Für beide Mannschaften ging es um sehr viel in dieser Partie. Die SG Kitzingen/Mainbernheim stand enorm unter Druck und musste dieses Spiel gegen den direkten Abstiegskonkurrenten unbedingt gewinnen, um weiterhin eine realistische Chance auf den Klassenerhalt zu wahren. Die Ochsenfurter, seit vier Spielen ungeschlagen, konnten sich mit einem Sieg der größten Abstiegssorgen entledigen und ihre Ausgangsposition vor dem schweren Schlussprogramm weiter verbessern - und das taten sie. In einem engen Match setzten sich die Gäste knapp, aber verdient durch.
Die Hausherren gingen von Beginn an motiviert zu Werke und fanden gut ins Spiel. Bis zur 15. Minute gaben sie den Ton an und erspielten sich über die Stationen 3:1 und 6:4 einen Drei-Tore-Vorsprung zum 9:6. Der TVO brauchte einige Zeit, um sich der körperlichen Dominanz der Hausherren zu widersetzen.
Die Kreisstädter leisteten sich mit zunehmender Spieldauer aber immer häufiger leichte Fehler im Angriff. Plötzlich war das selbstsichere Auftreten wie weggeblasen. Ochsenfurt nutzte die Gunst der Stunde und kam über Tempogegenstöße zu schnellen Toren. Mit einem 7:0-Lauf machten sie den Rückstand wett und gingen ihrerseits mit 13:9 in Führung. Fortan kontrollierten sie das Spiel und beherrschten den Gegner. Mit einer komfortablen, aber keineswegs sicheren Führung gingen sie in die Halbzeitpause.

Starke Ochsenfurter Defensive

Auch nach dem Wechsel wirkten die Gastgeber wie gelähmt und hatten der starken Defensive des TVO nicht viel entgegenzusetzen. Die Angriffe, geprägt von vielen Einzelaktionen, wurden zu ungeduldig abgeschlossen und waren immer wieder eine sichere Beute vom starken Ochsenfurter Keeper Stefan Sennefelder. Der Tabellensiebte baute seinen Vorsprung kontinuierlich aus und sah nach 40 Minuten beim Stande von 16:23 wie der sichere Sieger aus.
Doch dann schlich sich "Die alte Krankheit" (Trainer Marco Schuler) ein. Fahrlässig gaben die Gäste die Partie aus der Hand und brachten den Aufsteiger wieder ins Spiel. Der eingewechselte Kitzinger Torhüter Johannes Seelig setzte mit tollen Paraden neue Impulse und trieb seine Vordermannschaft an. Die SG trat nun wieder voller Selbstbewusstsein auf und verkürzte in Überzahl den Rückstand bis zur 48. Minute auf 20:23. TVO-Trainer Marco Schuler nahm eine Auszeit, um seine Spieler wieder in die Spur zu führen.
Damit hatte er zunächst keinen Erfolg. Angestachelt vom Publikum kämpften die Gastgeber verbissen und schafften wenig später den Anschluss. Das Spiel stand auf des Messers Schneide und war drei Minuten vor Abpfiff, als die Kitzinger mit 28:27 in Führung gingen, endgültig gedreht.

Beide wollen die Entscheidung

Es war nun ein offener Schlagabtausch. Beide Kontrahenten versuchten, die Entscheidung herbeizuführen. Der TVO hatte schlussendlich die besseren Nerven und konnte der Begegnung in doppelter Überzahl abermals eine Wende geben. Sekunden vor dem Ende erzielten sie das entscheidende Tor zum 30:28.
Dementsprechend zufrieden zeigte sich Marco Schuler nach dem Krimi: "Das waren zwei sehr wichtige Punkte für uns. Nach der komfortablen Führung dachten wir wohl, es geht mit zehn Prozent weniger, aber das war natürlich ein Irrtum. Gott sei Dank konnten wir den Schalter rechtzeitig wieder umlegen. In der Vorrunde hätten wir so ein Spiel wahrscheinlich noch verloren. Wir haben nun eine gute Ausgangsposition für den Klassenerhalt, um die uns sicher einige Teams beneiden."

Schweres Restprogramm

Zum Beispiel sein Gegenüber Georg Kränzler. Er war sichtlich enttäuscht, zog dennoch auch Positives aus der Partie: "Wir haben uns die Niederlage selber zuzuschreiben. Wir sind sehr gut ins Spiel gekommen und haben dann den Faden durch drei, vier unglückliche Aktionen verloren. In der zweiten Hälfte hätte sicher niemand mehr geglaubt, dass wir noch einmal zurückkommen. Ich möchte meine Mannschaft für die gute kämpferische Leistung loben. Positiv war auch die Leistung unseres B-Jugendlichen Janis Bardon. Er hat ein gutes Spiel gemacht und dem Team weitergeholfen." In Bezug auf den Abstiegskampf sagte er: "Natürlich wird es jetzt ganz schwer, aber es ist noch alles möglich. Wir geben bis zum Schluss alles. Ob es dann reicht, werden wir sehen." Nächste Woche steht für die SG die schwere Auswärtshürde in Marktsteft an. Der TVO empfängt die Bayernliga-Reserve aus Rödelsee und möchte seine Siegesserie weiter ausbauen.

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