Im vorletzten Heimspiel als Drittligist verkaufte sich der TSV Rödelsee teuer. Die Mannen von Trainer Radovan Suchy zeigten bei der 24:29 (13:16)-Niederlage gegen den bereits als Meister fest stehenden TV Hüttenberg eine ordentliche Leistung in turbulenten Zeiten. Denn in Rödelsee scheint derzeit keiner so recht zu wissen, wie es in der nächsten Runde weiter geht.

Dass die Situation ziemlich angespannt ist, ließ sich erst auf den zweiten Blick fest stellen. Trainer Radovan Suchy wurde zum Abschluss bei der Pressekonferenz gefragt, was er sich für die restlichen drei Begegnungen wünsche. „Die Devise ist, dass wir die Saison mit erhobenem Haupt zu Ende spielen. Ich hoffe schon lange auf einen Sieg, vielleicht gelingt er uns im letzten Heimspiel, aber wir haben ein schweres Restprogramm“, verwies er auf die kommenden Auswärtsaufgaben in Nieder-Roden und in Fürstenfeldbruck, sowie auf das abschließende Heimspiel gegen Groß-Bieberau.

Wie es danach weiter geht, bereitet dem 38-jährigen Slowaken derzeit einiges Kopfzerbrechen. Bei einer Besprechung vor wenigen Tagen haben anscheinend viele Spieler offen gelassen, ob sie auch kommende Runde weiterhin das Trikot des TSV Rödelsee tragen werden. Er sei „selber gespannt und ein bisschen traurig“, was die Zukunft betreffe. Etwas deutlicher wurde er dann doch. „Es ist sehr einfach, ein sinkendes Schiff zu verlassen. Viel schwieriger ist es, dabei zu bleiben und sein Gesicht zu wahren.“ Jedoch sei er nicht der Maßgebende, der eine offizielle Einschätzung zur Lage geben könne.

Die Vereinsverantwortlichen hielten sich bedeckt. „Heute bitte nicht! Ich möchte dazu nichts sagen, erst in zwei Wochen“, bat Vorsitzender Dietmar Chrischilles um Verständnis. Geschäftsführer Tobias Demel wollte ebenso keine Aussagen treffen. Dazu sei es noch zu früh, die Gespräche mit den Spielern laufen noch. Bis 15. Mai müsse der TSV Rödelsee melden, in welche Spielklasse er gehen werde.

Die Mannschaft, die gegen Hüttenberg auf dem Feld stand, schien die Situation auszublenden. Sie bot über weite Strecken ein gutes, konzentriertes und schnelles Spiel, gegen einen Kontrahenten, der zwar mit einigem Ersatz angereist war, aber dennoch eine beachtliche Truppe aus Routiniers und jungen Talenten aufgeboten hatte.

Gleich zu Beginn bekamen die Rödelseer gezeigt, dass sie ihren Kontrahenten nicht zu viel Platz und Zeit lassen sollten. Da stieg mal schnell Tomas Sklenak aus dem Stand hoch und traf aus gut zehn Metern zum 5:2 (6.). Die Hüttenberger, die laut ihrem isländischen Trainer Adalsteinn Eyjölfsson acht Drittliga-Akteure, plus acht Nachwuchskräfte aufgeboten hatten, schienen schnell weg zu ziehen.

Der TSV berappelte sich aber und fand sich immer besser zurecht gegen Hüttenbergs offensive 3-2-1-Abwehrvariante. In der Halle wurde erstmals gejubelt, als der Sekunden zuvor eingewechselte Jungspund Stefan Bayer gleich per Tempogegenstoß zum 5:5 ausglich. Nur wenig später schaffte Bastian Demel beim Gegenstoß nach Bayers Pass sogar die 6:5-Führung. Rödelsee machte die einfachen Tore, hatte bisweilen etwas Pech. So scheiterte Marius Olbrich beim Stand von 12:14 nur am Pfosten, im Gegenzug traf Hüttenheim zum 12:15.

In der zweiten Halbzeit näherte sich der Gastgeber gleich wieder auf ein Tor (15:16) an, doch dann zeigten die Hüttenberger ihre Klasse. Sie agierten nicht mit voller Pulle, blieben aber in den entscheidenden Situationen konzentrierter und bauten ihren Vorsprung mit der Zeit aus. Zum Schluss, als die Partie unverständlicherweise etwas ruppiger wurde, überlistete Julius Weinhardt den Gast noch mit einem Einwurf-Tor aus der eigenen Hälfte.

Rödelsees Trainer Suchy gratulierte hinterher artig zum Sieg und zur Meisterschaft. Der Gastgeber habe darauf gehofft, dass Hüttenberg den TSV etwas unterschätzen würde. „Aber sie wollen sich ihre Super-Saison nicht kaputt machen, das hat man gemerkt. Wir haben ein paar Fehler gemacht, das wird eben gnadenlos bestraft.“ Sein Gegenüber Eyölfsson hob die zehn bis 15 Minuten nach der Halbzeit hervor, „in denen wir für klare Verhältnisse gesorgt haben. Rödelsee hat taktisch klug agiert, aber unsere Routine hat entschieden.“

Die Statistik zum Spiel

TSV Rödelsee – TV Hüttenberg 24:29 (13:16)

Rödelsee: Thomas Paul, Andreas Wieser; Dominik Orf (1), Fabian Servatius (1), Julius Weinhardt (6/5), Andreas Paul, Stefan Bayer (2), Dennis Orf (4), Marius Olbrich (3), Milan Nekic, Moritz Reichhard, Maximilian Häckner (4/1), Bastian Demel (3), Maximilian Sauerhammer.

Hüttenberg: Fabian Schomburg, Julian Brücher; Tomas Sklenak (6), Luca Fuß, Daniel Wernig (2), Thimo Wagner (3), Tom Warnke (6/5), Mario Fernandes (2), Ragnar Johannson (1), Sebastian Roth (4), Torben Werner (1), Dennis Oberst (1), Sven Pausch (3).

Schiedsrichter: Philipp Jung (Filderstadt)/Mikel Washington (Ostfildern).

Zuschauer: 100.

Zeitstrafen: Dennis Orf, Dominik Orf, Andreas Paul – 3x Johannson, 2x Fernandes, Pausch, Werner.

Rote Karte: Johannson (57., 3x zwei Minuten).

Spielfilm: 2:2 (2.), 2:5 (5.), 6:5 (10.), 9:11 (21.), 12:14 (29.), 13:16 – 15:16 (32.), 15:20 (37.), 17:23 (44.), 19:26 (50.), 21:29 (55.), 24:29.

3. Liga Ost Männer
 
MSG Groß-Bieberau – HSG Nieder-Roden 28:27  
SV 08 Auerbach – USV Halle 38:27  
TSV Rödelsee – TV Hüttenberg 24:29  
HSC Bad Neustadt-Rhön – HC Elbflorenz 33:31  
TV Kirchzell – GSV Eintracht Baunatal 31:28  
TuS Fürstenfeldbruck – HSV Bad Blankenburg 30:14  
TV Gelnhausen – TV Groß-Umstadt 32:22  
 
1. (1.) TV Hüttenberg 27 24 1 2 775 : 577 49 : 5  
2. (3.) TuS Fürstenfeldbruck 27 17 4 6 773 : 699 38 : 16  
3. (2.) HC Elbflorenz 27 18 2 7 794 : 670 38 : 16  
4. (4.) MSG Groß-Bieberau 27 18 1 8 777 : 685 37 : 17  
5. (5.) HSC Bad Neustadt-Rhön 27 15 2 10 771 : 742 32 : 22  
6. (6.) HSG Nieder-Roden 27 14 2 11 729 : 719 30 : 24  
7. (7.) SG LVB Leipzig 26 12 4 10 733 : 687 28 : 24  
8. (10.) SV 08 Auerbach 27 11 4 12 716 : 732 26 : 28  
9. (8.) TV Großwallstadt 26 11 3 12 697 : 686 25 : 27  
10. (9.) HSV Bad Blankenburg 27 11 3 13 705 : 733 25 : 29  
11. (11.) TV Groß-Umstadt 27 11 1 15 708 : 735 23 : 31  
12. (13.) TV Kirchzell 27 10 2 15 693 : 723 22 : 32  
13. (12.) GSV Eintracht Baunatal 27 10 1 16 689 : 739 21 : 33  
14. (14.) TV Gelnhausen 27 9 2 16 709 : 748 20 : 34  
15. (15.) TSV Rödelsee 27 4 0 23 662 : 821 8 : 46  
16. (16.) USV Halle 27 4 0 23 686 : 921 8 : 46