Im Vorfeld der Aufstiegsspiele zur 1. Faustball-Bundesliga Süd der Frauen auf dem Feld prägte Zuversicht die Situation im Lager des TV Segnitz. Bei den heimischen Fans, Spielerinnen und Trainer Uli Lauck schlug die Gemütslage vergangenen Samstag aber in Erschrecken und Enttäuschung um. Denn die Gastgeberinnen konnten nicht an ihre bravouröse Feldrunde in der 2. Bundesliga Süd anknüpfen, wo sie sich verlustpunktfrei den Titel gesichert hatten, und verpassten den Sprung in Deutschlands Faustball-Oberhaus.

Schon beim Auftaktspiel gegen den SV Tannheim offenbarte sich, dass das Ausmaß an eigenen Fehlern einen entscheidenden Faktor im Ausgang der Aufstiegsspiele markieren würde. Nach mehreren Hochs und Tiefs setzte sich Segnitz 3:1- gegen die Schwaben-Truppe durch. Reichte gegen Tannheim noch biederer Durchschnitt und konnten die Angreiferinnen punkten, sollte sich das später ändern. Ursina Sagstetter aus dem Feld und Linda Müller von der Aufschlaglinie sorgten gegen Tannheim für ausreichend Zähler, was gegen den TV Bretten (2. in der 2. Bundesliga West) nur noch bedingt der Fall war.

Uli Lauck musste mit ansehen, dass seinen Frauen die Körpersprache abging, es an Biss und Stimmung fehlte. „Die Mannschaften aus dem Westen haben weit mehr Siegeswillen gezeigt“, resümierte der Trainer. Segnitz gewann den ersten Satz gegen Bretten, doch Joachim Sagstetter, ehemaliger Bundesligaspieler vom Schweinfurter TV Oberndorf und Vater von Ursina Sagstetter, traute dem Braten nicht. „Das ist wie im Pokal, auch Aufstiegsspiele haben ihre eignen Gesetze“, sagte das Oberhaupt der Vorzeige-Faustballer-Familie aus der Kugellagerstadt. Er selbst hatte es zum Erstligaspieler gebracht, sein Sohn Fabian ist amtierender Weltmeister und World-Games-Sieger mit der Männer-Nationalmannschaft und Ursina Sagstetter schickte sich jetzt an, auch ins Faustball-Oberhaus aufzusteigen.

Doch daraus wurde nichts, denn die Segnitzerinnen handelten sich im zweiten Satz gegen Bretten eine 4:11-Klatsche ein, erholten sich davon nicht mehr und standen am Ende mit der 1:3-Niederlage bedröppelt da. „Die Köpfe gehen immer zu schnell runter“, bemängelte ein fachlich bewanderter Zuschauer und riss damit einen Knackpunkt an. Denn offensichtlich vermochten die Gastgeberinnen um Luisa Kaemmer nicht mit dem Druck umzugehen. „Wir haben heute die erste Niederlage dieser Feldrunde kassiert – und das zum psychologisch schlechtesten Zeitpunkt“, erkannte Uli Lauck. „Geht in den Schatten, trinkt und macht die Ohren zu“, hatte der Trainer seinen Schützlingen zwischendurch auferlegt, doch es half nichts mehr. Das kleine Pflänzchen Hoffnung verkümmerte im letzten Spiel gegen den TV Obernhausen. Die 1:3-Niederlage besiegelte das Scheitern der Gastgeberinnen. Am Ende ergatterten Obernhausen und Bretten aus der 2. Bundesliga West die Tickets zur 1. Bundesliga Süd.

Während jetzt für die meisten Segnitzerinnen Urlaub angesagt ist, fahren ihre männlichen Kollegen kommendes Wochenende zu den Aufstiegsspielen zur 2. Bundesliga Süd. Wer noch hochklassigeren Faustball sehen will, der ist am 23./24. August in Schweinfurt richtig. Dort richten Joachim Sagstetter und der TV Oberndorf die Deutschen Meisterschaften der Frauen und Männer aus.