Schon von Berufs wegen bringt Michael Uhl Farbe ins Spiel: Er vertreibt im Außendienst Lacke, Putze und Farbe für ein großes Unternehmen. Auf dem Fußballplatz ist er gerade dabei, dem A-Klasseklub SV Markt Einersheim bei der sportlichen Runderneuerung zu helfen. Der 33-Jährige teilt sich dort den Trainerposten mit Josef Unser, eine Lösung, die bislang gut funktioniert. Aus fünf Partien haben die Einersheimer dreizehn Punkte geholt. Das reicht zum zweiten Platz.

Vergangene Runde trainierte Uhl den U19-Jahrgang der JFG Schwanberg, zu der auch Markt Einersheim gehört. Zudem schaute er als zweiter Mann beim Kreisligisten SV Willanzheim dem dortigen Trainer Thomas Bergner über die Schulter und unterstützte ihn. „Von Thomas habe ich unglaublich viel gelernt. Kreisliga ist noch mal ein anderes Niveau“, sagt er über seine Lehrzeit in Willanzheim.

Dort musste er als Torwart aufhören, da ihn eine Hüftarthrose zu sehr hinderte.

Im Winter erhielt Michael Uhl dann eine Anfrage aus Markt Einersheim: ob er zusammen mit Josef Unser den Trainerposten der Senioren übernehmen würde. Da brauchte der aus Seinsheim stammende Fußballer nicht lang zu überlegen. „Ich kannte die Mannschaft ja und wusste, das ist eine ausbaufähige Truppe.“ Jung und hungrig ist sie überdies – das Durchschnittsalter liegt bei gerade einmal 21 Jahren.

Die Doppellösung, mit der die beiden gleichberechtigt das Traineramt ausüben, hält Uhl für ideal. Mit Josef Unser hatte er bereits vorher zu tun, schließlich gehört der dem Vorstand der JFG an. Zu zweit lasse sich intensiver und gezielter mit den im Durchschnitt gut zwanzig Spielern trainieren. „Wir sprechen uns vor dem Training ab, teilen dann auf und wechseln die Gruppen. Das funktioniert“, sagt Uhl. Die Aufstellung werde gemeinsam gemacht, überhaupt verfolgen die beiden eine ähnliche Philosophie. „Flaches Spiel mit Kurzpässen und über die Außen. Wir haben eine ziemlich kleine, quirlige Mannschaft, da kannst du nicht mit langen Bällen spielen.“

Zudem legt das Trainerduo großen Wert auf die Defensive: damit hinten möglichst die Null steht. „Wir haben vorne die Qualitäten, um immer ein Tor zu machen“, sagt Uhl. Zwar fehle der klassische Typ Torjäger, doch den wolle man nicht unbedingt. Die bisher erzielten 22 Treffer verteilen sich, so Uhl, „auf acht, neun Akteure“. Er ist aber froh, dass die Markt Einersheimer mit ihrem einzigen Sommer-Zugang Marco Göll (vom TSV Mainbernheim) nun über einen Angreifer verfügen, „der unserem Spiel extrem guttut. Er ist ballsicher, technisch gut und hat einen guten Schuss.“ Das bewies der 19-Jährige zuletzt etwa beim glücklichen 3:2-Sieg über Großlangheim, als er zwei wichtige Treffer beisteuerte und sein Konto auf fünf Tore aufzustocken.

Was für die fast ausschließlich aus Eigengewächsen bestehende Einersheimer Mannschaft in dieser Runde möglich ist, da mag sich Uhl (noch) nicht festlegen. Fürs Erste warten die Partie gegen Dettelbach II, eine Woche später das Kirchweihderby gegen Seinsheim/Nenzenheim – dann lasse sich eher eine Prognose wagen. „Wir haben bewusst keinen Tabellenplatz als Ziel ausgegeben, sondern gesagt, wir wollen schönen Fußball spielen und oben mitmischen. Natürlich ist es interessanter, wenn man um Platz eins oder zwei mitspielt“, so Uhl.

Der Aufstieg sei jedenfalls kein Muss dieses Jahr. Sollten die Markt Einersheimer vor Ausfällen verschont bleiben, so traut der Trainer ihnen schon zu, vorn zu landen. Für die Zukunft wäre die Kreisklasse ein Anreiz, wieder etwas Farbe in die seit 2009 eher graue Einersheimer Fußball-Landschaft zu bringen.