Die Zeit, in der die Anhänger der SG Buchbrunn/Mainstockheim auf Publikumsliebling Jonny Guth verzichten mussten, ist wieder vorbei. Der 32 Jahre alte Angreifer, der wegen seines beherzten, einsatzfreudigen und flinken Spiels von den Fans geschätzt wird, hat seinen Rücktritt vom Rücktritt erklärt. Drei Spiele bestritt der Buchbrunner bisher wieder.

Im Sommer, nach dem Meistertitel und dem damit verbundenen Sprung der SG in die Bezirksliga, hatte Guth seinen Rückzug verkündet. Der Geist, und vor allem der Körper, forderten eine Pause, die er im letzten Spiel vor der Winterpause zunächst ausgesetzt hat. „Eigentlich ging es nur darum, auszuhelfen, da die SG ziemlich viele Verletzte hatte. Im Sturm hatte sie ja keinen mehr, den sie vorn reinstellen konnte“, schildert er. Also wurde bei ihm angefragt, Jonny sagte Ja für das Spiel in Güntersleben. Das Lazarett der Spielgemeinschaft lichtete sich im Winter kaum, so dass die Aushilfe nun bis zum Saisonende mimischen wird.

Wie für ihn die Monate ohne Fußball gewesen seien? „Ruhig und ungewohnt, definitiv! Ich habe es vermieden, bei den Spielen der SG zuzuschauen. Sonst hätte ich es nicht ausgehalten“, sagt er über die Sonntage im Herbst. Freilich habe er sich informiert über die Ergebnisse und Spiele, über Zeitung, Internet oder Gespräche. Das halbe Jahr ohne hatte auch sein Gutes. „Ich brauchte vor allem körperlich eine Pause, um mich mal richtig zu regenerieren. Man wird ja nicht jünger.“

Immer wieder hatte er in der Vergangenheit die Fußballschuhe angezogen, auch wenn es im Knie oder an anderen Stellen etwas zwackte. Ehrensache, bis das große Ziel Ende Mai erreicht wurde. Mit dem Meistertitel abzutreten war für Guth ein idealer Abschied – solange, bis sich bei der SG einer nach dem anderen aus der Abteilung Attacke verletzte. Vincent und Lukas Büchner, Felix Hartmann und manch anderer fielen und fallen immer noch aus. „Dass ich in einer solchen Situation nicht nein sagen würde, war ihnen klar. Ich war ja fast zum Aushelfen gezwungen“, erklärt Jonny Guth.

Er fand sich relativ schnell wieder zurecht auf dem Platz, den er zuvor über zwanzig Jahre beackerte. Zumal Guth sich endlich einmal beschwerdefrei fühlte. In sechs Monaten, so sagt er, verlerne man nicht so viel. In der Winter-Vorbereitung holte sich Guth die nötige Kondition für neue Taten. Drei Tore hat er seither erzielt, in der Bezirksliga. Ja, auch die neue Klasse, in der er noch nie zuvor aufgelaufen war, habe ihn gereizt, gibt er zu.

In dieser neuen Liga könnte es für die SG, die sich momentan mit Platz elf begnügen muss, bis zum letzten Spieltag gehen, ehe feststeht, ob die Klasse gehalten wird. Diesmal wartet in Eibelstadt ein Konkurrent, der um sechs Zähler schlechter steht als die SG. „Dort wird uns keiner was schenken. Für die Eibelstädter ist es einer der letzten Strohhalme, sie spielen noch dazu daheim“, sagt Guth, und er richtet sich auf eine schwierige Begegnung ein.

Wie lange Guths Aushilfstätigkeit dauern wird, hat er noch nicht entschieden. „Ich rechne erst einmal damit, dass am 20. Mai wieder Schluss sein wird für mich.“ Die Gesundheit werde eine große Rolle spielen, „ich möchte nicht wieder die ganze Woche über brauchen, bis ich mich vom Spiel vorher erholt habe.“ Sollte alles gut laufen und er verletzungsfrei bleiben, „ist vielleicht noch ein weiteres Jahr drin“. Guths Ziel für die verbleibenden neun Partien ist klar: Es zählt einzig und allein der Klassenverbleib. „Dann hätte sich mein Einsatz auch gelohnt.“ Nicht nur das wird Trainer Thorsten Selzam sicherlich ganz gerne hören.