Die Signale stehen nicht gerade günstig für die Handballer des TSV Rödelsee. Nach dem fast sicheren Abstieg der ersten Garde aus der dritten Liga droht auch der zweiten Mannschaft der Schritt nach unten. Drei Spieltage vor Rundenende steht sie auf dem drittletzten Platz der Bezirksoberliga. „Es wird ganz schwierig. Aus eigener Kraft ist es ja im Prinzip nicht mehr zu schaffen“, macht sich Betreuer Rudi Hess nichts vor. Mindestens vier Zähler müssten die Rödelseer nach der Rechnung von Hess aus den verbleibenden drei Begegnungen holen, um doch noch in der Klasse zu bleiben. Und selbst mit dieser Ausbeute ist es fraglich, ob es reichen wird.

Das happige Restprogramm führt die Rödelseer an diesem Sonntag zunächst zum designierten Meister TG Heidingsfeld, der bei drei Punkten Vorsprung vor seinem Verfolger TV Marktsteft noch nichts zu verschenken hat. Vielleicht sind die Rödelseer zu spät aufgewacht. Nur vier Zähler hatten sie in der Vorrunde erzielt, zu wenig, wie auch Betreuer Hess weiß. „Von der Qualität her, die wir haben, dürften wir nicht da unten stehen“, sagt er zwar. Jedoch bezieht sich das wohl in erster Linie auf die Partien im neuen Jahr. Zuvor sah es eher trist aus, was nach dem Weggang des vorherigen Spielertrainers Vilo Vitkovic vergangenen Sommer zu befürchten war.

Vitkovic fing beim TV Marktsteft an, und mit ihm gingen Franz-Xaver Hetterich und Gabor Csorba zum Ligarivalen. Ein schwerer Schlag für die Rödelseer.

Hetterich sei in der vergangenen Saison für sechs, acht Tore pro Spiel gut gewesen. Die fehlten nun. Besonders Vitkovic hinterließ eine Lücke, die nicht zu schließen war, wie Rudi Hess nun feststellen muss. „Mit ihm haben wir den Kopf der Mannschaft verloren. Er führte die Mannschaft nicht nur im Spiel und im Training, sondern er war auch außerhalb die Führungsperson. Für ihn hat sich die Mannschaft zerrissen.“ Die Reserve begann im Sommer zunächst ohne Trainer, ehe der Kroate Marko Sokicic als Neuling für die Drittligamannschaft und als Trainer für die zweite ankam.

Aber Sokicic hatte seine Probleme. „Er sprach wenig Deutsch. Willst du da Training machen, ist das natürlich schwer“, zeigt Hess Verständnis. Zudem machten der Mannschaft Personalprobleme gehörig zu schaffen. In einzelnen Fällen, so Hess, musste der Ersatztorwart auf dem Feld spielen, damit überhaupt genügend Personal vorhanden war. Im Winter hat Thomas Endriß, ein Spieler, die Reserve übernommen, die bisweilen mit jungen Kräften aus dem Drittliga-Kader aufgefüllt wurde.

In der Rückrunde mischte in Radovan Suchy der Trainer der ersten Garnitur häufiger in der zweiten mit, außerdem Rückkehrer Christian Häckner, schon stellten sich auch Erfolge ein. „Christian und Rado helfen uns vor allem in der Abwehr ungemein“, sagt der Betreuer. Das untermauern die jüngsten Siege gegen Lohr, in Höchberg, in Partenstein und gegen Abstiegskonkurrent Volkach, dazu das Unentschieden ge-gen Schweinfurt.

Möglicherweise bleiben die Erfolge nutzlos für die Rödelseer. Neben dem Spiel in Heidingsfeld erwartet die Mannschaft auch noch den Lokalrivalen Marktsteft, der kaum Geschenke verteilen dürfte. „Die werden sich gegen uns keine Blöße gebenwollen, auch wenn wir viele gut kennen“, stellt Rudi Hess fest. Aus der ersten Mannschaft kann und will die Reserve kaum mehr Spieler einsetzen, nur die Jungen wie Marius Olbrich oder Maximilian Sauerhammer kämen in Frage.

Hess rechnet sich noch eine kleine Chance aus, zumindest die TG Würzburg abzufangen, die mit vier Punkten Vorsprung auf dem achten Platz liegt. Die Würzburger müssen diesmal in Volkach ran, danach noch gegen Heidingsfeld und in Marktsteft. Noch näher ist die HSG Volkach an den Rödelseern, die gegen Würzburg und Höchberg daheim spielen muss. Dazu wartet die Auswärtsaufgabe bei der Lohrer Reserve – ein machbares Programm für Volkach, um in der Liga zu bleiben. Egal, für Rödelsee II zählen ab sofort nur noch Siege, um die kleine Flamme der Hoffnung am Glimmen zu halten.