SSV Kitzingen - Dettelbach und Ortsteile 2:2 (1:1).

Spielerisch schön war es nicht immer, doch spannend blieb es bis zur letzten Minute. Die Gastgeber loteten bei der Aufstellung erneut die Breite ihres Kaders aus. "Langsam geraten wir ans Limit. Andere Vereine hätten mit einer solchen Anzahl von Verletzten den Spielbetrieb schon eingestellt. Dass wir dennoch eine starke Mannschaft auf die Beine stellen können, spricht absolut für den Verein", erklärte Siedler-Coach Carsten Lanik die Situation.
Jürgen Brettmann half auf einer ungewohnten Position im defensiven Mittelfeld aus, Jugendspieler Fabian Sillig absolvierte in der Innenverteidigung sein erstes Kreisliga-Spiel.
"Dass solche Möglichkeiten überhaupt bestehen, machen die Sache hier für einen Trainer schon richtig cool", freute sich Lanik über die personelle Vielfalt.
Früh gingen die Siedler nach einem Tor von Steffen Metz mit 1:0 in Führung. Dettelbach hatte die Situation eigentlich abgewehrt, aber nicht auf den zweiten Ball geachtet, der postwendend hoch zurück in die Gefahrenzone gespielt wurde, wo Metz lauerte und per Kopf zuschlug. In der über weite Strecken ausgeglichenen Begegnung ergaben sich auf beiden Seiten weitere Chancen, zwingend wurde es allerdings erst, als Christian Graber an der Latte anklopfte. "Dass wir aufgrund der zahlreichen Ausfälle nach vorne nicht so zwingend agieren würden, war zu erwarten", erklärte Lanik. Gegen Ende der ersten Halbzeit schlugen die Gäste zurück, als Samba Jallow nach einem Einwurf frei durchmarschierte und den Ball an Torhüter Markus Jung vorbei zum 1:1 ins Tor schob. Nachdem beide Teams die Seiten gewechselt hatten, startete Dettelbach mit größerem Schwung. Die Siedler blieben davon unbeeindruckt und gingen erneut in Führung, als sich Metin Yaser auf dem rechten Flügel bis zur Grundlinie durchgesetzt und in Steffen Metz einen Abnehmer seiner Flanke gefunden hatte. "Steffen Metz ist gerade in dieser Phase, in der zahlreiche Spieler ausfallen, für seine Mitspieler ein absolutes Vorbild. Was er vorne ackert und schuftet, ist herausragend", bekam der Stürmer nicht nur aufgrund seiner beiden Tore ein Sonderlob seines Trainers.
Auch Dettelbachs Trainer Jürgen Walter schloss sich der Ehrung mit Worten an: "Steffen Metz ist vorne eine Waffe und nur schwer zu verteidigen. Wir hatten uns auf ihn eingestellt, dann löst er sich aber wieder vom Abwehrspieler und schiebt den Ball unbedrängt ein", ärgerte er sich in der Situation zum Gegentor aber auch über seinen Verteidiger. Dettelbach meldete sich aber nur wenige Minuten später durch Julian Deinlein zurück, der eine Unsicherheit des Torhüters zum erneuten Ausgleich nutzte. Metz hätte im Gegenzug wieder vorlegen können, doch sein Schuss krachte neben das Tor in die Bande. Mitte der zweiten Halbzeit verteidigten sich die in Unterzahl spielenden Siedler gegen drängende Dettelbacher, deren größtes Manko im Abschluss lag. "Wir waren nicht in der Lage, unser Überzahlspiel mit schnellen Pässen durchzubringen. Es war teilweise aberwitzig, wie wir unsere Chancen vergaben", stellte Walter gefuchst fest. Als sich Deinlein über links durchgesetzt hatte, warteten zentral zwei Mitspieler, der Querpass kam, doch brachten beide ihre Gelegenheit nicht zum Abschluss. "Offensichtlich ist das der Punkt, weshalb wir nicht vorne dabei sind", folgerte Walter. Die letzte Chance gehörte den Siedlern, genauer gesagt Metz, doch Torhüter Bastian Ringelmann zeichnete sich gegen den Stürmer aus. Die folgende Ecke von Yaser köpfte der aufgerückte Felix Scheider über das Tor. Zufrieden war mit dem Ergebnis keiner. "Das Ergebnis ist ärgerlich, weil wir bei beiden Gegentoren unaufmerksam waren. Hier fehlt uns momentan der letzte Tick, wobei das kein Vorwurf an die Jungs ist, denn die Leistung war durchaus ordentlich", fasste Lanik das Unentschieden zusammen. "Ich bin mächtig genervt, denn eigentlich müssen wir mit drei Punkten nach Hause fahren", haderte Walter und ließ sich nicht davon besänftigen, weiterhin in den Landkreis-Duellen unbesiegt zu sein: "Das ist für mich heute nur ein schwacher Trost, denn drei Punkte wären machbar gewesen, wenn wir uns nur auf die einfachsten Mittel besonnen hätten."


SSV Kitzingen:

Markus Jung, Jürgen Brettmann, Joshua Then, Felix Scheider, Marko Renner, Bernd Keilholz, David Bartsch, Fabian Sillig, Metin Yasar, Steffen Metz, Timo Held; Frank Kümmel (35.).


Dettelbach und Ortsteile:

Bastian Ringelmann, Daniel Barth, Bastian Schimmer, Manuel Herrlein, Johannes Dorsch, Christian Graber, Michael Lohr, Franz Döring, Julian Deinlein, Samba Jallow, Michael Wagenhäuser; Lukas Bock (46.), Philipp Waigandt (88.).

Schiedsrichter:

Steffen Ehwald (Geldersheim).

Torfolge:

1:0 Steffen Metz (5.), 1:1 Samba Jallow (38.), 2:1 Steffen Metz (57.), 2:2 Julian Deinlein (62.).


Besonderheit:

Gelb-Rote Karte gegen Joshua Then (Kitzingen) wegen wiederholtem Foul (66.).


Zuschauer:

220 geschätzt.