44 Sekunden waren gespielt, als Christina Neeser die Frauen der HSG Mainfranken mit einem Wurf von rechts außen in Führung brachte. Beim 27:24 (14:13) im ersten Saisonspiel gegen Nabburg/Schwarzenfeld lag die von Stefanie Placht trainierte Spielgemeinschaft aus Kitzingen, Etwashausen und Mainbernheim zwar meist vorne, doch gelang es ihr – trotz mehrerer Möglichkeiten – nicht, die Partie gegen körperlich robust und ballsicher spielende Oberpfälzerinnen vorzeitig zu entscheiden.

Mit dem Ergebnis zeigte sich Placht zufrieden, mit dessen Zustandekommen dagegen nicht. „Wir hätten das Spiel, als wir es mehrmals mit einem Vorsprung von drei oder vier Toren in der Hand hatten, entscheiden können“, resümierte sie. Nachdem die Gastgeberinnen schnell 4:1 und 6:3 führten, ging erstmals der Schwung verloren, so dass es den Gästen gelang, Mitte der ersten Halbzeit ihre erste und einzige Führung zu erspielen.

Mit einer Serie von vier Toren, darunter zwei erfolgreichen Würfen von Jasmin Arlt, holten sich die Mainfränkinnen den Vorsprung allerdings zurück. Er hätte zu diesem Zeitpunkt schon höher ausfallen können, doch Selina Golm scheiterte mit ihrem Tempogegenstoß an der Latte. Mit 14:13 nahmen sie ein leichtes Plus mit in die Halbzeit, nachdem sich beide Mannschaften in den letzten beiden Minuten vergeblich um ein weiteres Tor bemüht hatten.

Schwungvoll begann die HSG Mainfranken nach dem Seitenwechsel und erhöhte ihren Vorsprung auch dank ihrer im gesamten Spiel sicheren Ausbeute bei Siebenmetern auf 18:14. „Es darf uns nicht passieren, dass der Gegner danach noch einmal aufholt. Das müssen wir cleverer, abgezockter zu Ende spielen“, bewertete Placht das Folgende, als sich die Gäste zunächst bis auf ein Tor näherten und Mitte der zweiten Halbzeit sogar den erneuten Ausgleich bejubelten.

„Wir müssen dorthin kommen, ein Spiel bei einer Führung in die Hand zu nehmen und runterzuspielen. In so einer Phase muss von meiner Mannschaft noch mehr kommen“, stellte Placht fest. Die Nabburgerinnen ließen sich, obwohl sie in den letzten zwanzig Minuten mehrmals in Unterzahl verteidigen mussten, bis in die Schlussphase nicht mehr distanzieren.

„Dass wir verwerfen oder die Torhüterin hält, ist immer möglich. Aber wir dürfen unsere Bälle nicht so leichtfertig verschenken. Im Spielaufbau müssen wir an unserer Passqualität arbeiten, so dass der Ball schneller und sicherer läuft“, erkannte Mainfrankens Trainerin. Angeführt von der erfahrenen Melanie Meyer setzten sich die Gastgeberinnen in den letzten Minuten aber entscheidend ab, wobei Placht nach einem Torwarttausch vor Nabburgs letztem Siebenmeter Laura Oechsner den richten Tipp „rechts unten“ gab. Carina Czichon hörte das nicht und zielte wiederholt in diese Richtung. Oechsner parierte, Placht lachte, und im Gegenzug erhöhte Meyer zum Endstand.

Zuversichtlich, dass ihre Mannschaft das Gezeigte noch steigern werde, kann Placht in den nächsten zwei Wochen an der Konsequenz in Abwehr und Angriff arbeiten: „Wir sind nun spielfrei und haben danach ein weiteres Heimspiel. Wenn wir auch das gewinnen, kann uns ein erfolgreicher Start die nötige Sicherheit für die kommenden Wochen geben.“

Die Statistik zum Spiel

HSG Mainfranken – Nabburg/Schwarzenfeld 27:24 (14:13)

Mainfranken: Laura Oechsner, Stefanie Schuler; Selina Geißler 1, Christina Neeser 2, Janina Ruschin 3/2, Selina Golm, Julia Meyer 2, Jasmin Arlt 3, Melanie Meyer 12/5, Julia Flohr, Nicole Meulenkamp, Isabella Renner 3, Nadine Markert 1.

Nabburg/Schwarzenfeld: Lisa Pröls, Theresa Weiherer; Anna Stubenvoll 2/1, Ramona Völkl-Simbeck 6/1, Katerina Cerna 3, Anna Heyn 1, Nathalie Fleischmann, Carina Schopper 3, Marie Fiala 2, Carina Czichon 7/3.

Schiedsrichter: Dominik Fass, Florian Güßregen (beide TSV Altenfurt).

Zuschauer: 80.

Zeitstrafen: 2:14 Minuten (Ruschin - Stubenvoll 2, Völkl-Simbeck 3, Cerna, Schopper, Czichon).

Siebenmeter: 7/7 : 7/5.

Spielfilm: 4:1 (6.), 6:6 (12.), 7:8 (15.), 11:8 (24.), 13:10 (26.), 14:13 (Halbzeit); 18:15 (35.), 20:17 (40.), 21:21 (44.), 22:22 (48.), 24:24 (57.), 27:24 (Endstand).

Landesliga Nord Frauen
 
HC Forchheim – HSG Pleichach 13:20  
HC Sulzbach Ros. – ESV Regensburg II 27:15  
HSG Mainfranken – Nabburg/Schwarz. 27:24  
SG Schwabach/Roth – SG Regensburg 28:12  
HSV Bergtheim II – Mintra./Neutraubling 25:29  
TSV Lichtenau – SV Obertraubling 18:22