Die Handballer des TSV Rödelsee haben sich eindrucksvoll für ein weiteres Jahr in der dritten Liga Süd qualifiziert. Mit dem fulminanten 33:23-Auswärtssieg bei Absteiger TSV Friedberg beseitigten sie am Samstag die letzten Zweifel und sicherten sich wie schon im Vorjahr am letzten Spieltag den Klassenverbleib.

Maximilian Häckner eröffnete mit zwei Treffern von rechtsaußen den Rödelseer Torreigen und schon nach einer Viertelstunde hatten die Rödelseer die Gastgeber im Sack. Bostjan Hribar genoss ungekannte Freiheiten, seine Kollegen agierten in der Abwehr zupackend und dahinter hatte Thomas Paul einen guten Tag erwischt. Die Rödelseer Vorteile kumulierten zu einer deutlichen Überlegenheit, die in ein spielerisches Feuerwerk mündete. Die Unterfranken führten von Beginn an – und noch vor der Pause drückte sich ihre die Dominanz in einem zweistelligen Vorsprung aus. Mit 9/2 Treffern war Bostjan Hribar bester Schütze. Er holte sich mit 267 Saisontoren erneut die Torjägerkrone der Liga.

„Das ist heute keine Werbung für uns“, erkannte Friedbergs Klubvorsitzender Karsten Weigl früh die desaströse Vorstellung seines Teams. Rödelsee war nach 32 Minuten sogar auf 22:8 enteilt und erwies sich am Ende noch als gnädig. Welches Potenzial in der Mannschaft steckt, demonstrierte sie ab der 37. Minute, als ihre Slowenen Bostjan Hribar und Rok Ivancic in kurze Deckung genommen wurden. Sie ließen sich auf die Außenpositionen zurückfallen, und in der Mitte war der Weg frei für den frisch gekommenen Andreas Paul, der Friedberg weitere Nadelstiche versetzte.

Radovan Suchy nutzte die Gelegenheit und belohnte alle Akteure aus der zweiten Garde mit Einsatzzeiten. „Wir haben zu Hause noch nie so katastrophale gespielt wie vor der Pause“, sagte Friedbergs scheidender Trainer Mirko Pesic. Radovan Suchy hob die Einstellung seiner Schützlinge von der ersten Sekunde an hervor. „Das wird eine geile Heimfahrt, und danach geht's zum Feiern in die Hall“, kündigte der Spielertrainer an. Da machte es auch nichts, dass der Bus erst um 1 Uhr in Rödelsee einrollte. Hatte die Mannschaft auf dem Feld ein spielerisches Feuerwerk hingelegt, so zündete Stefan Bayer auf einer Autobahnraststätte ein bengalisches Feuerwerk.

„Ich war in der Kabine etwas traurig“, verriet Radovan Suchy nach der Partie, trug er doch nach 15 Jahren zum letzten Mal das Rödelseer Trikot. Er wird fortan nur noch Trainer sein. Auch bei Rok Ivancic machte sich etwas Wehmut breit, kehrt der Slowene doch nach der bewältigten Aufgabe in seine Heimat zurück. „Es wird nächste Runde nicht einfacher“, sinnierte Suchy, denn es gilt ihn und Ivancic zu ersetzen, und zudem haben noch nicht alle Spieler für die kommende Saison zugesagt. „Wir sind in Gesprächen“, sagt Geschäftsführer Tobias Demel und will mit der sportlichen Leitung wieder eine konkurrenzfähige Truppe aufstellen.

Demel lobte den couragierten Auftritt der Mannschaft und bedauerte, dass der TuS Fürstenfeldbruck trotz des Sieges über Großsachsen zurück in die Bayernliga müsse. Dadurch zementiere sich die Übermacht der baden-württembergischen Klubs in der dritten Liga Süd. Freilich wissen die Rödelseer nicht, ob sie nächste Runde wieder in der Süd-Staffel vertreten sind. Bei der Ligen-Einteilung wird es wieder zu großen Diskussionen kommen. Womöglich könnte Rödelsee auch in die Ost-Staffel eingruppiert werden.

Das Spiel in der Statistik

TSV Friedberg – TSV Rödelsee 23:33 (8:20)

Friedberg: Patrick Bieber, Mile Matijevic, Benjamin von Petersdorff; Sebastian Bauer (2), Christian Loris (1/1), Michael Schnitzlein (1), Peter Haggenmüller, Thomas Wagenpfeil (1), Felix Augner (1), Simon-Josef Schwarz (2), Claudio Schneck (3), Fabian Maier-Hasselmann (6/2), Andreas Dittiger (4), Fabian Abstreiter (2).

Rödelsee: Ozren Kvrgic, Thomas Paul; Marvin Munoz, Bostjan Hribar (9/2), Julius Weinhardt (7/3), Andreas Paul (4), Dennis Orf (4), Franz-Xaver Hetterich (1), Radovan Suchy (1), Simon Weigand, Maximilian Häckner (3), Bastian Demel, Rok Ivancic (3), Stefan Bayer (1).

Schiedsrichter: Michael Fuchs/Patric Hass (Sulzbach/Haibach).

Zuschauer: 350.

Zeitstrafen: 6:4 Minuten (Bauer, Schneck, von Petersdorff/Demel, Weinhardt)

Siebenmeter: Friedberg 3 (3 verwandelt), Rödelsee 6 (5).

Spielfilm: 1:2 (4.), 2:4 (8.), 3:7 (14.), 4:12 (17.), 7:16 (25.), 8:20 (Halbzeit), 11:26 (40.), 16:30 (49.), 20:32 (55.), 23:33 (Endstand).

3. Liga Süd Männer
 
TuS Fürstenfeldbruck – TV Großsachsen 32:30  
TGS Pforzheim – TV Hochdorf 22:29  
SG Nußloch – Balingen/Weilstetten II 39:35  
TSV Neuhausen/Filder – Köndringen/Teningen 21:26  
SG Leutershausen – SG Herrenberg 36:31  
TSV Friedberg – TSV Rödelsee 23:33  
HSG Konstanz – SV Kornwestheim 33:24  
SG Kronau/Östringen II – TSB Horkheim 32:28  
 
1. (1.) SG Leutershausen 30 22 2 6 856 : 754 46 : 14  
2. (2.) SG Nußloch 30 18 4 8 927 : 867 40 : 20  
3. (3.) TV Hochdorf 30 18 3 9 830 : 781 39 : 21  
4. (4.) HSG Konstanz 30 18 1 11 808 : 749 37 : 23  
5. (5.) SG Kronau/Östringen II 30 17 2 11 847 : 836 36 : 24  
6. (6.) SV Kornwestheim 30 15 3 12 883 : 885 33 : 27  
7. (7.) TSB Horkheim 30 15 3 12 827 : 803 33 : 27  
8. (8.) Köndringen/Teningen 30 15 2 13 830 : 823 32 : 28  
9. (9.) TGS Pforzheim 30 13 4 13 764 : 782 30 : 30  
10. (10.) SG Herrenberg 30 13 2 15 826 : 861 28 : 32  
11. (11.) Balingen/Weilstetten II 30 10 6 14 887 : 890 26 : 34  
12. (13.) TSV Rödelsee 30 13 0 17 828 : 858 26 : 34  
13. (12.) TV Großsachsen 30 10 6 14 822 : 836 26 : 34  
14. (14.) TuS Fürstenfeldbruck 30 10 4 16 871 : 875 24 : 36  
15. (15.) TSV Neuhausen/Filder 30 7 2 21 766 : 833 16 : 44  
16. (16.) TSV Friedberg 30 4 0 26 774 : 913 8 : 52