Alles beginnt wieder bei Null beim TSV Sulzfeld. Der Kreisligaklub hat zwar aus den ersten beiden Partien der neuen Saison einen Sieg und ein Remis eingefahren, doch der Verband hat ihm alle Zähler wieder abgezogen. Grund ist der unerlaubte Einsatz eines Spielers, der beim Pokalauftritt vor der Runde die Rote Karte erhalten hatte.

Eine viel zu drakonische Strafe, findet nicht nur TSV-Trainer Christian Hofrichter, zumal der Verein daran nicht die alleinige Schuld trage. Hofrichter ist enttäuscht und sauer, weil der hoffnungsvolle Start seines TSV in die Runde damit Makulatur wäre. „Natürlich war das unser Fehler, aber der Bayerische Fußballverband trägt in der Sache eine Mitschuld“, sagt der Coach.

Was geschehen war: Im Pokalspiel der ersten Runde am Freitag, 24. Juli, in Bibergau bekam TSV-Spieler Niklas Pfarr eine Rote Karte. Damit sei klar gewesen, dass Pfarr für das kommende Pokalspiel zwei Tage später in Sonderhofen gesperrt sei, so Hofrichter. Da konnte er auch nicht aufgestellt werden, weil der elektronische Spielberichtsbogen des Verbandes ihn als nicht spielberechtigt blockierte, wie Hofrichter schildert.

Am Montag danach sei Pfarr im Online-Plus-System des BFV wieder normal auf der elektronischen Spielerliste erschienen und anwählbar gewesen. Auf telefonische Nachfrage sei dem Verein mitgeteilt worden, dass Pfarr nur für den Pokal gesperrt sei. Die Sulzfelder schlossen daraus, er sei beim Punktspiel gegen Buchbrunn/Mainstockheim einsetzbar.

Auf den Computer verlassen

Pfarr spielte gegen die SG, kurz darauf kam die Anzeige wegen des Einsatzes. „Kurios war, dass der Fall nicht gleich vom Sportgericht verhandelt wurde, sondern eine Woche später. Hätten sie es gleich in der Woche entschieden, dann wäre das Ganze vom Tisch gewesen“, sagt Hofrichter. Ob der Verband dem TSV dann nur den einen Zähler abgezogen hätte, ist die Frage. Als Strafe legte das Kreissportgericht fest, das 1:1 in Buchbrunn als verloren zu werten und weitere drei Punkte abzuziehen.

„Es ist doch komisch, dass uns daraus ein Strick gedreht wurde“, meint Hofrichter. Die Sulzfelder sieht er jedenfalls nicht in der Alleinschuld. Natürlich hätte der TSV noch einmal bei einem Verantwortlichen des Verbands nachfragen können, gibt Hofrichter zu. Er habe sich diesmal halt auf das Computersystem verlassen. Der Verband wolle schließlich, dass die Klubs möglichst alle Dinge über den Computer abwickelten.

Hofrichter erinnert an das einstige Prozedere bei Sperren vor den Zeiten des elektronischen Spielberichts. „Da ist das alles noch einfacher gewesen. Da hat der Schiedsrichter nach einer Roten Karte den Spielerpass mitgenommen, und es war klar: Erst wenn der Pass wieder da ist, kann er wieder spielen“, erinnert Hofrichter an das Gebaren.

Ob sein Verein gegen das Urteil in Berufung ziehen wird,vermochte der Coach in seiner ersten Enttäuschung nicht zu sagen. Er sieht den TSV in der Zwickmühle. „Das ist die Frage: Machen wir ein großes Ding daraus, oder lassen wir es? Das soll der Verein entscheiden – ich bin bloß der Trainer.“ Jetzt wird sich die Vereinsspitze erst einmal besprechen, es bleibt eine Frist weniger Tage, um Einspruch einzulegen.

Innerhalb der Mannschaft sei das Ganze angesprochen worden, doch habe man auf ein anderes Urteil gehofft. Die Situation seiner zunächst bis auf den dritten Tabellenplatz gekletterten Mannschaft sei „Mist für die Moral. Für die Stimmung ist das nicht förderlich. Die anderen haben sechs Punkte, und wir fangen wieder bei Null an.“

Ausgerechnet jetzt vor dem Derby in Dettelbach ereilt die Sulzfelder dieser Tiefschlag. Nicht nur wegen der ersten Ergebnisse waren sie hoch gewettet gewesen – ebenso wie Gastgeber Dettelbach, der ja zuletzt bei der Höchberger Reserve und nun unter der Woche im Pokal jeweils mit 0:2 verlor. „Sulzfeld wird eine ganz harte Nuss“, sagt der Dettelbacher Trainer Stefan Schöderlein absolut unbeirrt. „Die Mannschaft hat schon gewisse Qualität.“ Ob mit oder ohne Punktabzug.