Das Schwitzen hat begonnen beim TSV Rödelsee. Bei den ersten Trainingseinheiten lief der Schweiß nicht nur wegen der hohen Temperaturen, sondern weil Trainer Dusan Suchy seine künftigen Drittligisten ordentlich zur Sache bat.

Mit dabei waren auch die beiden Neuzugänge Max Deussen (24 Jahre), der als Torhüter von der HC Erlangen kommt, und Marin Varvodic. Der 25-jährige Kroate, der als Allrounder im Rückraum spielen kann, trug zuletzt das Trikot des dortigen Erstligisten RK Nexe Nasice. Selbst Ex-Bundestrainer, Handball-Experte Vlado Stenzel und Landsmann hält große Stücke auf Varvodic und empfahl ihn den Rödelseern.

Varvodic hat bereits seine neue Wohnung im Weindorf am Schwanberg bezogen. „Die Neuen haben schon in den ersten Trainingseinheiten Schwung gebracht und wollen zeigen, dass sie Verstärkungen sind. Für mich ist wichtig, dass sie ins Team passen“, schildert Trainer Dusan Suchy seine erste Eindrücke.

Nicht mehr neu ist zudem Sebastian Vogt. Der Linkshänder, der nach selbst auferlegter Pause im vergangenen Jahr wegen des Studiums wieder beim TSV ist, spielte dort bereits eineinhalb Runden.

Was das Personal betrifft, sind die Planungen bei den Rödelseern noch nicht ganz abgeschlossen. Gerne hätte Trainer Suchy einen Linkshänder im Rückraum, der den Platz des tschechischen Halbrechten Michal Tonar einnimmt. Der 197-fache Nationalspieler hatte mit 43 Jahren zum Ende der letzten Runde seine Karriere beendet. „Wenn es wirtschaftlich passt, können wir uns vorstellen, hier noch jemanden zu verpflichten“, sagt Team-Manager Tobias Demel. „Das würde ich mir schon wünschen, allein wegen der dann variableren Spielweise. Mit lauter Rechtshändern im Rückraum ist man doch etwas eingeschränkt“, meint Trainer Suchy. Der Markt wird also beobachtet, vorerst muss der 38-jährige frisch verheiratete Slowake aber eine Spielweise ohne Linkshänder entwickeln.

Auf Suchy, der in seine 15. Saison insgesamt in Rödelsee und in seine 13. als Trainer geht, wartet eine große Aufgabe, ja sogar ein Abenteuer. Das Team muss sich mit Größen wie dem HSC Coburg messen, eigentlich eine andere Liga. „Sie haben bis zu sieben Trainingseinheiten pro Woche. Wir sind froh, dass wir nun zwei unserer jetzt vier Einheiten in der Kitzinger Sickergrundhalle machen können“, beschreibt Team-Manager Tobias Demel einen Unterschied.

In Coburg rechnet man mit einem Schnitt von 1 500 Zuschauern pro Heimspiel in der neuen, über 3000 Zuschauer fassenden HUK-Arena. Der Etat des HSC soll sich dank eines großen Versicherungskonzerns in Millionenhöhe belaufen.

erne würden die Rödelseer gegen Coburg um Punkte antreten, doch ob sie es dürfen, steht noch nicht ganz fest. Die Einteilung der Dritten Ligen durch den Deutschen Handballbund ist aber noch nicht erfolgt. „Es gibt Gerüchte, dass wir, Bad Neustadt und Coburg in die Südstaffel kommen. Es kann aber auch sein, dass wir als einziger der drei in den Süden kommen“, schildert es Tobias Demel.

Den Süden favorisiert auch Trainer Suchy, „aber nur mit der Garantie, dass Bad Neustadt und Coburg mitgehen. Wir wollen die richtig attraktiven Gegner in Kitzingen haben“. Am letzten August-Wochenende wird die Liga starten, für Rödelsee wohl mit einem Auswärtsspiel. Als Heim-Spieltag hat der TSV den Samstag Abend gewählt, es sollen aber auch drei, oder vielleicht sogar mehr Partien am Sonntag ausgetragen werden, verrät Tobias Demel.

Bei seinen Spielern ist Suchy sicher, dass sie auf den Start in das neue Kapitel der Vereinsgeschichte brennen. Beim Training will Suchy auch den Bereich Fitness steigern. „Ich glaube, jeder weiß, dass er mehr machen muss. Die Leistung vom letzten Jahr wird nicht reichen. Wir haben zwei, drei Superspiele gemacht, wenn es uns gelingt, dort anzuknüpfen, haben wir eine Chance.“ Für Suchy und Co-Trainer Jens Ullmann gilt es, das Training so aufzubauen, dass die Mannschaft zum Start Ende August richtig fit ist. Der handballerische Schwerpunkt wird vermehrt in der zweiten Hälfte der Vorbereitung liegen. Zum Trainingsauftakt waren alle Mann an Bord, auch Andre Deis, der in der sechswöchigen Pause einen Eingriff am Meniskus vornehmen ließ. Dass der eine oder andere noch einmal wegen Urlaubs kurz fehlen wird, damit muss Trainer Suchy leben.

Was die Testspiele betrifft, geht es für den TSV Rödelsee bereits am 6. Juli los mit einer Partie beim HSC Coburg, am 13. Juli steht eine Partie in Rimpar auf den Plan. Dann folgt mit dem Auftritt gegen den Handball-Bundesligisten und Traditionsverein VfL Gummersbach am 20.Juli ein Höhepunkt. Dazu nimmt der TSV an Turnieren in Waldbüttelbrunn (27. Juli), sowie in Rimpar (11. August) teil. Vom 2. bis 4. August ist ein Trainingslager vorgesehen.