Diese Trefferquote kann sich wirklich sehen lassen. Satte 31 Tore erzielte Ippesheims Angreifer Marcus Pfeiffer in den bisherigen 19 Spielen seiner Elf und ist damit zur Winterpause der treffsicherste Torjäger in der Region Kitzingen/Ochsenfurt. Ein wenig überrascht ist er, wie er zugibt, dass es bisher für ihn so gut gelaufen ist. „Damit bin ich mehr als zufrieden“, bekennt der seit kurzem 26-Jährige, der erst vor dieser Runde wieder zu seinem Heimatverein zurückgewechselt ist.

Die Torjägerkanone ist aber nicht das Hauptziel Pfeiffers. „Darauf achte ich nicht.“ Ganz oben auf seiner Wunschliste steht nämlich der Aufstieg des ASV Ippesheim. Trotz etlicher Versuche gelang dem 1947 gegründeten Klub an der mittelfränkischen Grenze noch nie den Sprung in die Kreisklasse. „Hauptsache ist, dass wir den Aufstieg schaffen“, nennt er einen Grund für seine Rückkehr.

Beginnen wir ganz von vorne. Geboren wurde Marcus Pfeiffer einst in Leipzig. Im Alter von sieben Jahren zog er mit der Familie nach Franken, nach Ippesheim. Dort dauerte es nicht lange, bis er auf dem Fußballplatz stand. Alle Nachwuchsmannschaften durchlief Pfeiffer, und auch nahezu alle Positionen, wie er im Rückblick zugibt. Häufig stellten ihn die Trainer im Jugendbereich in die Abwehr, auf die Liberoposition, später ins Mittelfeld. Bei den Aktiven angekommen, wurde zunächst das rechte Mittelfeld zu seinem Hoheitsgebiet.

Auch als Mittelfeldakteur hat Marcus Pfeiffer in den letzten Jahren immer seine Tore gemacht, aber eben nicht so viele. In der Saison 2011/12 gelangen ihm 24, ein Jahr später traf er 16 Mal. Wohl auch wegen der Quote rückte er immer weiter nach vorne. „In den letzten Jahren habe ich immer offensiver gespielt.“

Es folgte 2013 Pfeiffers Abstecher nach Weigenheim. „Ich hatte für mich beschlossen, dass ich es einfach mal etwas höher probiere, ob es reicht. Es war aber von vorne herein klar, dass ich irgendwann wieder nach Ippesheim zurückkehre“, erzählt er. Die Kreisliga habe durchaus ihre Reize. Der Fußball, der dort gespielt werde, sei schon etwas anders als in der A-Klasse.

Pfeiffer wurde in Weigenheim Stammspieler, wieder im rechten Mittelfeld. „Meine Tore habe ich dort auch geschossen. Mir hat es gefallen, es war eine super Atmosphäre. Der Heimatverein ist aber etwas anderes.“ Eine Saison später folgte sein Schritt zurück, aus einfachem, aber auch nachvollziehbarem Grund. „Ich arbeite im Einzelhandel in einem Baumarkt in Uffenheim, da ist erst um 19 Uhr Feierabend. Dann noch auf Training, das ist oft nicht so einfach. Da lag Ippesheim eben nahe, auch wegen der Fahrerei“, bekennt er. Noch mehr Zeit für das Hobby wollte er auch wegen der Freundin nicht investieren.

Zudem zeigt sich Marcus Pfeiffer bescheiden, wenn es um seine eigenen sportlichen Ambitionen geht. Er habe sein einst anvisiertes Ziel Kreisliga erreicht und gesehen, dass er dort mitspielen kann. „Das war für mich eine Probe. Für viel mehr reicht es bei mir meiner Meinung nach nicht.“

Seine Spielweise vergleicht der FC-Bayern-München-Fan mit dem kroatischen Angreifer Ivica Olic. „Ihm ähnele ich am ehesten. Ich laufe gerne und sehr viel. Ich stand aber öfters auch mal gut. Das ist das Glück des Tüchtigen, das man auch mal braucht.“ Er arbeite gerne für die Mannschaft, die ihn dafür auch mit Zuspielen versorgt. Gerade Spielertrainer Frank Himmel „kann Pässe spielen, die andere nicht können.“

Defizite sieht Marcus Pfeiffer bei sich in der Kaltschnäuzigkeit. Kaum zu glauben bei 31 Toren, darunter einmal fünf Stück beim 8:3 gegen Riedenheim und alle vier beim 4:2 über Fuchsstadt. „Es hätten mehr sein können“, gibt Pfeiffer sich selbstkritisch und nennt beispielsweise die Partie in Geroldshausen, wo er einige Hochkaräter ausließ.

Dass es noch ein weiter und schwieriger Weg bis zur Meisterschaft werde, davon geht Marcus Pfeiffer aus. Konkurrent Winterhausen liegt derzeit sechs Punkte hinten dran bei zwei Spielen weniger. „Es wird auch für mich schwieriger“, weiß er, dass sich die Gegner künftig noch besser um ihn kümmern.