Obwohl das Ergebnis eindeutig auszusehen scheint, sprach Abtswinds Trainer Petr Skarabela nach dem 3:0 (1:0) gegen Aufsteiger Lichtenfels von einem Arbeitssieg. Personell hatte er die gleiche Formation wie eine Woche zuvor bei der bitteren Niederlage in Unterpleichfeld aufgeboten, Thilo Wilke nach links und Frank Hartlehnert nach rechts getauscht.

Die Gastgeber bestimmten anfangs zwar das Geschehen, aber der erste aussichtsreiche Abschluss gehörte den Gästen. Mit einem Schuss aus zweiter Reihe forderte Tobias Zollnhofer Abtswinds Torhüter Florian Warschecha heraus. „Wir wollten den Gegner ins Mittelfeld kommen lassen, dort aggressiv angreifen und dann schnell nach vorne umschalten“, legte Lichtenfels‘ Trainer Alexander Grau seine Vorgehensweise dar und stellte fest, dass dieser Plan aufgegangen sei. Denn während Abtswind zwar die meiste Zeit der Ball gehörte, benötigten sie in der ersten halben Stunde noch ein zweites Mal das Glück auf ihrer Seite, als Daniel Oppel über links vor Warschecha erschien, doch gegen den herauslaufenden Abtswinder Torhüter nur über das Tor schoss. Chancen besaßen die Gastgeber zunächst keine, so dass Skarabela folgerte: „Lichtenfels als Aufsteiger überraschte mich. Sie spielten bissig und giftig. Daher fanden wir nicht ins Spiel.“

Erst als Wilke nach einem Steilpass von Jürgen Endres alleine auf das gegnerische Tor zulief, vereitelte Torhüter Hannes Köster noch den ersten zählbaren Abschluss Abtswinds, wurde aber durch den nachsetzenden Steffen Barthel überwunden. Aus mittlerer Entfernung köpfte der 21-Jährige den Ball zur Führung ins Tor. „Ich war kurz davor, ihn auszuwechseln“, gestand sein Trainer und war in diesem Moment froh darüber, dass der Neu-Abtswinder zwar bislang nicht nennenswert am Spiel teilgenommen hatte, doch im richtigen Moment zur Stelle gewesen war. So ergab sich die nächste gefährliche Aktion, nachdem Barthel mit neuem Mut den Abschluss gesucht hatte, Pascal Kamolz und Jörg Otto den Ball aber nicht an Köster vorbei ins Tor bugsieren konnten. „Das Tor gab ihm einen Schub. Wenn einem Fußballer eine oder zwei Aktionen gelingen, steht auf einmal ein ganz anderer Spieler auf dem Platz“, stellte Skarabela fest.

Was für Barthel galt, ließ sich nicht auf die ganze Mannschaft übertragen. In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit bewahrte die Latte die Abtswinder vor einem Gegentor, als Steffen Hönninger nach einem Eckball Zollnhofers am langen Pfosten zum Kopfball gekommen war. „Mich stört, dass wir so viele Chancen für den Gegner zugelassen haben“, brachte Skarabela seine Kritik auf den Punkt und stellte thematisch bereits die bevorstehende Woche zusammen: „In den Einheiten werde ich diesmal viele Sachen ansprechen müssen, die wir bis zum nächsten Mal unbedingt verbessern müssen.“ Denn nach seiner Einschätzung sei das Gezeigte die schlechteste Leistung gewesen, seitdem der frühere Abwehrspieler in Abtswind als Trainer tätig sei. Durch das letztlich dennoch positive Ergebnis war es diesmal aber erträglicher.

Obwohl Pascal Kamolz selbst nicht als Torschütze in Erscheinung trat, war der Angreifer erneut an bedeutenden Szenen beteiligt. „Wenn ich kein Tor schieße, wir aber gewinnen, darf das ruhig so weitergehen“, bemaß er den persönlichen Torerfolgen keine zu hohe Bedeutung bei. Verteidiger Niklas Lulei hängte sich bei Abtswinds Angreifer ein und rang den 30-Jährigen zu Boden, so dass dem Schiedsrichter keine andere Wahl blieb, als kurz nach dem Seitenwechsel auf Elfmeter zu entscheiden.

Przemyslaw Szuszkiewicz verwandelte sicher. Mit der höheren Führung gewann das Abtswinder Aufbauspiel aber nicht an Sicherheit. Ballverluste im zweiten Drittel brachten vor allem den Gegner in der letzten halben Stunde zu weiteren Gelegenheiten. Gegen Lukas Dietz und Daniel Oppel bewahrte aber Warschecha die Seinen vor einem Gegentor.

„Wir müssen uns vorwerfen, dass wir aus unseren Chancen keine Tore erzielten. Ansonsten war das unsere beste Saisonleistung“, folgerte Grau. Schließlich fiel das Ergebnis zu hoch aus, als Wilke in der vorletzten Minute nach einem Zuspiel Endres‘ den Ball sehenswert über Köster ins Tor hob. „Mit sechs Punkten liegen wir im Schnitt“, bewertete Skarabela das Abtswinder Abschneiden nach den ersten vier Spielen, wobei er mehr gute Leistungen als Siege gesehen habe. Dieses Spiel gehörte allerdings nicht dazu. Den Pragmaten stellte das Ergebnis zufrieden, den Perfektionisten nicht. „Ich verspreche, dass wir wieder bessere Leistungen zeigen“, so Skarabela.

Die Statistik zum Spiel

TSV Abtswind – FC Lichtenfels 3:0 (1:0)

Abtswind: Florian Warschecha; Adrian Graf, Nicolas Wirsching, Pascal Kamolz Steffen Barthel (80. Peter Mrugalla), Jürgen Endres, Carl Murphy, Frank Hartlehnert (60. Jonas Wirth), Thilo Wilke, Przemyslaw Szuszkiewicz, Jörg Otto (75. Sven Gibfried).

Lichtenfels: Hannes Köster; Stefan Dietz, Markus Mex, Daniel Schardt (75. Manuel Aumüller), Martin Hellmuth, Pascal Scholz, Stefan Fischer (75. Lukas Dietz), Stefan Hönninger, Daniel Oppel, Tobias Zollnhofer, Niklas Lulei.

Schiedsrichter: Kevin Rösch (Veitsbronn).

Gelbe Karten: Wirsching, Kamolz, Endres, Gibfried; Mex, Hellmuth, Scholz, Lulei, Aumüller.

Zuschauer: 200.

Tore: 1:0 Steffen Barthel (36.), 2:0 Przemyslaw Szuszkiewicz (51., Foulelfmeter), 3:0 Thilo Wilke (89.).