Platz acht mit 16 Punkten, die aktuelle Bilanz des TSV Rödelsee kann sich sehen lassen. Der Handball-Drittligist verlor zwar zuletzt seine erste Rückrundenpartie fast erwartungsgemäß beim Tabellenzweiten in Nußloch, jedoch wertete Spielertrainer Radovan Suchy das nur als eine Art Vorbereitung aufs nun anstehende wichtige Heimspiel gegen den Tabellenzehnten TV Großsachsen.

Mit dem Abschneiden in dieser Runde zeigt sich Rödelsees Geschäftsführer Tobias Demel sehr zufrieden. Er hat das Gesamtbild vor Augen, das sich natürlich auch mit der näheren Zukunft des Vereins befasst. „Ich sehe die Entwicklung positiv. Wir haben in der Rückrunde acht Heimspiele, sieben davon gegen Mannschaften, die auf unserem Niveau sind. Da sollten wir die Basis zum Klassenerhalt legen. Dazu gilt es, auch auswärts den ein oder anderen Sieg mitzunehmen.“ Mindestens 24 Punkte brauche man seiner Einschätzung nach zum Klassenerhalt, der TSV ist mit derzeit 16 auf einem gutem Weg.

Was Demel zufrieden stellt, ist, dass die Integration der jungen Spieler nach Plan verlaufen ist. Der kurzfristige Abschied von Trainer Fritz Zenk (nach dem dritten Spieltag) wurde durch Radovan Suchy als Spielertrainer und dessen Bruder Dusan als Teammanager nahezu ideal abgefangen. „Wir sind mit der Trainer-Konstellation sehr zufrieden und planen langfristig mit dem Duo der beiden Suchy-Brüder“, sagt Demel. Gespräche fänden bereits statt.

Überhaupt hat Demel längst Planungen für die kommende Runde angestellt, die der TSV möglichst wieder in Deutschlands dritthöchster Etage bestreiten möchte. Das ist aus sportlicher Sicht „definitiv einfacher als im Vorjahr“, so Demel, wo der TSV zur gleichen Zeit als Drittletzter in der Tabelle geführt wurde. Wirtschaftlich ist es für einen Verein wie den TSV Rödelsee jedoch nach wie vor ein Drahtseilakt. „Das Damoklesschwert der Wirtschaftlichkeit hängt über allem. Das muss natürlich passen“, weiß Demel.

Sein TSV Rödelsee gehöre in jedem Fall zu den Klubs in der Liga, die mit den niedrigsten Etat aufweisen. Das werde sich wohl nicht so schnell ändern. „Ich weiß noch nicht, ob wir nächste Saison für die Dritte Liga planen, weil ich noch nicht weiß, welches Budget wir haben werden“, bleibt der Geschäftsführer vorsichtig. So muss der TSV Rödelsee die Kosten weiter herunter fahren.

Was den Verein zusätzlich belastet, ist das Mindestlohn-Gesetz. „Das ist eine weitere Bürde für Sportvereine, nicht nur, was den Arbeitsaufwand angeht“, sagt Tobias Demel. Allein dadurch werden höhere Spielergehälter fällig. Auf Sponsorensuche ist der Klub eigentlich immer, um das Projekt zu stemmen. Dabei hat er den Raum Kitzingen im Auge. Dass es wirtschaftlich im Handball nicht so einfach ist, beweist auch die Aussage des Spitzenduos der 3. Liga Süd. Die SG Leutershausen und die SG Nußloch hätten bereits erklärt, dass sie im Fall des Falles auf einen Aufstieg verzichten würden.

Was den sportlichen Teil betrifft, kann der Geschäftsführer bereits erste Erfolge vermelden. So hat Leistungsträger und Top-Torjäger Bostjan Hribar in Rödelsee bereits für die kommende Runde zugesagt. Auch dessen slowenischen Landsmann Rok Ivancic würde der TSV gerne behalten. Ein Akteur, der noch im Vorjahr beim SC Magdeburg spielte, soll im Sommer kommen. „Ein guter Mann“, wie Demel meint. Ein zweiter Torhüter stehe noch auf der Agenda. Dazu vielleicht ein Mann für den Kreis, verrät Demel.

Zugesagt haben beim TSV bereits zwei junge Talente aus der Region. Mit ihnen will Rödelsee auch seinen Unterbau verstärken, die Reserve soll künftig eine junge Truppe werden, die besser als Sprungbrett zur Ersten dienen soll. „Wir streben mehr Synergien an zwischen erster und zweiter Mannschaft. Wir wollen hier ein Zeichen setzen, um in beiden Mannschaften etwas zu bewegen“, nennt Demel das ehrgeizige Ziel.

Für das Spiel gegen Großsachsen lautet das Ziel, zwei Punkte einzufahren. Mit 29:23 siegte der TSV dort bereits in der Vorrunde. Dabei wird der verletzte Simon Weigand fehlen. Hinter dem Einsatz von Gabor Csorba steht ein Fragezeichen.