Wie lange Zeit der vergangenen Saison mischt der SV Sickershausen auch in dieser Spielzeit wieder munter mit um die vorderen Tabellenplätze der Kreisklasse. Besonders spielerisch wusste der Kitzinger Vorstadtklub zu überzeugen, erst eine Partie ist verloren gegangen – 2:3 ge-gen Tabellenführer SV Sonderhofen. Getrübt wird die Bilanz nur durch die vielen Unentschieden (fünf), die vor dem letzten Hinrundenspiel zu Hause gegen den Dritten aus Gülchsheim eine noch bessere Ausgangsposition verhindern.

Sickershausen ist der Tabellenspitze so nah wie seit der Saison 2011/12 nicht mehr, als der Klub gerade in die Kreisklasse eingezogen war. Der SVS steht nach mittlerweile zwölf Saisonspielen auf einem guten vierten Platz und liegt mit 23 Zählern zwei Punkte hinter dem Tabellenzweiten aus Bütthard. Wie in der Meistersaison heißt der Vater des Erfolges: Thomas Beer. Der 45-Jährige lenkt seit fünf Jahren als Trainer die Geschicke der Aktiven im Kitzinger Stadtteil. Unter ihm hat sich der Verein in der Klasse etabliert, mehr noch, er klopft in dieser Saison ganz oben an.

Als Basis des Erfolgs sieht der Trainer vor allem die gute Kameradschaft unter den Spielern. „Es ist ein richtig guter Haufen aus charakterlich einwandfreien Jungs. Davon leben und zehren wir“, sagt Beer. Seit Jahren hat kaum ein Leistungsträger die Mannschaft verlassen – im Gegenteil. Diesen Sommer sind zwei Spieler mit höherklassiger Erfahrung hinzugekommen: Daniel Tausch, einst beim SSV Kitzingen am Ball, und Marcel Sattes, zuletzt für die SG Buchbrunn/Mainstockheim im Einsatz. Die beiden ha-ben die Qualität des Kaders spürbar erhöht. „Sie tun unserem Spiel unglaublich gut. Zudem ist die Spielerdecke mit den vielen Jugendspielern nun breiter. Das wirkt sich natürlich auch auf die Reserve aus“, freut sich Beer die eine entspanntere Personalsituation.

Hatten die Sickershäuser in der abgelaufenen Rückrunde oft Probleme, zwei Teams zu stellen, kann Beer in dieser Saison nahezu immer aus dem Vollen schöpfen. Das macht sich für beide Mannschaften in der Tabellensituation bemerkbar. Die Reserve ist momentan Zweiter der B-Klasse und siegte kürzlich im Spitzenspiel. Auch Sickershausens Flaggschiff segelt im Windschatten von Gülchsheim und Bütthard und hält Kurs auf Platz zwei.

Allerdings hätte die Ausbeute von 23 Zählern in zwölf Spielen deutlich üppiger ausfallen können. Vor allem im Spitzenspiel gegen die ungeschlagenen Sonderhöfer unterlag die Mannschaft unglücklich. Nachdem sie allzu viele ihrer Chancen verschwendet hatte, schlug der Spitzenreiter in der Nachspielzeit kühl zu und nahm die drei Punkte mit.

„Ich hätte gern mehrmals in die Grasnarbe gebissen.“
Thomas Beer über die Niederlage gegen Sonderhofen

„Oft entscheiden Kleinigkeiten. In diesem Spiel hätte ich mehrmals gerne in die Grasnarbe gebissen, so ärgerlich war die Niederlage“, sagt Beer. Seine Elf hatte den Klassenprimus an den Rand der ersten Saisonniederlage gebracht. Auch gegen die Aufsteiger Mainbernheim und Gelchsheim und gegen Mainsondheim mussten sich die Grün-Schwarzen mit nur einem Punkt zufrieden geben: trotz spielerischer Überlegenheit und deutlichem Chancenplus.

Zwar ärgert den Coach der oftmals verschwenderische Umgang mit den Torgelegenheiten, dennoch stellt Sickershausen mit bereits 30 Treffern die drittbeste Sturmreihe der Klasse. Die Defensive steht ihren offensiven Kollegen nicht nach und hat erst elf Tore zugelassen. Zahlen, die den 45-Jährigen im Grund zufriedenstellen.

„Obwohl wir noch an so manchen Schrauben drehen müssen, bin ich mit der Saison bisher einverstanden.“ Die beschert dem Verein am Sonntag schon das nächste Spitzenspiel – gegen die SpVgg Gülchsheim. Mit Blick auf die jüngsten Ergebnisse sieht Beer die Favoritenrolle zwar beim Gegner, doch er hofft natürlich auf einen Sieg seiner Mannschaft. Trifft sie nur eine Spur besser als in ihren vergangenen Auftritten, sollte sie dazu in der Lage sein.