Ein wenig ernüchtert klingt Thomas Bergner derzeit. Erst im Juli hat er seinen neuen Trainerjob beim SC Mainsondheim angetreten, um den Tabellenneunten der Vorsaison weiter voran zu bringen. Das gelang bisher nicht. Mit Platz 13 und vier Punkten aus fünf absolvierten Spielen liegt der Klub um einiges hinter Bergners Erwartungen zurück.

Seine achte Station im 19. Trainerjahr hat den erfahrenen Übungsleiter in den Dettelbacher Stadtteil geführt. Bergners Freund und Vorgänger Wolfgang Frisch hatte ihm die Sache dort schmackhaft gemacht. „Ich bin hierhin, weil der Spielerkader viel Potenzial hat. Wir wollten das als Übergangsjahr nehmen, um den Grundstein legen, und dann nächstes Jahr die ersten Fünf anzugreifen“, schildert der in Mainbernheim lebende Bergner seine Beweggründe.

Warum es beim Sportclub bisher nicht wirklich lief? Der Trainer vermisst bei manchen seiner Akteure die richtige Einstellung. „Es fehlt der letzte Biss, auch Glück muss man sich eben erarbeiten. Dazu kommt, dass wir zur Zeit gerade mal 12, 13 Spieler zur Verfügung haben. Da kannst du keinen Druck ausüben“, nennt er die Krux beim Namen. Jede Woche musste er bisher mit einer anderen Aufstellung antreten, doch daran allein habe es nicht gelegen.

Dabei sah es in der Vorbereitung ganz gut aus. Mit den jungen Johannes Grieb (Würzburger Kickers) und Sebastian Hehn (Bayern Kitzingen) bekam Mainsondheim zwei hoffnungsvolle Talente aus der Jugend. „Wenn alle da sind, ist der Kader schon nicht schlecht. Aber in den ersten Spielen musste ich immer einen der Innenverteidiger verletzt auswechseln“, sagt Bergner.

So folgte dem 1:1 zum Auftakt gegen Marktbreits Zweite eine Niederlage beim Kreisliga-Absteiger Sonderhofen, wo Bergner seine Elf trotz des 1:4 keineswegs als schlechtere Mannschaft sah. „Das müssen wir gewinnen! Unsere Stürmer um Christopher Lung hatten genügend gute Chancen“, sagt er im Rückblick.

Das Malheur mit der schlechten Chancenauswertung setzte sich fort. Beim 2:0 kürzlich in Bütthard hoffte Bergner, dass nun die Wende geschafft sei. Nichts da, eine Woche später setzte es ein herbes 1:4 daheim gegen die TSG Sommerhausen. Wieder ließen die Mainsondheimer beim Stand von 1:2 „drei, vier gute Gelegenheiten einfach liegen. Dann brauchst du dich auch nicht zu beschweren, wenn du verlierst.“

Was ihm am meisten zu denken gab, war, dass die Mannschaft in der Folge die Köpfe hängen ließ. Sommerhausen erwies sich als kampfstärker und cleverer. „Man kann verlieren, aber dass sich eine Mannschaft aufgibt, das ärgert mich besonders“, blickt er besorgt zurück. Das müsse nun anders werden. Noch könne einiges begradigt werden in einer ausgeglichenen Liga, in der Bergner keine schwache Mannschaft sieht.

Im Training hat er diese Woche die Zügel noch einmal angezogen. Jetzt, vor dem anstehenden Spiel gegen seinen Ex-Klub und punktgleichen Tabellennachbarn FC Iphofen erwartet Bergner ein anderes Gesicht von seiner Elf. Iphofen verließ er, auch weil dort der Spielerkader zu dünn gewesen sei. Zur Zeit drückt ihn an neuer Stelle der gleiche Schuh. Nicht nur Angreifer Lung wird ihm am Sonntag fehlen. „Das ist ein entscheidendes Spiel, um da unten raus zu kommen. Die Truppe muss Reaktion zeigen, das ist das A und O! Dann haben wir auch das Potenzial, um Iphofen zu schlagen“, verkündet Bergner.