Die Schiedsrichtergruppe Kitzingen-Ochsenfurt hat seit gut drei Wochen einen neuen Vorsitzenden: Gerd Dluczek aus Kleinochsenfurt trat die Nachfolge von Helmut Wittiger an, der nach 24 Jahren als Gruppenobmann den Kolleginnen und Kollegen an der Pfeife bereits im August erklärt hatte, auf der bevorstehenden Jahresversammlung der Gruppe nicht mehr zur Wahl antreten zu wollen.

Dluczek, der für den SV Fuchsstadt (Lkr. Würzburg) pfeift, war dabei der einzige Kandidat für Wittigers Nachfolge. Er sei mit großer Mehrheit ins Amt gewählt worden, teilte die Schiedsrichtergruppe dazu in einer Pressemitteilung mit.

Würzburgs Fußball-Kreisvorsitzender Marco Göbet danke Wittiger für eine gute Zusammenarbeit. Er habe bis zum Schluss versucht, alle Spiele zu besetzen, erklärte Göbet: "Ich habe großen Respekt vor Helmuts Arbeit." Schließlich könne ein geordneter Spielbetrieb nur über die Schiedsrichter organisiert werden.

Wittiger bleibt seiner Linie treu

In seinem letzten Bericht als Gruppenobmann blickte Wittiger auf der Sitzung im Erlacher Sportheim auf die vergangenen vier Jahre zurück. Dabei sei er seiner Linie treu geblieben, sich nicht mit Kritik gegenüber dem Bayerischen Fußball-Verband (BFV) zurückzuhalten, heißt es in der Mitteilung weiter. Ihm habe vor allem die finanzielle Unterstützung der lokalen Schiedsrichtergruppen seitens des Verbandes gefehlt.

Dass es in der Gruppe in den vergangenen Monaten zu Querelen gekommen sei, die im Rücktritt des vorherigen Lehrwarts Markus Katzenberger gipfelten, räumte der scheidende Obmann ebenfalls ein. Bereits vor vier Jahren war Niklas Baudach ebenfalls von diesem Amt zurückgetreten. Er habe hoffnungsvollen Nachwuchs, auch mögliche Amtsnachfolger, mit seinen Entscheidungen distanziert, war dazu aus Schiedsrichterkreisen zu hören.

Keine Schiedsrichter in der Bezirksliga

Die Schiedsrichtergruppe hat derzeit keine "Aushängeschilder" mehr, die Spiele in der Bezirksliga und höher leiten würden. Die letzten beiden, Johannes Hartmeier (Regionalliga) und Felix Meding (Landesliga), hätten sich, erklärte Wittiger, freiwillig als Schiedsrichter aus ihren Klassen zurückgezogen.

So gebe es in der Gruppe zwar Kreisliga-Schiedsrichter, von denen einige aber gar kein Interesse hätten, in einer höheren Liga zu pfeifen. Hier müsse sein Nachfolger anpacken, stellte der scheidende Obmann in seiner Abschussrede fest: "19 Schiedsrichtern habe ich die Förderung zum Bezirksliga-Anwärter angeboten. Leider hat der persönliche Ehrgeiz bei allen gefehlt."

Dluczek, selbst seit mehr als 40 Jahren als Schiedsrichter tätig, heißt es in der Mitteilung weiter, habe den Bericht seines Vorgängers während der Versammlung nicht kommentieren wollen.