherlich Glück gehabt. Gastgeber SG Strietwald kickt in der A-Klasse, der TSV Unterpleichfeld ist in der Bezirksliga West beheimatet. Dazu kommt der Aschaffenburger Kreissieger SG Leidersbach (Kreisliga) und der Rhöner Kreisklassist SV Burgwallbach/Leutershausen. Dessen Trainer Wolfgang Goldbach sieht dem Bezirksfinale gelassen entgegen. „Wir haben nichts zu verlieren und wollen dort einfach nur Spaß haben.“

Mit dem SV Euerbach/Kützberg kommt der Tabellenzweite der Bezirksliga Ost also mit als hochklassigstes Team, ist zudem Sieger des Schweinfurter Vorturnieres, wo man im Endspiel Landesligist FC Sand bezwang. „Generell ist ein Bezirksentscheid für unseren Verein immer noch ein Riesen-Erfolg. Aber mit der Auslosung hatten wir natürlich schon etwas Glück“, so Abteilungsleiter Stephan Brunner, der einen Halbfinal-Einzug für durchaus machbar hält. „Wenn es aber nicht klappt, hatten wir trotzdem eine tolle Hallenrunde und die Welt geht nicht unter. Generell müssen wir erst einmal sehen, mit welcher Besetzung wir antreten können. Einige Spieler haben ihre Teilnahme bereits aus privaten Gründen abgesagt.“

Während in der Vorrundengruppe A also kein Team höher als in der Bezirksliga spielt, tummeln sich im zweiten Starterfeld neben Titelverteidiger Alemannia Haibach (Bayernliga Nord) mit dem FC Sand und dem TSV Karlburg gleich zwei Landesligisten. „Die Gruppeneinteilung hat nichts zu sagen“, meint der Sander Coach Erwin Albert. „Dazu hat es schon zu häufig Überraschungen gegeben. Wir wollen uns auf jeden Fall so teuer wie möglich verkaufen.“ Mit welcher Besetzung der FC dieses Unterfangen angehen will, das ist dem Trainer selbst noch nicht ganz klar. „Es fehlen einige Studenten, da ja jetzt Prüfungszeit ist. Wir werden wohl wieder eine Mischung aus erster und zweiter Mannschaft haben, aber das hat sich zuletzt immer bewährt. Ich bin in jedem Fall zuversichtlich, dass wir den Kreis ordentlich vertreten werden.“

Komplettiert wird die Sander Gruppe vom TSV Weckbach (Kreisklasse, Zweiter beim Aschaffenburger Vorturnier) sowie dem Rhöner Kreismeister SV Rödelmaier. Dessen Trainer Werner Feder sieht die schwierige Vorrunden-Gruppe gelassen. „Man nimmt an diesen Turnieren teil, um gegen solche Mannschaften zu spielen. Haibach ist sicherlich das Nonplusultra, Sand und Karlburg sind richtig stark. Aber es ist bei allen Pokalwettbewerben nun einmal so, dass irgendwann das Ende der Fahnenstange erreicht ist. Wir wollen das Beste daraus machen.“ Mauern möchten die Rödelmaierer nicht. „Das ist nicht unser Stil.“