Vorzeitig beendet wurde am Sonntag das Fußballspiel in der Kreisklasse 2 Würzburg zwischen der SpVgg Gülchsheim und dem SV Willanzheim. Die Szene, die zum Abbruch führte, ereignete sich etwa in der 70. Minute beim Stand von 0:1. Wie der Willanzheimer Spieler Philipp Abendroth auf Anfrage erklärte, soll ein Gülchsheimer Akteur den Schiedsrichter Klaus Lahr (Niederstetten) „angefasst“ haben.

Das Ganze habe sich nach einem Foulspiel ereignet. Die Szene, die zum Auslöser wurde, schildert Abendroth so: Der Gülchsheimer Spieler habe versucht, seinen Gegner mit einer Grätsche zu stoppen. Der Willanzheimer Kontrahent sei daraufhin hochgesprungen, um auszuweichen. Beim Landen habe er seinen am Boden liegenden Gegenspieler unabsichtlich im Gesicht getroffen und so verletzt, dass der Gülchsheimer Akteur geblutet habe. Wenig später sei der Getroffene aufgestanden und habe den Unparteiischen angepackt. Daraufhin beendete Schiedsrichter Lahr sofort das bis dahin laut Abendroth normale und keineswegs harte Spiel.

Auch Willanzheims Trainer Christian Volkamer bestätigt den Hergang auf Nachfrage der Redaktion. Etwa 30 Meter vor dem Gülchsheimer Tor sei das Ganze geschehen, ein aus Volkamers Sicht klares Foul an seinen Spieler, das der Schiedsrichter zu Recht mit Gelb geahndet habe. Weil es bereits die zweite Verwarnung für den Spieler der Gastgeber war, schickte ihn der Unparteiische vom Feld.

Damit hätte der Spitzenreiter 20 Minuten vor dem Ende bei 0:1-Rückstand zwei Spieler weniger auf dem Feld gehabt. Gülchsheims Trainer Tobias Schmidt hielt sich eher bedeckt beim Rückblick auf die Situation. „Der Schiedsrichter hat es abgebrochen, weil er sich tätlich angegangen fühlte. Die Sache geht jetzt vor das Sportgericht.“

Gülchsheims Klubvorsitzender Christian Gebhardt sagte, der Schiedsrichter habe viele Karten gezeigt und damit Unruhe ins Spiel gebracht.

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