MONTAG

Als stade Zeit gelten die Tage vor und nach Weihnachten. Was heißen soll, dass es stiller als sonst zugeht. Wenn ringsum Ruhe herrscht, sind Paukenschläge natürlich noch lauter zu hören als üblich.

Und davon gab es einige sportliche. Ein kleiner war sicherlich Anfang Dezember der abermalige und diesmal endgültige Rücktritt von Frank Munoz als Trainer der Etwashäuser Landesliga-Handballer. Aus meiner Sicht nachvollziehbar, weil nach Munoz' erstem Rücktritt im Oktober Dinge nicht mehr so waren wie vorher. Wären davor die meisten Etwashäuser Spieler für ihren Trainer durchs Feuer gegangen, kamen ihnen plötzlich Gedanken in den Kopf, dass sie sich dann ja auch verbrennen könnten. Anordnungen wurden hinterfragt, Zweifel kamen auf, der zuvor blinde Glauben ging verloren. So gesehen war die Trennung wohl für beide Seiten die beste Lösung.

Festzustellen bleibt, dass Trainer Frank Munoz auch beim TV Etwashausen ein Jahr lang hervorragende Erfolge aufzuweisen hatte, ehe im zweiten das „System Munoz“ ins Wanken geriet.

MITTWOCH

Dass ein Prophet nirgends weniger gilt als im eigenen Vaterlande, wusste schon Matthäus. Nicht Lothar, obwohl auch der dieses Jesus-Zitat unterstreichen kann, sondern der Evangelist.

Wie aktuell diese Aussage ist, zeigt das Beispiel von Udo Braun. Obwohl seine Nordheimer Fußballer als Tabellendritte der A-Klasse Schweinfurt 4 noch Aufstiegschancen besitzen, beendete er im dritten Trainerjahr seine Tätigkeit bei seinem Heimatverein vorzeitig und wechselte nach Mönchstockheim.

Es werde bei einem einheimischen Trainer mehr kritisiert, obwohl die meisten die Details gar nicht kennen. „Irgendwann zermürbt einen das.“ Er sei jetzt an einem Punkt angekommen, wo er manchen Spieler härter hätte anpacken müssen, um noch erfolgreicher zu spielen. Das sei im eigenen Dorf und im Heimatverein einfach schwer. Es hätte nichts gebracht, die Runde zu Ende zu machen. So könnte der Schwung, der durch den neuen Trainer kommt, vielleicht doch noch den Aufstieg bringen. Einen Großteil der Mannschaft habe er mittlerweile seit 15 Jahren trainiert. Da gebe es einfach gewisse Abnutzungserscheinungen.

FREITAG

Von Abnutzungserscheinungen kann man beim Fußball-Bezirksligisten FG Marktbreit/Martinsheim und seinem Trainer Andreas Süßmeier sicher noch nicht sprechen. Der Sulzfelder ist im ersten Jahr beim Aufsteiger und kehrt ihm am Saisonende bereits wieder den Rücken, um seinem Heimatverein zu neuer sportlicher Blüte zu verhelfen.

Im Gegensatz zu Udo Braun hat Süßmeier aber keine Angst vor dem schwierigen Arbeiten als Prophet im eigenen Land. Für den ehrgeizigen und erfolgsorientierten Trainer hat in dieser Angelegenheit das Herz gegen den Verstand gewonnen, der ihm durchaus zu bedenken gab, dass die Marktbreiter Mannschaft augenblicklich über die bessere sportliche Perspektive verfügt. In Sulzfeld hätten sich aber einige Leute zusammengesetzt und Gedanken darüber gemacht, wie man den Verein in naher Zukunft wieder nach oben bringen könne. Diese Aufgabe reize ihn als gebürtigen Sulzfelder natürlich.

Weil er in Würzburg lebe und in Elsenfeld arbeite, gelte der Ausspruch vom Propheten im eigenen Land für ihn nur bedingt. Dass Süßmeier mit schwierigen Situationen umgehen kann, hat er in Marktbreit bewiesen, als er – nach schwachem Start – die Mannschaft in die Erfolgsspur führte. Maßgeblichen Anteil an der Wende hatte Süßmeiers Cousin Daniel Hack. Seit der gelernte Stürmer und zwischenzeitliche Abwehrspieler wieder offensiv auftreten darf, läuft es in Marktbreit. Auch Hack kehrt heim.