SSV Jahn 2000 Regensburg - SSV Kitzingen 0:2 (0:1). Torfolge: 0:1 Dominik Laudenbach (4., Pass in die Tiefe von Sebastian Stumpf), 0:2 Sebastian Stumpf (45., Schuss aus 20 Metern in den Winkel nach einer Einzelaktion).

Im Domizil der Regensburger Zweitliga-Kicker durfte sich der Aufsteiger aus der Siedlung umziehen, was die Jungs von Trainer Markus Hartsch nicht sonderlich beeindruckte, sondern motivierte. "Wir sind aber nach unserer Leistung im Auftaktspiel gegen den FC Schweinfurt 05 (0:2) schon sehr selbstbewusst nach Regensburg gefahren ", konstatierte der Trainer.
Nachdem die Regensburger den Ball eine gefühlte Ewigkeit in den eigenen Reihen hielten, sorgten die Siedler gleich mit dem ersten Konter für die Führung. Das Leder kam zu Sebastian Stumpf, der direkt in die Schnittstelle der Viererkette auf den von außen einlaufenden Dominik Laudenbach weiterleitete.
Der vollstreckte alleine vor dem Keeper der Jahnler aus 16 Metern zum 1:0. "Das war dermaßen abgebrüht", kommentierte Trainer Hartsch. Nach dieser Führung zogen sich die Siedler geschickt in die eigene Hälfte zurück und setzten weiterhin auf Konter. "Regensburg kam sehr schnell nach vorne, doch die SSV-Abwehr stand wie eine Wand." Der Coach sah Chancen für sein Team, auf 2:0 zu erhöhen: "Wenn wir über Jakob Rohr und Dominik Laudenbach nach vorne kamen, wurde es richtig gefährlich." Besonders die Konter von Sebastian Stumpf hätten die Jahnler vor große Probleme gestellt.

Torwart sorgt für Überzahl


Doch auch die Regensburger machten mächtig Druck, selbst der Torhüter verließ seinen Strafraum und wurde ins Aufbauspiel miteinbezogen. "Das war ganz schön arrogant, als der Keeper der Hausherren an der Mittellinie stand", beschrieb Markus Hartsch. Auch wenn die Gastgeber so ihren Torwart als Anspielstation nutzten und ein Überzahlspiel aufzogen, gelang ihnen kein Treffer.
Die Siedler-Abwehr um den kurzfristig ins Spiel gekommenen und dann überragenden Johannes Grieb stemmte sich mit aller Macht gegen die Angriffswellen des SSV Jahn. Maximilian Meyer, Nils Lange und Yanik Unger, alle vom jüngeren Jahrgang, hatten ihre Gegenspieler meist sicher im Griff. In der
26. Minute erspielte sich der Hausherr die erste ernsthafte Gelegenheit, als sich die Kugel über Keeper Tobias Uhl senkte, aber gegen die Latte klatschte. Auf der anderen Seite hatte Sebastian Stumpf mit einem Freistoß aus 30 Metern Pech, der rechts am Dreieck vorbei rauschte. So gingen die Siedler mit einem 1:0 in die Pause.
Die Jahnler wollten im zweiten Abschnitt schnellstmöglich den Ausgleich erzielen, doch wieder erwischte sie der Gast eiskalt. Sebastian Stumpf erkämpfte sich im Mittelfeld den Ball, setzte sich gegen drei Regensburger durch und zog aus 20 Metern mit dem linken Fuß ab. Das Leder schlug im linken oberen Winkel zu 2:0 ein. Trainer Markus Hartsch änderte sofort die Taktik."Die zwei Viererketten standen nun noch enger." Vorne spielte Angelo Gnirck nunmehr den Alleinunterhalter, kämpfte und rackerte vorbildlich und band drei Gegenspieler. In der 59. Minute hätte er für die Vorentscheidung sorgen können, jedoch verfehlte sein Heber von der Mittellinie das leere Tor um Haaresbreite. Völlig ausgepumpt wurde er dann in der 61. Minute für Pascal Kapp aus dem Spiel genommen.
"Es dauerte lange, bis die Regensburger unsere Taktik kapiert hatten und ihre ebenfalls änderten." Die langen Bälle der Gastgeber seien dann schon gefährlich gewesen. Zwei Mal mussten die Kitzinger noch schwitzen. Johannes Grieb touchierte den Ball mit dem Kopf und SSV-Keeper Tobias Uhl hatte Glück, dass die Kugel nur an den Pfosten ging.
Kurze Zeit später schlug Yanik Unger den Ball nach einer unübersichtlichen Situation im Strafraum von der Torlinie. Die eingewechselten Özer Gisi und Mario Paul halfen mit, den Vorsprung über die Zeit zu retten. "Ich hatte nie Angst, dass noch etwas passieren könnte", beschrieb Trainer Hartsch seine Emotionen. "Gerade die Leidenschaft und der Ehrgeiz haben mich begeistert." Sein Team habe taktisch gut gespielt.
Er blickt zuversichtlich aufs nächste Spiel in Woffenbach: "Dort besitzen wir gute Chancen, einen Dreier zu holen." Und wie soll es in der Liga weitergehen? "Wenn ich mir die Gegner anschaue, kann jeder gegen jeden gewinnen, aber auch jeder gegen jeden verlieren. Unser Ziel sind 15 Punkte nach der Vorrunde, dann sehen wir weiter."