Ein Lob vom Trainer, aber eben keine Punkte: Die Handballer des Drittligisten TSV Rödelsee zogen am Ende mit 21:26 (10:11) den Kürzeren gegen den HC Elbflorenz. Ob das ein Hoffnungsschimmer im Kampf um den Verbleib in der Liga war? Zumindest zeigte sich TSV-Trainer Radovan Suchy nicht ganz unzufrieden nach den 60 Minuten gegen die Dresdner. „Ich wollte der Mannschaft ein Kompliment aussprechen, sie hat super gekämpft“, begründete er seinen prompt nach Spielschluss erfolgten Gang in die Katakomben der Halle.

Ach ja, die Halle. Eine Frage zu diesem Thema stellte ihm Hallensprecher Christof Kaufmann nach Spielschluss, ob es ein Nachteil für seine Rödelseer gewesen sei, dass sie die Woche zuvor wegen der Schwierigkeiten mit dem Vermieter, der Stadt Kitzingen, nicht darin trainieren durften. Oder ob es vielleicht gut war, um den Kopf frei zu bekommen? „Ohne Training geht es nicht, die Einheiten fehlen. Andere trainieren vier- bis fünfmal“, verwies Suchy auf den Gegner. Dresdens Trainer Peter Pysall hat bis zu sieben Trainingseinheiten pro Woche, was die Unterschiede zwischen den Klubs deutlich macht.

Im Spiel war davon anfangs nicht so viel zu spüren. Gegen die physisch gut bestückten Sachsen erwies sich Rödelsees offensive Abwehrvariante mit einem oder teilweise zwei vorgezogenen Stör-Posten mit Rok Setnikar und Maximilian Häckner zunächst als wirkungsvoll. Dresden zog ab und an schnell einen zweiten Spieler an den Kreis, wirkte aber etwas unkonzentriert und in der Abwehr zu langsam. Das monierte ihr Trainer, der einstige DDR-Nationalspieler Peter Pysall, seinen Kräften bei einer Auszeit nach 15 Minuten recht lautstark. Rödelsee führte zu dem Zeitpunkt mit 7:5, gleich darauf durch Andreas Paul sogar mit 8:5. „Heute ist was drin, auf geht's“, forderte der Hallensprecher das Publikum zur Unterstützung auf.

TSV-Torwart Andreas Wieser parierte in der Phase einen Siebenmeter von Tim Jurgeleit (19.), doch Rödelsee ließ in der starken Phase manchen Ball durch unnötige Fehler liegen. Gerade Bostjan Hribar wirkte recht fahrig in manchen Aktionen. Dresden zog das Tempo an, profitierte von zwei, drei Überzahl-Situationen und drehte das Ergebnis nach zwei Toren von Lars Bastian in eine 11:10-Führung zur Pause.

In der zweiten Hälfte begannen die Gastgeber erneut couragiert, durch Treffer von Dennis Orf und Julius Weinhardt in Unterzahl (35.) glich der TSV zum 14:14 aus. Just diese beiden Torschützen mussten jedoch wenig später nacheinander auf die Strafbank, was Elbflorenz ausnutzte und auf vier Tore (18:14, 39.) davonzog. Das bedeutete eine kleine Vorentscheidung. Die Gastgeber näherten sich nur noch nach Hribars Siebenmeter zum 19:22 auf drei Tore an (51.).

Für mehr fehlte wohl auch die Kraft des mit acht Feldspielern durchspielenden TSV. Hinterher erkannte Rödelsees Torwart Andreas Wieser in dem Spiel „einen Schritt in die richtige Richtung. Das ist definitiv ein Aufwärtstrend.“ Ziehe man die Siebenmeter ab (insgesamt neun für Dresden), dann sehe es noch besser aus, relativierte er das Resultat. Allerdings sah Wieser Vorteile beim Gegner hinsichtlich der Cleverness.

Dresdens Trainer Peter Pysall zeigte sich hinterher erleichtert, dass seine Truppe das Kampfspiel gewonnen habe. Der Gegner habe alles in die Waagschale geworfen. Auf Rödelseer Seite nannte Trainer Radovan Suchy die häufige Unterzahl als Hauptursache für die Niederlage. „Der Kampf war da, die Mannschaftsleistung auch. Wenn wir darauf aufbauen, bleiben wir in der Liga“, gab sich der Slowake optimistisch.

Die Statistik zum Spiel

TSV Rödelsee – HC Elbflorenz 21:26 (10:11)

Rödelsee: Andreas Wieser, Thomas Paul, Bostjan Hribar (4/1), Marko Sokicic, Julius Weinhardt (4), Dennis Orf (3), Moritz Reichhard, Andreas Paul (3), Milan Nekic, Bastian Demel (2), Maximilian Sauerhammer, Rok Setnikar (4), Maximilian Häckner (1).

Elbflorenz: Timo Meindl, Hendrik Tovar, Lars Bastian (3), Tom Hartman, Tim Jurgeleit (2/1), Rene Boese (3/3), Hannes Lindt (8/4), Tjark Desler (2), Rico Goede (4), Gabriel De Santis, Kai Blasczyk (1), Nils Kretschmer (1), Sebastian Greß (1), Henning Quade (1).

Schiedsrichter: Markus Fähnle (Königsbronn)/Jörg Schulle (Oberkochen).

Zuschauer: 380.

Zeitstrafen: Andreas Paul (2), Dennis Orf (2), Demel, Setnikar, Weinhardt – Lindt (2), Desler, Goede.

Spielfilm: 3:1 (3.), 4:5 (9.), 8:5 (16.), 10:9 (26.), 10:11 (29.) – 11:13 (33.), 14:14 (35.), 14:18 (38.), 16:21 (46.), 19:22 (51.), 20:24 (55.), 21:25 (57.), 21:26.

3. Liga Ost Männer
 
SV 08 Auerbach – TV Groß-Umstadt 29:21  
TSG Groß-Bieberau – TV Hüttenberg 22:28  
TSV Rödelsee – HC Elbflorenz 21:26  
TV Kirchzell – USV Halle 43:26  
TV Gelnhausen – SG LVB Leipzig 23:25  
HSC Bad Neustadt-Rhön – HSV Bad Blankenburg 28:25  
TuS Fürstenfeldbruck – HSG Nieder-Roden 28:22  
TV Großwallstadt – GSV Eintracht Baunatal    
 
1. (1.) TV Hüttenberg 11 11 0 0 310 : 228 22 : 0  
2. (3.) HC Elbflorenz 11 8 1 2 315 : 272 17 : 5  
3. (6.) TuS Fürstenfeldbruck 11 7 1 3 306 : 297 15 : 7  
4. (5.) HSC Bad Neustadt-Rhön 11 7 1 3 323 : 302 15 : 7  
5. (2.) HSG Nieder-Roden 11 7 1 3 313 : 279 15 : 7  
6. (4.) TSG Groß-Bieberau 11 7 0 4 308 : 274 14 : 8  
7. (7.) HSV Bad Blankenburg 11 5 1 5 291 : 293 11 : 11  
8. (8.) TV Groß-Umstadt 11 5 0 6 283 : 288 10 : 12  
9. (9.) SG LVB Leipzig 11 5 0 6 292 : 295 10 : 12  
10. (10.) TV Kirchzell 11 4 1 6 297 : 296 9 : 13  
11. (11.) SV 08 Auerbach 11 4 1 6 288 : 309 9 : 13  
12. (12.) TV Großwallstadt 10 3 1 6 268 : 284 7 : 13  
13. (14.) GSV Eintracht Baunatal 10 3 0 7 259 : 293 6 : 14  
14. (13.) TV Gelnhausen 11 3 0 8 283 : 303 6 : 16  
15. (15.) TSV Rödelsee 11 2 0 9 283 : 333 4 : 18  
16. (16.) USV Halle 11 2 0 9 284 : 357 4 : 18